Zentrale Materialversorgung

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    • Zentrale Materialversorgung

      Hallo zusammen,

      wir planen eine zentrale Materialversorgung. Hat jemand sowas? Auf was ist zu achten?
      Wir haben 28 Maschinen von 10-500to Schliesskraft und eine durchschnittliche Auftragslaufzeit von 24. Std. also wir bauen einmal in 24Std die gesamte Halle um deswegen sollte das Reinigen der Trockner und Materialfördergeräte einfach und fix gehen.

      Welche Hersteller bei denen die Kosten im Rahmen bleiben sind denn gut?
      Hat jemand eine Anlage von Wittmann im Betrieb?
      Wir wollen auch Mahlgut mit ansaugen.

      Vielleicht hat ja jemand ein Paar Tipps für mich

      Danke:)
    • Hallo,

      entscheidend bei der Auslegung einer zentralen Materialversorgung ist die Gesamtdurchsatzmenge aller Anlagen (Spritzgussmaschinen). Ausserdem ist die Durchsatzmenge pro Trockner/Material/Maschine zu beachten damit die vorgegebene Trocknungszeit eingehalten werden kann. (speziell wenn ein Trockner mehrere Maschinen versorgt).
      Bei 28 Rüstungen pro Tag sollte man auch bedenken das man ausreichend "Puffertrockner" für die Vorbereitung der Rüstung vorhält. Ich gehe davon aus das ihr keine Zeit habt die Maschinen 2-4h stehen zu lassen weil das Material nicht vorgetrocknet ist. (Ein kleiner Tipp zum Thema SMED)

      ZUm THema Mahlgut ist zu sagen da dieses die Trockner,Rohrleitungen, Trichter, ... erheblich mehr "verstaubt" als das Rohmaterial. da wäre mein Vorschlag das Mahlgut (Angüsse, Ausschussteile) möglichst gleich nach dem Spritzprozess über eine einstellbare Mischweiche wieder zuzuführen.

      Ich habe in der Vergangenheit mit Trockenlufttrockneranlagen (puhh langes Wort) der Firma Motan gearbeitet und war sehr zufrieden in puncto Wartung, ET-Versorgung, Bedienerfreundlcihkeit. Bin aber schon seit einiger Zeit nicht mehr täglich an der Basis und die Welt dreht und entwickelt sich stätig weiter.


      Gruß aus dem nahen Hamburg
    • Hallo

      mein Vorschlag wäre, im Oktober ist die K in Düsseldorf. Da würde ich mal hingehen. Als Tip wenn man Mahlgut verarbeitet ist, Die Firma Digi Color macht es so, dass an der Maschine eine Mühle läut. Das Mahlgut wird in ein Batchgerät gezogen und Prozentual mit verarbeitet. Da liegt der Vorteil auf der Hand. Es muss nicht die gesamte Rohrleitung gereinigt werden, sondern nur der Bereich von Mühle bis Batchgerät. Wenn man öfter das verwendete Mahlgut benötigt kann man ach die Geräte tauschen. Ein weiterer wichtiger Vorteil ist, dass man das Mahlgut wie ein Batch zugeben kann. Hingegen bei einer Mischweiche hat man oft das Problem der Schichtbildung zwischen Mahlgut und dem Original Material. Dadurch ändert sich natürlich auch das Spritzverhalten. Bei Digi Color ist es zum Beispiel dann so, dass wenn man Mahlgut fährt, wird automatisch das Batch verringert. Das System ist echt super. Das würde ich euch empfehlen.
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    • Guten Morgen,
      wir mahlen derzeit auch an der Maschine ein und wollen das auch so beibehalten.
      Das Gerät von digicolor ist dann ein gravimetrischer dosierer oder?
      Ich kenn die Dinger schon von Koch und maguiere aber da sind wir preislich ja pro Gerät schon bei über 10.000€ zusätzlich kommt noch ein zweiter saugförderer dazu ich glaub da bleibt dann für den Rest nicht mehr viel Geld übrig:)
      Wir tendieren schon zu 2K Materialfördergeräten. Die gibt's glaub ich nur von Koch und wittmann bei allen anderen hat man ja wieder diese tolle weiche am Sauger angebaut...
      Die Reinigung sollte aber schnell und einfach gehen. Koch ist sehr sehr teuer und mit wittmann hab ich noch nicht gearbeitet. Montan ist auch noch ne Überlegung wert weil ich glaube das unser Chef hier keine 500.000€ ausgeben will.
    • Nein, das ist ein ganz normales Volumetrisches Batchgerät. Es wird auch über eine Steuereinheit gesteuert.
      Es erkennt ob Mahlgut vorhanden ist oder nicht. somit erhöht es den Farbanteil oder minimiert diesen.
      Es macht Sinn sich hierzu bei Digi Color zu erkundigen.
      Ein weiterer Vorteil ist, dass wenn das Gerät nicht benötigt wird, kann es an einer anderen Maschine als normales Batch gerät eingesetzt werden kann.
      Ein weiterer Vorteil gegenüber Koch ist es, dass die Gehäuse nicht aus Guß sondern aus Edelstahl sind. Meine Erfahrung ist hier um einiges besser.
      Der Guß ist sehr Verschleißanfällig. Wir hatten in der Vergangenheit auch die Orangenen Abscheider.
      Heute investieren wir nicht mehr in diesen Hersteller.
    • Zum Thema Wittmann, diese bauen die Geräte nicht selber sondern diese sind von Movacolor.
      Wir haben hier drei im Einsatz und sind zufrieden.

