Kaskadenfüllung

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    • Kaskadenfüllung

      Hallo Jungs,

      Ich bin neu hier im Forum. Und wollte erst mal "hallo" sagen :p

      Zu meiner Frage.
      Wir haben zur Zeit mehrere neue Formen mit Kaskaden.
      Nun wollte ich fragen wie die Füllung diesbezüglich abläuft.
      Muss ich die Flueßfront überströmen bevor ich eine weitere Kaskade zu schalte, oder muss diese genau da öffnen wo die nächste Düse beginnt???

      Gruß
    • Hi,

      wundert mich das hierzu keine Antwort kommt, das Verfahren ist ja eigentlich recht simple.

      Erstmal, es kommt natuerlich darauf an wie genau die Geometrie deines Artikels aussieht, es kann in Einzelfaellen sein das du das Verfahren anpassen musst.

      Normalerweise sollte es so sein das die Schmelze bereits einige mm ueber den ASP gegangen ist und dieser dann erst geoeffnet wird.

      Wenn das Werkzeug zum ersten mal angefahren wird sollte man erst einmal ohne Kaskadenfunktion spritzen um zu sehen das die Fuellungen der einzelnen Duesen i.O. ist.
      Falls die Moeglichkeit besteht ins offene Werkzeug zu spritzen macht dies und oeffnet immer nur 1 Nadel, so kontrolliert ihr ob die Nadeln richtig angesteuert werden, ich habe oft genug erlebt das Stundenlang nach einem Fehler gesucht wurde und z.B. einfach Nadel 2 mit Nadel 3 getauscht war. Denn je nach Artikel muss dies nicht unbedingt offensichtlich sein.

      Wenn ihr anfangt die Zeiten der Nadeln zu ermitteln oeffnet ihr erstmal nur Nadel 1 und lasst die anderen geschlossen, stellt den Nachdruck auf 0 Bar und spritzt ueber Zeit ein, macht 2-3 Schuss und aendert dann die Einspritzzeit bis ihr seht das der Kunststoff ein paar mm ueber dem ASP von Nadel 2 geht, so koennt ihr ermitteln wann die 2. Nadel geoeffnet werden muss, so verfahrt ihr weiter bis alle Nadel Zeiten ermittelt sind.

      Ihr koennt dann anfangen die Parameter zu optimieren, wichtig ist das ihr bedenkt das Aenderungen am Nachdruck, Dosiergeschw., Einspritzgeschw. usw. eure Fuellung veraendert, ihr muesst dann die Nadel Zeiten also erneut bestimmen wenn ihr mit dem Parametern zufrieden seid. Selbst wenn ihr nichts aendert, sollte wenn das Werkzeug 1-2 Stunden gelaufen ist die Zeiten noch einmal ueberprueft werden da durch aufheizen des Werkzeuges, sich die fuellung noch einmal aendert.

      Ich bin hier davon ausgegangen das es im Werkzeug keine zusaetzlichen Druck oder Temperature Sensoren von Kistler oder Priamus gibt.
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    • Erstmal danke hierfür.
      Wenn man noch nie mit Kaskaden zu tun hatte kann man es ja auch nicht wissen.

      Wir spritzen zur Zeit Abdeckungen aus PA
      Und haben da einige Probleme mit den Kaskaden.

      Zunächst einmal haben wir direkt an der Düse( Nadel) immer schlieren! Könnte meiner Meinung nach Luft sein.

      Nur kommen diese Fehler alle 20 Schuss mal.

      Hat da jemand Abhilfe?
    • Sowas ist per Ferndiagnose extrem schwer zu beurteilen, du solltest auf jeden Fall mal ein Bild reinstellen auf dem man die Schlieren gut sieht und dann mal beschreiben was schon unternommen wurde von eurer Seite aus.

      Wenn es wirklich Luftschlieren sind sollte das Problem einfach zu loesen sein. Bei Anspritzpunkt nahen Luftschlieren handelt es sich in der Regel um Luft die nach dem dosieren gezogen wurde. Folgendes wuerde man tun um dies abzustellen:
      - Schneckenrueckszuggeschw. reduzieren
      - Schneckenrueckzugweg reduzieren
      - Da ihr PA verwendet braucht man natuerlich einen gewissen Schneckenrueckzug, wenn dieser nicht reduziert werden kann muss eine Verschlussduese verwendet werden.

      Was ich auch noch probieren wuerde ich deinem Fall waere Schneckendrehzahl aendern (reduzieren), Einspritzgeschw. aendern (reduzieren), Staudruck aendern (erhoehen).

