Herstellung von Tonabnehmerkappen aus Kunststoff Für Gitarren und Bässe

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    • Herstellung von Tonabnehmerkappen aus Kunststoff Für Gitarren und Bässe

      Hallo zusammen,

      mein Name ist Joel und ich arbeite im Instrumentenbau. In unseren Gitarren verbauen wir zur Verstärkung Tonabnehmer. Diese Tonabnehmer haben meistens eine Abdeck-Kappe aus Kunststoff. Diese Kappen möchte ich selber herstellen. Ich habe so eine Kappe schonmal mit einem 3D-Drucker gedruckt, was jedoch nicht zufriedenstellend war.

      Im Anhang gibt es ein Bild von solchen Kappen. Das ist doch über ein Spritzgussverfahren gemacht worden oder? Ich stelle mir das so wie die Herstellung von Legosteinen vor. Gibt es erschwingliche Maschinen, wo man verschiedene "Einsätze" oder "Werkzeuge" für verschiedene Formen einlegen kann? Könnte man so eine Maschine sogar selber bauen?

      Habt ihr eine Idee zur Herstellung oder zu Maschinen, die das können? Die Maße sind ungefähr 120mm x 30mm und die Wandstärke ist zwischen 0,5mm - 1mm. Und welches Material würde sich anbieten? ABS?

      Vielen Dank schonmal für eure Hilfe und beste Grüße aus Aldenhoven
      Joel Braun
      Tonabnehmerkappen Beispiel.jpg
    • Da stellen sich ein paar Fragen zusätzlich:
      Wie viele dieser Teile brauchst du pro Tag? Ich lege mal einen 8 Stunden Produktionstag zugrunde und eine sehr sehr langsam laufende Spritzgießaschine mit einem 1-fach Werkzeug. Damit können problemlos mindestens 550Teile erreicht werden. Braucht ihr so viele Pickups pro Tag?? Von der Größe der Maschine her hat man schon eine 25 tons Maschine am laufen. Das ist also schon nichts mehr für einen Schreibtisch.
      Als Material würde übrigens auch PP in Frage kommen.
      Wenn ihr es unbedingt selbst herstellen wollt, reicht eine einfache gebrauchte Maschine alle Mal aus. Dazu gibt es dann Spritzgießwerkzeuge, bei denen die Formen wechselbar sind. Und ihr braucht noch jemanden, der diese Anlage bedienen kann. Rechnet man dann aber alles zusammen (Maschine, Spritzgießwerkzeug(e), Kühlung/Temperierung für Maschine und Werkzeug, Trockner für Kunststoff, Strom und die relativ geringen Materialmengen), werden diese Kappen deutlich zu teuer für euch. Um 1 Teil her zu stellen und ein anderes in 1 Stunde ist Spritzguss definitive nicht das richtige Verfahren. Rüstzeiten, Materialdegradation, und ggf. Farbwechsel fressen Geld.
      Wir haben hier im Forum schon diverse Anfragen dieser Art gehabt (Suchen). Bei solchen Teilen macht die Menge den günstigen Preis. Spritzgießen ist ein Urformverfahren zur Massenherstellung. Unter 1000 Teile lohnt es sich nur, wenn die Teile sehr komplex oder sehr ausgefallen von der Qualität her sein sollen. Und dieses sind 0815 Teile!
      Da kann es bald sogar günstiger warden, die Abdeckungen aus Vollmaterial auf einer kleinen CNC-Fräse zu fräsen.
    • Vielen Dank für die Antwort. Nein, es wären vielleicht 500 Teile pro jahr. Also es müsste eine kleine Maschine sein. Die 25 Tonnen sind etwas überdimensioniert :). Ich dachte es gäbe solche Maschinen im Kleinformat wie eben 3D-Drucker nur als Spritzguss.
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    • Nabend zusammen,

      ja es gibt diese kleineren Maschinen. Suche mal online nach einer Babyplast Spritzgussmaschine. Die Fixkosten für dieses Projekt würde aber den Kostenrahmen sprengen! Maschine, Werkzeug, Material ect.

      Diese Kappen kosten bestimmt in der Massenherstellung einen geringen Centbetrag. Du kannst ja auch erstmal Muster aus einem Volllmaterial fertigen lassen und schauen, ob sich Frästeile anbieten.
    • Wenn man nicht nur ein Einfach-Werkzeug nimmt sondern ein zweifach Werkzeug, liegt man für ABS schon bei bis zu 220kN Zuhaltekraft. Bei PP oder PE schon deutlich darüber. Mit einer 25 tons Maschine ist man also nicht soooo schlecht bedient. Man möchte ja auch schließlich, dass diese Kappen schön hochglänzend sind und sich nicht verziehen wie eine Achterbahn. Und das erreicht man u.a. durch entsprechende Nachdrücke und Einspritzgeschwindigkeiten. Die Kleinstmaschinen sind hier oft schon ein wenig überfordert.
      Eine entsprechende Gebrauchtmaschine ist eigentlich recht einfach und preisgünstig zu bekommen. Das Spritzgießwerkzeug dazu wird aber schon mehr als die Maschine kosten. Dazu kommt dann noch ein Temperiergerät, Kühlwasser und Aufbereitung, Strom und - tja. auch das muss her: jemand der die Maschine bedienen kann. Mit Ein- und Ausschalten alleine ist es nämlich nicht getan. Bei solchen Artikeln kommt der günstige Preis einzig und alleine über die Menge der hergestellten Teile. Also nicht hunderte sondern tausende. Die werden dann auf Halde produziert und die Maschine kann dann für den Rest des Jahres eine anderen Artikel produzieren. Vielleicht findet ihr in eurer Nähe einen Lohnspritzer, der für euch den Jahresbedarf (wenn dieses der einzige Artikel dieser Form ist) in wenigen Stunden preisgünstig spritzen kann.
      Habt ihr mehrere Formen der Tonabnehmer kann diese Spritzerei mit Sicherheit mit Formeinsätzen arbeiten. Dann braucht man nicht jedesmal ein komplettes Werkzeug.

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von petersj ()

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    • Muss meinen Vorredner auch zustimmen, mit einer Stückzahl von 500 ( lass es ruhig 1000 sein ) pro Jahr, lohnt es sich nicht eine eigene Spritzgussmaschine anzuschaffen. Der einzigste, der das gut findet ist der Verkäufer der Maschine, der einen Abschluss mehr hat. Selbst das WKZ zu bauen sprengt schon jede Kalkulation im Vergleich zum "Endpreis des Produkts".

      Zum Thema Maschine, könnte es bei diesem Spritzling entweder eine 25to oder auch eine 10to sein. Selbst 2-fach kriegt man darauf gefertigt, und ich spreche jetzt nicht von einer Babyplast, sondern von einer richtigen Industriemaschine!