      Die gravimetrischen Geräte von Wittmann selbst taugen nach unseren Erfahrungen nichts. Diese haben wir nach 8 Wochen und mehreren Einstellungsversuchen wieder zurückgegeben...
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    • Hallo Master,

      ehe du auf der Messe "rumrennst" schaue dir mal 2-3 Firmen an. Wittmann hat z.B. in seinem Technikum eine Anlage. Da kann man in Ruhe mal die Systematik ergründen.

      Ich habe so eine Anlage für ca. 80 Maschine geplant. Wir hatten aber den Vorteil nicht so viele Materialien zu haben. So das wir für jedes Material einen Trockner hatten.

      Wir planten eine Anlage mit "Bahnhof", mit den Weichen werden die Materialien den Maschinen zugeordnet . Das System hatte Vakuumringleitungen, so das immer leer gesaugt wurde.
      Bei Mahlgut sollte man vor dem Einbringen in den Trockner eine gute Entstaubung durchführen.
    • *Messe rumrennen + Firmen anschauen* heisst schon mal *Kosten und Zeit investieren* .....

      Ich stimme da eher @KuFo zu: Marktführer in D sind nun mal Koch und Motan - großes Plus(!!): Die entwickeln und bauen die Geräte selbst :thumbsup:

      Machs einfach und effizient: Lade die Anbieter der Geräte zu Euch ein und lass Angebot (technisch und kaufmännisch) von denen erarbeiten - immerhin sind das die "Experten" ;) Bis dahin hat's schon mal nichts gekostet und man hat reichlich Infos und Ab- und Vergleichsmöglichkeiten . . . .

      Solltest Du aber Zeit haben, gerne reisen und Dich gern bewirten lassen . . . dann besuche die Firmen :D :D

      Viel Erfolg . . .
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    • Hallo
      Für das Vakuum Klauen-Vakuumpumpen verwenden, die nach dem trockenen und berührungsfreien Klauenprinzip arbeiten. Dadurch ist kein Betriebsmittel im Verdichtungsraum notwendig, sodass alle damit verbundenen Wartungsarbeiten wie Öl- oder Filterwechsel entfallen. Durch den berührungsfreien Betrieb entsteht kein Verschleiß und somit müssen auch keine Verschleißteile ausgetauscht werden.
    • Longnose schrieb:

      Hallo
      Für das Vakuum Klauen-Vakuumpumpen verwenden, die nach dem trockenen und berührungsfreien Klauenprinzip arbeiten. Dadurch ist kein Betriebsmittel im Verdichtungsraum notwendig, sodass alle damit verbundenen Wartungsarbeiten wie Öl- oder Filterwechsel entfallen. Durch den berührungsfreien Betrieb entsteht kein Verschleiß und somit müssen auch keine Verschleißteile ausgetauscht werden.
      Das kann ich so nicht bestätigen. Wir haben insgesamt acht Klauenpumpen von Busch udn Rietschle.
      Ca. einmal im Jahr sind die Motoren kaputt, nach ein paar Jahren werden die Pumpen undicht, die Kupplungen sind hin und wieder kaputt usw. Getriebeöl muss auch jährlich gewechselt werden.
      Also für mich ist das schon einiges an Verschleiß.