      Diese Tipps sind aber wirklich ein Schuss ins Blaue weil ich mich nur auf deine Aussage verlasse das es sich um Luftschlieren handelt.

      Um wirklich Sinnvolle Tipps zu geben hier solltest du folgende Infos bereitstellen:
      - Fotos vom Artikel auf dem man die Schlieren sieht
      - Maschienenparamater inklusive Werkzeug und Heisskanaltemp.
      - Verschlussduese am Aggregat, ja/nein?
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    • Entweder koenntest du die Fotos verkleinern z.B. mit irfanview (Freeware) oder auf einem Imagehoster hochladen z.B. Imgur.com.

      Ich fuer meinen Teil wuesste nicht welche anderen Tipps ich geben kann ohne das du ein paar mehr Informationen bereitstellst (in meinem vorherigen Post habe ich 3 Punkte aufgefuehert die zur Fehlersuche helfen wuerden).


      Deko schrieb:

      Wie gesagt direkt am ASP der Kaskaden weiße Flecken bzw. schlieren.
      Nach dieser Beschreibung koennten dies aber auch Feuchtigkeitsschlieren, Farbschlieren oder Glasfaserschlieren sein.

      Und alle diese Schlieren haben sehr unterschiedliche Gruende und natuerlich auch unterschliedliche Loesungen.
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    • @Mrs.Mirage

      Das ist mal wieder ein typisches Beispiel von Abteilung A will ein paar € sparen, damit sie gut aussieht und Abteilung B muss das ersparte Geld zigfach hinten wieder ausgeben. Kostenreduktion ist richtig, aber bitte an der richtigen Stelle.
      Die Entscheidung funktioniert in der Theorie, wenn man Kunststoffe als ideales Material annimmt und Fertigungstoleranzen exakt 0 sind.

      @Deko

      Wie schwer wiegt das Problem und wie alt ist das Werkzeug? Um das zu mildern(nicht beheben!) gibt es ein paar Möglichkeiten. Angefangen von Anpassung der Radien der Kaltkanäle oder der Temperierung.
      Beheben lässt sich das Problem effektiv nur über einen großen Umbau, wo ein Vollheißkanal mit einzeln ansteuerbaren Nadeln und Sensorik drin ist.
    • @Deko, berechne mal das Volumen des Kaltkanals, somit weisst Du, wieviel Luft die Fließfront des Kunststoffes vor sich hertreibt und dann schließlich in die Kavität drückt. Dieses lässt sich nicht wiederholgenau reproduzieren, da die Strecke zwischen Fließfront und Schneckenspitze mit der Viskosität schwankt ...... darauf bezog sich @1u21 mit der Aussage *... wo ein Vollheißkanal mit einzeln ansteuerbaren Nadeln und Sensorik drin ist.*

      Muss leider sagen, dass beim Kaskadenspritzen sehr oft "heiß auf kalt" angespritzt wird, besonders bei Sichttteilen :thumbdown: Dieses ist darin begründet, dass das "direkte heiss anspritzen" thermisch beherrscht werden muss, was zu oft nicht der Fall ist, mit der Folge, dass an den Anspritzungen Oberflächenprobleme wie Glanz, Schatten, Schublinien usw. entstehen.

      Erfolgreiches Arbeiten mit Heisskanaltechnik bedingt natürlich auch, dass an den Anlagen ausreichend Kompetenz und speziell auf diese Technik geschultes Personal vorhanden ist .... womit wir beim extremsten Teufelskreis der Branche angekommen sind:


      *Hochgerüstete Technik trifft auf tiefgerüstetes Personal* :!: :!:


      Leider sind für den Kunden die "QM-Systeme und reichlich Zertifikate" des Lieferanten wichtiger, was zur Folge hat, dass hohe Investitionen in diese Systeme fließen anstatt in Qualifikationen des Personals, welches die Qualität erzeugt ......


      :!: Das alles hat System und die (wertschöpfende) Produktion ist das größte Opfer dieses Systems :!:


      Ich weiß, ich bin vom Thema weg ...... Sorry!
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    • Deko schrieb:

      Glaube auch das du damit Recht hast, was das Volumen meines Kaltkanales betrifft. Nur wohin mit der Luft?
      Das solltest Du die Leute fragen, die das Werkzeug konstruiert haben - nimm sie in die Pflicht für die Fehlkonstruktion ..... bin gespannt wieviel Erfolg Du damit haben wirst. Wobei auch hier der Satz *den Letzten beißen die Hunde* zutrifft, und das ist nun mal die Produktion/Spritzerei!




      Im nächsten Leben werde ich Vorstand bei VW :D :D :D