Grilamid TR90 UV schwarze Punkte Glasklarer Artikel

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Grilamid TR90 UV schwarze Punkte Glasklarer Artikel

      Guten Tag
      Ich weiß das dieses Thema schon Öfters hier Erörtert wurden leider habe ich aber zu den Thema Grilamid TR90 UV ( PA ) nichts gefunden.

      Information:
      Maschine 80t
      Werkzeug ist eine Backenform
      mit Filmanguss
      Werkzeugtemperatur liegt bei 80°C
      Materialtemperatur von 270°C 305°C 295°C 250°C in den jeweiligen Heizzonen
      Staudruck: 40bar ist bei dieses Maschine max.
      Schnecke ( nicht beschichtet) 40 Durchmesser Hub 160mm
      Schneckenvolumen:
      Artikelgewicht: 33Gramm
      Zykluszeit: 78sec.
      Mischdüse wurde getestet aber hat nichts gebracht ( X-Form )

      Wir haben beim Anfahren des Artikels viele schwarze Punkte die aber nach ca. 30min erheblich zurück gehen leider aber nie ganz die Punkte sind ca. 1-1,5mm groß im Durchmesser. Fremdmaterial ist Ausgeschlossen ( nur Neu Ware)
      Dazu kommt das wir sehr oft Polieren müssen es wurde hier ein Intervall von 3h festgelegt leider haben wir dadurch auch ein erhöhten Ausschuss. Die Probleme sind erst Aufgetaucht seit dem wir von Grilamid TR90 auf Grilamid TR90 UV umsteigen mussten. ( Die Konturkerne sind TIN-Beschichtet ) Hier bekommen wir Ablagerungen auf den Kernen ( vermutlich durch den UV-Schutz )

      Da wir in diesem Fall ein wenig verzweifelt sind wurde das Werkzeug auch schon auf eine kleinere Maschine getestet, da war am Anfang alles gut fast keine Punkte im Artikel aber dies hielt leider auch nur eine Woche danach sind wieder schwarze Punkte aufgetaucht.


      mit freundlichen Grüßen
    • Hey Ditsch,

      Die Vermutung von 1u21 hoeren sich logisch an, die ueberhoehten Temperaturen+Verweilzeit (Wie lange ist denn eigentlich die Verweilzeit in der Schnecke?) sind dafuer verantwortlich.
      Was mir seltsam vorkommt ist das der Artikel 1 Woche lang ohne Probleme auf einer anderen Maschine gelaufen ist, entweder wurde dort auch etwas am Prozess geaendert oder es gibt Ablagerungen in der Schnecke die sich Langsam aufbauen. Du hast noch nichts davon geschrieben das ihr mal die Schnecke gezogen habt.

      Als erstes wuerde ich die Schnecke ziehen und alles gruendlich reinigen und dann die Temperaturen absenken wenn das moeglich ist.

      Natuerlich ist aber auch zu beachten wie mit dem Material vor der verarbeitung und beim dosieren umgegangen wird.
      Was fuer ein Trockner wird verwendet, ist dieser geeignet um PA zu trocknen? Wird die Trocknungszeit und Temperatur eingehalten? Wird sehr schnell dosiert, kann man die Geschwindigkeit runter stellen? Wird ein sehr hoher Staudruck verwendet?
    •      
    • Guten Morgen

      vielen dank für die Antworten

      Das mit den Trockner können wir schon ausschließen da wir hier ein Vertreter in den letzten Tag im Haus hatten. Trocknungszeit ist überwacht
      Einspritzzeit: 14sec.
      Die Dosierzeit liegt bei 21sec.
      Staudruck: 40bar das ist bei der Engel 80t max. laut Display da ist wahrscheinlich ein Umrechnungsfaktor für nötig

