Verweildauer von Polycarbonat in der Schnecke

    • Verweildauer von Polycarbonat in der Schnecke

      Hallo,

      gibt es Grenzwerte für die Verweildauer von schwarzem Polycarbonat in der Schnecke die auf Betriebstemperatur aufgeheizt ist? Wir verwenden das Material zum Herstellen von Trägerteilen, hier sollten sich die mechanischen Eigenschaften vom Polycarbonat nicht negativ verändern, weil sonst die Gefahr bestehen würde dass der Träger brechen könnte.
      Würde mich freuen, wenn hier jemand Auskunft geben könnte.


      mit freundlichen Grüßen

      Herbe
    • Im Grunde hängt die maximal mögliche Verweildauer einer Schmelze im Zylinder von den Verarbeitungsparametern insgesamt ab. Also von der Massetemperatur, der Scherung beim Dosieren usw. und natürlich auch vom Produkt.
      Man kann aber auch sagen, dass die Verweilzeit nicht länger sein darf, als bis sich die Materialeigenschaften nachteilig auf das fertige Produkt auswirken (z.B. Farbe und /oder Mechanik). Das muss vom Anwender unbedingt selbst entsprechend geprüft werden.
      Wir als Hersteller stellen unsere Prüfkörper mit einer Verweilzeit von ca. 10 Minuten her. Und das ist in der Regel auch die maximale Empfehlung an die Kunden.

      Achtung: Die Verweilzeit ist nicht die Zykluszeit allein, sondern ein Vielfaches der Zykluszeit. Bei der Berechnung der Verweilzeit muss auch ein evtl. vorhandener HK berücksichtigt werden!
    • Hallo,

      Danke für die schnelle Rückmeldung. Wir werden Morgen die Verweildauer anhand des Volumens der Schnecke, des Heißkanals und des Schußgewichts der Teile ermitteln.
      Sollte es über den empfohlenen 10 min. liegen melde ich mich dazu nochmal.
    •      
    • Eine ganze Arbeitswoche ist bei dieser Temperatur schon ein sehr langer Zeitraum. Laut der Arrheniusgleich gilt faustformelmäßig: 10° Temperaturerhöhung verdoppeln die Reaktionsgeschwindigkeit. Da die Differenz 100° beträgt, also 10 x 10° kann man abschätzen, dass die oxidative Alterung 2^10 mal, also 1024 mal schneller abläuft. Das kann schon kritisch werden für das Material, da das umgerechnet der Alterung in 14 Jahren entspricht. Wohlgemerkt ist dies aber nur eine Abschätzung.

      Gruß
    •      
    • Moderne Trockner haben heutzutage doch alle eine sogenannte "Schonung"; d.h. nach der vorgegebenen 1. Trockungsdauer wird verbrauchsabhängig getrocknet und bei "Null"-Verbrauch entsprechend die Temperatur und der Luftmengendurchsatz abgesenkt. Daduch ist eine ungewollte Übertrockung eigentlich nicht mehr möglich. Vorausetzung ist allerdings, daß man a) so einen Trockner hat und b) ihn dann auch richtig programmiert. Zur weiteren Materialschonung von PC wird oft auch nur die Temperatur von Zylinder und HK entsprechend abgesenkt, um thermische Schädigung bei nicht Betrieb zu vermeiden.
    • Danke für die ganzen Rückmeldungen, die Informationen haben uns sehr geholfen.
      Unser Trockner ist leider älterer Bauart und hat die Technik der Mengenabhängigen Trocknung nicht. Wir werden aber das Füllniveau im Polycarbonat Trocknersilo deutlich reduziern um eine Übertockung zu verhindern.
      Das Absenken der Schnecken und HK Temperatur bei Maschinenstillständen wenden wir an.
    •      
    • Hallo Herbe,

      willkommen auf der Seite.
      Zu Deiner Frage hast Du hier ja schon eine ganze Menge an Antworten bekommen.

      - Verweilzeit ( beinhaltet Material Aggragat + HK + Durchsatzmenge )
      - Durchsatzmenge ( beeinflusst Trocknungszeit, hier ist, wenn vorhanden, das Trichtervolumen auf der Spritguss Maschine auch zu beachten, bzw. davor)
      - Trockner auf dem heutigen Stand der Technik, können hier schon sehr behilflich sein, wie oben genannt, jedoch der Durchsatz ist immer noch ein wichtiger Faktor)
      - Übertrocknung ist auch möglich ( zu kleiner Durchsatz - zu großes Volumen )

      Dies gibt es natürlich auch in anderer Richtung.

      Gruß

      The Problem Solver