Schablonen zur Beurteilung von Oberflächenfehlern wie z.B. Kratzer, Schlieren etc.

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    • Schablonen zur Beurteilung von Oberflächenfehlern wie z.B. Kratzer, Schlieren etc.

      Hallo zusammen,

      ich hoffe ihr könnt mir da weiterhelfen!

      Habe gerade eine Aufgabenstellung an der ich arbeite, wollte fragen ob einer der Foristen vielleicht eine Idee hat oder vielleicht sogar Erfahrung. Ich erstelle derzeit Schablonen für die Qualitätsabteilung....z.B. hat man einen Kratzer am Bauteil, die Schablone dient dazu da um abzuwägen, ob es noch i.O ist oder n.i.O-Teil ist!! jedoch habe ich die Herausforderung ein Dokument aufzustellen, in der sowohl die Kratzerlänge als auch die Kratzerdicke und die Anzahl der Kratzer zu beurteilen. z.B. Bezüglich der Anzahl der Kratzer auf dem Teil....es könnten 3 Kratzer über die ganze Bauteilfläche erlaubt sein, jedoch wären drei Kratzer in einer kleinen Fläche nicht mehr i.O....daher sehe ich derzeit keinen anderen Weg außer, drei verschiedene Schablonen nur für den Oberflächenfehler Kratzer (Länge, Dicke, Anzahl der Kratzer auf einer best. Fläche) zu erstellen!! dies würde sich bei den weiteren Fehlern wie z.B. Schabstellen, Blasen, Schlieren etc. so einige Schablonen ergeben und das nur für das Bauteil! Habt ihr da vielleicht Ideen womit ich dies vorbeugen kann?! Ich habe auch gehört, es gäbe fertige Schablonen zu kaufen, wurde jedoch nicht fündig!:-(

      Ich danke euch für eure Unterstützung!!

      viele Grüße
      Hüseyin
    • Wieso sind 3 Kratzer auf euren Artikeln i.O. aber 4 nicht?
      Es sollte ein Muster geben das einen gut Artikel darstellt und du kannst Ausdrucke erstellen die mit Fotos verschiedene Fehler auffuehren und dort zeigen was als Ausschuss zaehlt.

      Wenn ich dich richtig verstehe sprichst du aber davon einfach Kunststoffplatten zu nutzen die jeweils den Fehler zeigen und nicht euren Artikel. Das macht fuer mich ueberhaupt keinen Sinn, wieso benutzt man als Beispiel nicht den vorhandenen Artikel? Selbst Kratzer haben die doch ein total unterschiedliches Erscheinungsbild je nach Oberflaeche, Material, Farbe und Geometrie.


      Hüseyin schrieb:

      jedoch habe ich die Herausforderung ein Dokument aufzustellen, in der sowohl die Kratzerlänge als auch die Kratzerdicke und die Anzahl der Kratzer zu beurteilen.
      Was ist das denn fuer ein Bloedsinn? Nicht nur ist es eine Herausforderung fuer dich so etwas zu erstellen, aber wie soll das denn jemals angewendet werden? Muss demnaechst jeder Kratzer in eurer QS vermessen werden? Waere es nicht das einfachste auf der Welt dafuer zu sorgen Kratzer zu vermeiden und den Artikel als schlecht zu bewerten sobald er einen Kratzer hat?
    • Mrs. Mirage,

      fangen Sie doch bitte zunächsteinmal mit einem Hallo an, so gehört sich das bei uns hier!! Positiv denken und positiv anfangen;-)

      In Punkto Schabloneneinsatz und Blödsinn in der Kunststoffindustrie....behaupten Sie bitte nicht, dass der Schabloneneinsatz blödsinnig ist und tun Sie bitte auch nicht so als hätte es nirgends Einsatz in der Kunststoffbranche!! hören Sie das zu ersten Mal? das ist eine ernsthafte Frage!! es hat sich anscheinend bewährt...Tausende Unternehmen arbeiten heutzutage mit solchen Schablonen und ich denke nicht, dass es so ein Blödsinn sein kann!! Oder wollen Sie behaupten, die Kunststoffexperten die die Schablonen im Einsatz haben wären blöd?! Der Schablonenverkauf ist mittlerweile ein Markt für sich!!
      Wenn Sie mir wirklich helfen möchten, dann halten Sie sich bitte fern von solchen Äußerungen wie "Blödsinn" etc...das kann ich wirklich nicht gebrauchen!! Wenn Sie keinen Schabloneneinsatz kennen, dann lassen Sie es bitte sein, niemand zwingt Sie dazu hier zu kommentieren!!

      Und jetzt kommen wir mal zu den von Ihnen für mich interessanten Punkten:

      - ein klares Ja, 4 Kratzer sind für uns K.O. Kriterium vom Kunden vorgegeben und 3 sind i.O!
      - Nein, bei Vorhandensein einer Schablone muss in der QS der Kratzer nicht mehr vermessen werden, sondern lediglich verglichen werden (Schablone neben das Teil halten und visuell vergleichen)
      - und auch auf die Frage, ob wir nicht Kratzerfrei produzieren können und es das einfachste auf der Welt sei...ein klares Nein, so einfach lässt sich das nicht mit Altwerkzeugen realisieren...der Kunde weiss es, daher lässt er Kratzer zu!!
      Wieso soll ich leichte Kratzer als Ausschuss deklarieren wenn der Kunde leichte Kratzer noch als i.O ansieht?!
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    • Da es hier nur um eine visuelle OberflächenPrüfung geht, wird dieses meistens nicht mit Schablonen sondern mit Prüfanweisungen, welche Bilder/Fotos und dazugehörigen Texterklärungen beinhalten, durchgeführt. Die Formblätter dafür sollten bei Euch auch Bestandteil des QMH sein. Mir sind Schablonen für Oberflächenprüfungen nicht bekannt.
    • Wir arbeiten bei einigen Anwendungen und Prüfungen auch mit Schablonen. Nun haben wir es in der Qualitätskontrolle etwas einfacher. Wir sammeln einfach einige Produkte (Granulatmuster) bei denen sich gezeigt hat, dass die visuelle Beurteilung schwierig wird, nach dem schon oben genannten Muster: gut, noch gut, grenzwertig und nicht in Ordnung. Dann stellen wir daraus entsprechende Probekörper, Folien oder Garvey-Extrudate her, die die entsprechenden Fehlergrenzen entsprechend aufzeigen. Diese können dann als Ansichtsmuster auf Rahmen gespannt, auf Pappen geklebt oder als Probekörper mit den entsprechenden Fehlstellen in Ordnern oder sonst wie abgelegt werden. In entsprechenden produktbezogenen Arbeitsanweisungen wir dann für die Prüfungen z.B. vorgeschrieben, wie der Vergleich statt zu finden hat: sei es nun rein visuell, oder - z.B. bei Farben - anhand von digital hinterlegten Messwerten, oder gelegentlich auch unter Auszählung mit Zuhilfenahme von definierten Schmutzpunktschablonen. Und so weiter. Dazu kommt dann die Festlegung gewisser Grenzwerte, die man bei messbaren Fehlern in Zahlen ausdrücken kann, ansonsten müssen die Grenzen beschrieben werden (z.B. in Prüf- und Arbeitsanweisungen).
      Wichtig scheint hier eine gewisse "Sammelwut" von Schlecht- bis Gutteilen angebracht zu sein, die dann entsprechend klassifiziert werden. Danach kommt es dann zur entscheidenden Ausstellung. Das kann natürlich an der entsprechenden Maschine sein oder auch in der Qualitätskontrolle oder auch beides.
      Klar könnte man die Fehler auch gut fotografieren. Da dann bei der Beurteilung aber wiederum beim Urmuster die 3D-Darstellung fehlt, kann das zu Fehlinterpretationen führen (Idee: 3D-Fotografie und 3D-Darstellung mit 3D-Brille.) Müsste man mal testen - ernst gemeint!

      Also Schablonen, im Sinne von Urmustern, für die Qualitätskontrolle zur visuellen, haptischen und auch digitalen Überprüfung, sind durchaus nicht unüblich! Selbst Messcomputer für die Fertigteilprüfung zur Vermessung von Fertigteilen mit Bohrungen und anderen maßlichen Festlegungen finden häufig Anwendung. Und auch die arbeiten letzten Endes mit digitalen Schablonen.

      Oft müssen für solche Beurteilungen auch das "Vieraugenprinzip" angewendet werden, da visuelle Beurteilungen oft auch von der Tagesform und dem psychischen Zustand einzelner Personen (auch Tag- und Nachtschicht und Gesundheit) abhängig sind. Und eine einheitliche Beleuchtung (Lichtkasten) ist ebenfalls sehr wichtig.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von petersj ()

    • Vielen lieben Dank Petersj,

      Ihr Beitrag ist sehr hilfreich!! Ich wurde auch fündig, und zwar heissen diese Schablonen "Dirt estimation chart"
      und können auch neben der Verschmutzung auch für andere Fehlermerkmale eingesetzt werden(nach Absprache mit dem Kunden)!!
      Man redet dabei um sogenannte TAPPIs, die für die Fläche steht!!
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    • Alles was hilft, die Qualität eines Artikels festzustellen und zu gewährleisten, darf eingesetzt werden, ob nun Farbmuster, Kratzmuster, Grenzmuster, Schablone.
      Das jetzt eine "Tappi-Karte" eine Schablone ist, ok. War mir so nicht bewußt, spielt aber auch keine Rolle :)

      Und: es gibt durchaus Artikel, wo nach Absprache mit den Kunden, eine festgelegte Anzahl von verschieden großen/langen Kratzern, Partikeln, ect. auf einem Teil oder bestimmten Fläche des Teils vorhanden sein dürfen, bevor es n.i.O. ist


      Hier ist mal so ein Ding!
      Bild kann man leider nicht vergrößern, Sorry!

    • Wir haben uns auch schon verschiedene Schablonen machen lassen. Da die normalen Drucker (Laser- wie auch Tintenstrahl-) meistens nicht die erforderliche Genauigkeit liefern, haben wir diese bei POG (Präzisions Optik Gera) anfertigen lassen. Außerdem brauchen wir immer mindestens 10 dieser Dinger für alle Produktionsstandorte. Das Herstellen der "Druckschablone" lag moistens dann bei 700 -1000 € und pro Druck auf Glas + Schutzglas + Schutzrahmen hatten wir dann 100-200€. Also eine recht preisintensive Geschichte. Aber guuuut.
    • Hallo zusammen,

      meiner Meinung nach ist eine visuelle Prüfung durch den Faktor "Mensch" immer relativ kritisch. Wenn es um die Anzahl der Kratzer geht, vielleicht noch nicht. Aber wenn es um Länge/Breite/Tiefe etc. geht, werden vermutlich bei "Messungen" mit unterschiedlichen Personen unterschiedliche Ergebnisse vorkommen, da solch eine Kontrolle (selbst mit Anweisung/Schablone etc. immer einen subjektiven Aspekt beeinhaltet). Der Mensch ist und bleibt leider der größte Störfaktor. Trotzdem will ich hiermit nicht sagen, dass eine Überprüfung mit Schablonen unsinnig ist. Wie viele schon erwähnt haben, finden diese ja genug Anwendung. Kommt eben auf die Qualitätskriterien an.

      Wir überprüfen i.d.R sämtliche QS Kriterien (nicht nur speziell im Kunststoffbereich) mit Kameras bzw. Vision Sensoren. Diese arbeiten mit einem Referenzbild (Masterbild) und vorgegeben erlaubten Grenzwerten bzw. Abweichungen.
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    • Wenn das technisch möglich ist, ist das ja sehr schön.
      Wenn man aber metamere Farbeinstellungen per Messcomputer beurteilen lassen will, gerät das System schnell an seine Grenzen. Hier muss der Mensch beurteilen, ob das Farbziel erreicht oder verfehlt wurde. Und der Mensch kann hierbei keine Zahlenwerte festlegen sondern nur visuell beurteilen.
    • Deshalb habe ich ja auch oben geschrieben, dass es auf die jeweiligen Qualitätskriterien ankommt.
      Natürlich ist auch mit diesen Systemen nicht jede Kontrolle umsetzbar oder sinnvoll. Meine Aussage bezog sich aber in erster Linie auf die Auswertung der Kratzer (Problembeschreibung des Verfassers), welche sich mit solch einem System durchaus umsetzen lassen würde.
      Ist natürlich auch immer eine Kosten-/Leistungsfrage, ob solch ein System für die eigenen Qualitätsansprüche bzw. für die Kundenvorgaben sinnig ist oder nicht.
    • Jede Prüfung kostet Geld ist nur nötig, weil im Herstellungsprozess ein Fehlerbild am Produkt entsteht!
      ProduktQualität ist somit eine Folge des Herstellungsprozesses(!!), darum wäre der richtige Ansatz nicht die Suche nach einer Prüf-/Kontroll-Lösung des Produktes, sondern die Qualitätsverbesserung des Herstellungsprozesses, damit der Fehler garnicht erst entsteht!!

      MfG
      HHB
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    • Natürlich sollte der Lösungsansatz dann auf der Verbesserung des Herstellungsprozesses bzw. der Findung der Ursache liegen.
      Eine Qualitätskontrolle ist trotz alledem unerlässlich. In welchem Maße und mit welcher Herangehensweise die Qualitätskontrolle erfolgt, muss natürlich jede Firma selbst wissen.

      Aber die Diskussion, was & wie eine Q-Kontrolle sinnvoll ist, weicht auch langsam etwas vom Thema des Verfassers ab.
    • Hallo zusammen,

      vielen lieben Dank für eure Anregungen!! Ich habe endlich eine passende Schablone gefunden die unseren Vorstellungen entsprechen. Die Prüfung funktioniert hervorragend.
      Hier mal das Bild der Schablone für das wir uns entschieden haben:
      Dateien
      • Schablone (1).pdf

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