      Wir haben auch die Schnecke gezogen und komplett sauber gemacht und es hat nicht lange gedauert und das Problem war wieder da. Das hört sich natürlich jetzt so an das es an der Schnecke liegt aber dieses Problem haben wir erst seit dem wir auf UV-Schutz umsteigen mussten das Werkzeug hat schon um 300000 Schuss hinter sich und da war alles super.
      Die Frage die wir uns stellen die aber leider keiner beantworten konnte hat sich irgendwo ein Fehler im Ablauf eingeschlichen oder liegt das am UV- Schutz und wenn ja was kann man da gegen machen.
      Werden bei euch in den Firmen bei so ein Material Grilamid TR90 UV Schnecken verwendet mit Beschichtung da ja so ein Material auch für Brillengestelle usw. eingesetzt wird und da kann man ja auch keine schwarzen Punkte gebrauchen.
    • Fangen wir doch mal mit der Verweilzeit an.
      Das zu dosierende Volumen ist so gering, dass du nur bei ca. 0,7D bist. Gehen wir von einer Länge von 10D aus, wo der Kunststoff flüssig ist, ergibt sich eine Verweilzeit von mindestens 1110 Sekunden oder 18,5 Minuten. Da nach Datenblatt die max. Verarbeitungstemperatur des PA mit UV-Schutz 10°C niedriger ist, halbiert sich die Verweildauer und dann fängt das Material oder die UV-Additive an sich zu zersetzen. Das macht sich durch die schwarzen Punkte und Ablagerungen am Kern bemerkbar.
      Was genau spricht nun dagegen die einfachste Möglichkeit zu testen, indem die Temperatur auf 270°C limitiert wird?
    • Wenn ich das alles richtig verstehe, sind die schwarzen Pukte/Partikel eine logische Folge des (schlechten) Prozesses, da stimme ich @1u21 zu! Es wurden für den (guten) Spritzgussprozess elementar notwendige Richtlinien nicht eingehalten!

      Beginnen wir mit dem Stadruck: Wenn die genannten 40 bar das max. der Maschine ist, ist das der hydraulische Druck, ergo sind es bei Standart-Spritze (Flächenverhältnis 1:10) 400 bar im Schneckenvorraum wirkender Druck - sind bei dem Schneckendurchmesser immerhin 5 to (!!) Gegenkraft, gegen die der Kunststoff plastifiziert wird .... der Wahnsinn!!!! - falls die genannten Angaben von @Ditsch stimmen(?).

      Dosiervolumen: Dosierweg 0,7D ist auch ein elementarer Fehler! :thumbdown:

      Die schwarzen Partikel sind Ergebnis schlechter Entgasung beim Plastifizieren - notwendig für die Entgasung ist, dass das Granulat erst in der Kompressionszone der Schnecke in den Schmelzezustand übergeht!
    •      
    • nochmal vielen dank für die Antworten

      Wir haben uns entschieden eine Passende Schnecke mit Zylinder zukaufen
      Daten:

      30 Durchmesser
      Hubvolumen 113cm3

      ja ich weiß das das noch ein wenig zu groß ist für das Verhältnis aber wir werden in naher Zukunft auch die Kavität auf 2 erhöhen dann haben wir mit Anguss ein Spritzgewicht von ca. 78g

      Das mit dem Druck kann ich mir nicht vorstellen da wir ja auch mit einer etwas kleineren Maschine ( Battenfeld ) das getestet haben und da war der Druck mit 220 max. da ging auch das Werkzeug mit auf.

      ich hoffe nur das das mit der neuen Schnecke passt wir werden auch am Wochenende eine Sonderschicht machen um das alles zu testen da die Schnecke und der Zylinder heute schon eintreffen

      Und mit den Temperaturen werden wir dann auch aufpassen!!!!
    • Der Druck ist auch relevant und anhand der schwarzen Punkte, kann die Entlüftung beurteilt werden.
      Bei einem zu hohen Staudruck löst sich die eingezogene Luft im Kunststoff, sowie alle anderen Gase, die bei einer zu hohen Temperatur entstehen. Gewollt ist dies beim Spritzen von Schaumstrukturen oder bewussten Fehlstellen, aber nicht beim regulären Spritzguss.
      Schleif doch einfach mal einen großen schwarzen Punkt auf. Wenn der hohl ist, wurden viele Gase eingeschlossen und haben sich beim Füllen ausdehnen können.
    • Ditsch schrieb:



      Das mit dem Druck kann ich mir nicht vorstellen da wir ja auch mit einer etwas kleineren Maschine ( Battenfeld ) das getestet haben und da war der Druck mit 220 max. da ging auch das Werkzeug mit auf.
      Dann ist die Battenfeld auf *Spezifischen Druck* eingestellt und die ENGEL auf *Hydraulischen Druck* ... Stell die ENGEL auf *Spezifischen Druck* ein und dann passt es :thumbsup:
    •      
    • Hallo Ditsch,

      habe mal gerade ein klein wenig Zeit investiert
      und tada :)


      Material / / Einzug Temp / Masse Temp. / Werkzeug Temp
      Grilamid TR 90/
      TR 90 LS/TR 90 UV / 60 / 260–280 / 60–80

      Weiter setze ich Dir mal den Link hier rein...