      Wir hatten letztes Jahr testweise eine große drehzahlgeregelte Schraubenpumpe von Atlas Copco da. Diese lief sehr leise und machte einen guten Eindruck. Problem ist eher diese in eine Anlage zu integrieren, da diese eine eigene Steuerung hat und unsere fünf Linien als eine Pumpe bedienen sollte. Hier bieten die bekannten Hersteller keine Steuerung dazu an, deswegen haben wir diese nicht installiert.
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    • Wir haben so eine zentrale Materialversorung mit etwa 30 Maschinen und davon meistens 6-8 Dauerläufer (für mich 150h+) Der Rest wird so zwischen 24-80h umgerüstet, oft sind auch nur Farbwechsel dabei. Damals hat die Firma stark investiert (zwecks der zentralen Materialversorung) und alles (wirklich zu 100%) auf Materialförder- und Dosiergeräte von Koch gesetzt. Meine Erfahrung: Fördergeräte sind mit Mahlgut in 10-15 Minuten gereinigt (wenn man es langsam angeht...) und ohne Mahlgut in nicht mal 5 Minuten, da sich nur Material im Filter ansetzt. An jeder Maschine haben wir 2K-Materialfördergeräte. Allerdings läuft bei uns auch zu 70 % das Material PP und ich frage mich, ob ihr dann auch wirklich alle 24h 28 verschiedene Materialien braucht. Wir haben dann auch einen extra Mitarbeiter, der sich um die Bereitstellung der Materialien kümmert (wobei wir 6 Materialien in Silos gelagert haben und ca. 10 Materialien werden dann von diesem Mitarbeiter per Hand in Trichter gefüllt, die wiederrum an dem Materialsauger an der Maschine angesteckt ist). Zwecks der Reinigung der Leitungen zwischen Materialsauger und zentrale Materialversorgung kann ich nur so viel dazu sagen, dass der Materialsauger von dem jeweiligen Material abgesteckt werden muss und der Materialsauger saugt dann eben die Leitung leer. Bisher hab ich das als Standard kennen gelernt, aber ich glaube das ist wirklich eine geniale Lösung und ich kann nur dazu raten, dass ihr mal den Anbieter einladet und ein Angebot erstellen lässt, wie es Behrens auch schon sagte.
    • Hallo Zusammen,

      ich war bei uns bei der Planung der Siloanlage mit im "Boot" hierzu gibt es einiges zu beachten.
      Idealfall wäre eine Zentrale Station für die Trockner, um immer deine Hauptmaterialien Vorgetrocknet zu halten und dann noch ein Paar zusatztrockner die dann für den Rest zur Verfügung stehen. Diese Trockner sollten dann alle an einen sogenannten Bahnhof installiert werden (natürlich immer mit Verschluss am Trockner der über die Steuerung mit geöffnet wird beim Saugprozess um zu Vermeiden dass Material in den Leitungen liegen bleibt. Vom Bahnhof aus kann jede Maschine an jedem Trockner angeschlossen werden und somit
      bleiben öfter irgendwelche Reinigungsprozesse aus.
      Nun Zur Zentralstation, hier am Besten eine SPS Steuerung je nach gewünschtem Durchsatz (alle Maschinen u Trockner zusammen je Std) evtl. auch Steuerung für mehrere Vakuumpumpen einrichten lassen (7,5kw ca. 1000kg Durchsatz) (lass dir keine Selvac aufschwatzen, veraltete Technik, die zwar funktioniert aber immer nur Reih um durch taktet)
      Ich persönlich habe die Fa. Motan gewählt Preis Leistung ok. Nur würde ich im Gegensatz einiger anderen zu einem Seitenkanalverdichter raten. Habe selber 3 Busch klauenpumen im Einsatz und 1 Seitenkanalverdichter von Siemens je mit 7,5kw
      Die klauenpumpen bringen zwar einen höheren Unterdruck, jedoch bleibt die Fördervolumen am Boden im Gegenteil zu den Seitenkanalverdichtern (hoher Volumenstrom)
      zusätzlich viel viel weniger Wartungsaufwand da der Seitenkanalverdichter Wartungsfrei ist, dagegen die Busch 1x im Jahr einen kompletten Wartungssatz von 600€ verschlingen wollen. Nimmt man dann noch einen Frequenzgesteuerten Seitenkanalverdichter hat man die Stromersparnis schon wieder im S... :)

      Auch die Rohrdimensionierung ist wichtig, generell würde ich die Vakuumleitung immer eine Nummer größer fahren als die Materialleitung somit bessere Förderung
      also z.B. Vak 50/Mat45 oder Vak 60/Mat50 oder wie bei uns :) Vak76/Mat60 hier kommst auf gut 1500kg Durchsatz :) aber dass ist Anwendungsabhängig.

      Generell Hersteller einladen ist nie Verkehrt, aber eine gewisse Grundahnung solltest du mitbringen, sonst erzählen die dir was unbedingt nötig ist oder wollen dir nur irgendwas andrehen. die Italienischen Hersteller möchte ich nicht für gut befinden, diese werden stück für Stück bei mir aussortiert.

      wenn du mich Fragst, Bleib bei Motan oder Koch

      Sollten noch fragen Auftreten, kannst mich gerne Kontaktieren
    • Hallo zusammen.
      Es wurde bereits viel beschrieben doch vielleicht kann ich noch ein paar Tips geben:
      Wir haben in unserer Anlage eine Sperrfunktion, dh. Nach dem ersten Befüllen des Trockners wird die Zeit eingestellt und ein Timer quittiert. Dieser sperrt den Ausgangsventil, somit ist die erste Vortrocknug sicher gestellt. Es kann kein feuchtes Material an die Maschine angesaugt werden. Weitere "Saugvorgänge" sind mit Trocknervolumen (Durchsatz) abgesichert.
      Des weiteren eine Art der Absenktemperatur für empfindliche Materialien ( flammgeschützte Typen oder hydrolysestabilisierte). Bei uns funktioniert es über die Messung der Ablufttemp. Nach erreichen der eingestellten Temp. ( Es besteht keine ∆T) geht der Trockner nach einer gewissen Zeit auf "Absenktemperatur" für PA haben wir 60°C, für PBT 80.
      Und schließe mich den anderen an, lade die Hersteller ein.

      Habe auch eine Frage: wie kann man eine Mindestrestfeuchte absichern?

      Lg babsi
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    • Hallo zusammen,

      ich bin auch aktuell an solch einem Thema dran.
      Zunächst habe ich mir die Frage gestellt wie ich trocknen möchte.

      • Es gibt Drucklufttrockner, diese sind günstig in der Anschaffung, sind Wartungsfrei benötigen aber dafür Druckluft und können je nach Durchsatz dadurch sehr schnell unwirtschaftlich werden.
        Damit du eine Hausnummer hast so ca. ab 3000 Euro
      • alternativ kannst du Trockenlufttrockner verwenden.
        Diese sind teurer in der Anschaffung, befürfen einer Wartung des Molekularsiebes, in dem die Luft vorgetrocknet wird sind dafpr bei großen durchsätzen jedoch wirtschaftlicher. Vollautomatisiert, kann man ca 10.000 Euro pro Maschine rechnen, laut Motan. Das ist aber nur eine grobe Schätzung. Genaue Preise gibt es erst mit dem Angebot
      Über den Durchsatz deiner Maschinen, solltest du hier bereits wissen, was wirtschaftlicher für dich ist.

      Danach kommt die Förderung.
      Hier gilt es zu überlegen, ob man mit trockenluft Fördert, oder nicht und du dafür einen Trockner direkt an der Maschine stellst.
      Beides hat seine Vor und Nachteile.

      Bei Lego sieht man z.B. Trockner direkt an der Maschine.
      67.media.tumblr.com/cfff9d535d…96iZqv11qbzn92o3_1280.jpg

      Bei der Förderung nutzen auch Vakuumleitungen eine Nummer Größer als die Materialversorgung wie oben beschrieben.

      Bei den Kupplungsbahnhöfen überlege ich gerade noch, wie ich diese belege.
      Wie macht ihr das ?
      Ich hab nur als Tipp mitbekommen, dass die Maschinen möglichst dicht beisammen stehen sollen, damit die Saug und Leersaugzeiten nicht zu stark voneinander abweichen.

      LG PTFE