Verzug

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Hallo Leute,

      Ich weiß, dass es viele Themen im Bezug auf Verzug gibt, vielleicht kann man aber das ganze Wissen, in einem Thread zusammen fassen.

      Ich habe folgenden Fall :
      Problembeschreibung:
      Der Artikel verzieht sich sehr stark so das die Maße außerhalb der Toleranz liegen. Die Geometrie des Artikels ist Verzugs anfällig.
      Ich möchte das Thema aber nicht Artikel abhängig machen sonder Spritz-Parameter-Technisch.
      Welche Einstellparameter helfen um dem Verzug vorzubeugen?
      Fragestellung:
      Welche Möglichkeiten (spritz technisch) kann ich ausreizen , bevor ich feststelle, dass das Werkzeug ein Problem hat?

      Material: PP-TD20 - es gilt aber auch für Glasfaser verstärkte kunststoffe und alle Werkstoffe die zum Verzug neigen.

      Ich Fange an ...
      Vorschlag:

      1. Mehr Nachdruck , Nachdruckszeit länger.
      2. Temperaturdifferenz zwischen den Formhälften.
      3. Einspritz Geschwindigkeit, an Stellen die zum Verzug neigen, so langsam wie möglich halten.


      Dieser Fall muss in den nächsten zwei Wochen zu einem Ergebnis führen.
      Ich werde die Teile Mustern und anhand meiner Ergebnisse muss ich ein Vorschlag abgeben, wie das Werkzeug modifiziert werden soll.
      Personen die mehr an dem Thema interessiert sind kann ich auch die Atrikelzeichnungen bereitstellen.

      Würde mich über Jede Unterstützung freuen

      PS: Bei den Teilen die sich verziehen bildet sich ein Muster wie bei den Schneeflocken, siehe Bild
      Dateien
    • Hallo

      vorab finde ich es sehr gut, wenn nicht gleich das Handtuch geschmissen wird.

      Meist kommen gleich Lieferanten mit anderes Material nehmen oder das Werkzeug ist falsch konstruiert worden und alle sind hinterher so schlau.

      Ich bin da mehr jemand der solche Dinge bis zum Exzess versuch hinzubekommen.

      Interessant wäre die gesamte Geometrie des Bauteils zu sehen. Vor allem die Gegenseite des Verzugs.

      Weiter die Wandstärke des Teils wie auch den Grat des Verzug.

      Von der Sache her muss man bedenken, dass der Werkstoff PP-T bis zu 1% Schwindung hat.

      Wie DU richtig schon beschrieben hast, bringt in solchen Fällen eine Unterschiedliche Werkzeugtemperierung.

      Der Verzug geht immer in Richtung Wärme. Das bedeutet, Kälte auf der Seite wo sich das Teil hindreht.

      Schlussfolgerung in der entgegengesetzten Seite sollte wärmer gefahren werden. Dies ist jedoch die Theorie.

      Weiter gibt es aber auch noch andere Gründe für Verzug. Spannungen im Kunststoff. Hervorgerufen durch zu langsames einspritzen.

      Es sind sehr viele Dinge, welche den Verzug begünstigen.

      Du solltest etwas mehr angaben bzw. auch Bilder geben.

      Wie sieht das Teil den aus, vor dem Ausstoßen. Liegt es noch sauber an der Kontur an?

      Wie groß ist der Schwund schon im Werkzeug?

      Mit welcher Temperatur wird das Teil entformt?

      Wird das Material vor getrocknet?

      Wie hoch ist der Spritzdruck und wann hast Du den höchsten Druck?

      So wie es auf dem Bild ausschaut, ist der Fließweg etwas länger im Bezug zur Wandstärke und zum Querschnitt der Anbindung. kann das sein?

      Sehr Interessantes Produkt.

      Da bin ich etwas neidisch. Macht bestimmt großen Spaß mit dem Werkzeug auf der Maschine.
    • Wie Schwabe23 schon erwähnt hat, würden ein paar mehr Informationen zur Geometrie des Artikels - insbesondere zu den Bauteilbereichen, in denen der Verzug verstärkt auftritt und wo & wie das Teil angebunden ist- weiterhelfen. Die talkumverstärkten PP-Typen verhalten sich ja eigentlich recht "gutmütig" in der Spritzgießverarbeitung und neigen in der Regel nur dann zum Verzug, wenn hier bestimmte ungünstige Grundvoraussetzungen vorliegen. Verzug tritt bekanntlich nur dann auf, wenn die die Schwindung des verwendeten Materials im Formteil variiert, d.h. man hat eine unterschiedliche Schwindung in unterschiedlichen Bereichen der Kavität. Da können Rippen, Wandstärkenunterschiede, Temperaturunterschiede im Werkzeug, die Verarbeitungsparameter und natürlich auch das Material selbst der Grund dafür sein. Wenn man diese Aspekte der Reihe nach "beleuchtet", sollte man den Auslöser des Problems eigentlich schnell ermitteln können.

      Ergänzend vielleicht noch der Hinweis, dass ich mir nicht so richtig vorstellen kann, dass ausschließlich Bauteile von Verzug betroffen sein sollen, die diese "Krähenfüße" an der Fertigteiloberfläche aufweisen. Ich denke, dass das eine mit dem anderen nichts zu tun hat, lasse mich aber gerne belehren, falls hier ein Foristenkollege einen plausiblen Zusammenhang sieht. :)
    •      
    • Die "Schneeflocken" oder "Krähenfüße" sehen für mich aus wie statische Aufladungen und in der Folge mit Ablagerungen von Staub (TiO² ?). Wenn das Einfluss auf den Verzug hat wird das ein sehr interessantes Projekt. Habe noch nie gehört, dass statische Aufladungen Einfluss auf den Verzug haben. Es sei denn: Wird mit Folieneinlegern/Etiketten gearbeitet?
    • @Just@7W, es gibt viele Einflüsse, die den Verzug bestimmen, wie z. B.
      - Füllstoffe,
      - Wärmeverteilung (Wärmebild),
      - Geomtrie,
      - Druck/Verdichtung,
      - Volumenstrom beim Füllen
      - usw.

      Also musst Du Dir erst einmal in Verbindung mit diesen wichtigen Einflüssen eine Vorstellung über den Entstehungsprozess machen, um geziehlt über Prozess der Maschine Einfluss zu nehmen. Hast Du diese Kompetenz nicht, bleibt nur das *Probieren* und hier im Forum fragen "was habt ihr für Ideen zum weiteren Probieren*.
      Mach mal von dem Teil nach der Entformung ein Wärmebild, und dann hast Du vielleicht (bestimmt) schon erste Erkenntnisse für Verbesserungen!

      Das Thema ist viel zu komplex um es in einem allgemeinen *Thread* (ich wette, viele wissen nichts mit dem Begriff anzufangen) also FADEN (deutsch) zusammenzufassen.
    • Für den Anfang könnte man auch mal mit einer Füllstudie beginnen. Da kann man dann sehr schön sehen, wo man voreilende Fließfronten oder sehr späte Füllvorgänge findet. Auch das kann dann zu einem Verstehen des Verzuges beitragen.
      Es gibt aber auch sehr schöne Simulations-Software. Die wird auch zeigen wo der Schuh drückt, wenn man das entsprechend deuten kann.
    •