      emsgrivory.com/fileadmin/ems-g…es/4007_de_GrilamidTR.pdf

      Da sind noch weitere Tipps eventuell für euch, gibt schon viel her das dinge.
      ;)

      Gruß

      The Problem Solver
    • Guten Morgen

      vorab nochmals vielen Dank für die Antworten

      So die neue Schnecke ist letzte Woche Freitag eingebaut worden und haben dann im gleichen Zug die Parameter anpassen können sowie Schneckentemperatur
      die liegt jetzt zwischen 260-270°C
      Das war auch am Anfang alles super bis heute früh, die Maschine lief ca. 5 Tage 24h und plötzlich kamen die schwarzen Punkte wieder mussten zwar immer zwischen durch so ca. alle 5h die Maschine für 2min anhalten um zu polieren.

      Wir haben auch die Parameter mit den Angaben von dem Hersteller verglichen wie Oben im Link angegeben, da gabt es kaum Abweichungen zu. Aber Leider kein Erfolg

      MUSS UNBEGINGT BEI SO EINEM MATERIAL DIE SCHNECKE UND ZYLINDER BESCHICHTET SEIN ?
    • EMS sagt nichts davon das die Schnecke beschichtet sein muss in dem Datenblatt. Aber diese Frage stellst du am besten direkt an den Material Hersteller die haben ja wahrscheinlich die meisste Erfahrung mit ihrem Material.

      Habt ihr mal die Verweilzeit des Materials in der neuen Schnecke berechnet? Wie lange ist die?

      Was ist eigentlich aus dem Staudruck geworden? Du sagtest ihr haettet mit 40 Bar das maximum eingestellt, das ist natuerlich viel viel zu hoch, wieso ist dieser Wert so eingestellt? Wurde es mittlerweile geaendert?
    •      
    • Zum Ersten sollte die Verweilzeit vielleicht nicht nur berechnet sondern auch mal durch einen Versuch ermittelt werden. Da können deutliche Unterschiede auftreten (Theorie und Praxis).
      Zum Zweiten sind 40bar Staudruck (Maximum) sicherlich der hydraulische Druck. und dann seid ihr spezifisch bei sicherlich ~300bar. Das muss deutlich reduziert werden. Bei 10 bar werdet ich vermutlich spezifisch bei 150bar liegen - und das ist auch noch sehr viel!

      Und letzten Endes stellt sich die Frage: Treten die Vercrackungen bereits in der Schnecke auf oder erst im HK? Mir kommt das alles ein wenig komisch vor. Fahrt ihr die 5 Tage wirklich durch? Oder steht die Maschine zwischendurch mal 1-2 Stunden und wird nicht runtergeheizt?
    • kein HK im Werkzeug

      ja wir fahren was Werkzeug 5tage a 24h durch am besten ist es sogar gar 10-14 tage a 24h , klar wir auch mal die Maschine abgestellt aber nur für wenige Minuten zum Polieren weil Ablagerungen auf der Fläche sind.

      Die Zeit des Materials in der Schnecke ist vom Einzug bis zur Düsen Spritze 189sec.

      Wir überarbeiten gerade das Werkzeug auf 2 Kavitäten werden mich dann nochmal melden wie das dann aussieht

      Das mit den Druck können wir nicht ändern weil wir dann den Artikel nicht füllen können, auch das verlegen des Anguss ist nicht möglich da sonst ein Frei Strahl entsteht.
    •      
    • Dass das Werkzeug nicht voll wird, wenn der Staudruck niedriger eingestellt wird ist mir eigentlich schleierhaft. Vielleicht sollte man danach ggf. die Dosierung minimal erhöhen.
      Wie dem auch sei: Die Werkzeugfüllung ist beim Einspritzen aber nicht vom Staudruck abhängig, den der hat beim Einspritzen keine Funktion. Ich vermute schon fast, dass die/der Angussverteiler vom Querschnitt her ein wenig zu klein ist. Der Anschnitt könnte ja an der gleichen Stelle bleiben, nur der Querschnitt muss evtl. vergrößert werden.
    •      
    • Ditsch schrieb:

      Das mit den Druck können wir nicht ändern weil wir dann den Artikel nicht füllen können, auch das verlegen des Anguss ist nicht möglich da sonst ein Frei Strahl entsteht.
      Dann wird's wohl so sein, dass ihr den Kunststoff überwiegend mit der Scherung des zu hohen Staudrucks in die Schmelze bringt - was falsch ist und große Energievergeudung zur Folge hat :thumbdown: :!:


      Ergo: Staudruck runter Zylinderheizung hoch :thumbsup: