Rissbildung oder Bruch an Bauteil aus PA 6.6 GF50 während der Montage

    • Rissbildung oder Bruch an Bauteil aus PA 6.6 GF50 während der Montage

      Hallo zusammen,

      an einem Artikel unseres Portfoilios gibt es seit längerem ein Problem mit Rissbildung oder Bruch des Bauteils während der Montage.
      Das Bauteil ist Oval und etwa so groß wie zwei Handflächen und wird zentral über eine Nadelverschlussdüse angespritzt.
      Direkt neben dem Anspritzpunkt in eine runde Aussparung und schräg unterhalb der Aussparung und des Anspritzpunkts sind zwei Einlegeteile (Gewindebuchsen) aus Metall.
      Oberhalb eines dieser Einlegeteile entsteht während der Montage beim festziehen (Schraube in Einlegeteil) ein Riss. Dieser Fehler tritt sporadisch auf, bedeutet das der Kunde diesen Fehler nun 3x gefunden hat.
      Der Artikel wird aus PA 6.6 GF50 gefertigt und wird bei 80°C ca. 2-3h getrocknet.

      Kann mir vielleicht jemand Hinweise, Anregungen, Tipps usw. geben was die Ursache für diesen Fehler sein könnte? (Spannung,Lunker, ...)
      (Hier ist ja soviel geballtes Expertenwissen :) , vielleicht habt ihr Ideen wie man am schnellsten den Fehler beheben kann, oder zumindestens wo man drauf achten sollte) :thumbsup:

      Gruß
      Jan
      Du kannst dein Leben nicht verlängern und du kannst es auch nicht verbreitern. Aber du kannst es vertiefen.
      (Gorch Fock)
    • Es wäre wirklich Sinnvoll, ein paar Bilder zu zeigen.

      Wie hoch wird das Werkzeug temperiert?

      Welche Wandstärken hast Du?

      Werden die Teile gleich weiter verarbeitet?

      Werden die Teile Konditioniert?

      Alles Fragen die wichtig sind.

      Du musst daran denken, dass die Gewindebuchse umspritzt wird. Das bedeutet, dass hier eine Bindenaht entsteht.
      Hast du schon versucht, die Gewindebuchsen zu erwärmen.

      Ich hatte bei einem Dickwandigen Teil (ca.7 bis 9,5mm Wandstärke) ein Ähnliches Problem.

      Auch hier musste ich ein Einlegeteil aus Metall umspritzen. Dies hatte zu Folge, dass sich beim Umspritzen immer eine kaltfluss Bindenaht entstanden ist. Dies war so nicht sichtbar. ich habe das Teil ausgefräst und hatte keine Lösung. Dem Kunden ist immer wieder das Teil je nach Beanspruchung in diesem Bereich gebrochen.

      Bei einem Grillfest ist mir dann eine Idee gekommen. Ich habe dann die Et`s auf eine Herdpatte gelegt. Die heißen Et`s direkt in das Werkzeug eingelegt und gestartet.
      Das hat geholfen. nun ist es so, dass der Kunststoff nicht mehr am kalten Et abkühlt. Die Zykluszeit ist nun zwar länger, jedoch hat der Kunde Teile die funktionieren.
      Das ist der Kunde auch bereit zu zahlen.

      Wenn es hilft!

      Freunde die auch aus der Kunststoff Verarbeitung kommen, konnten es auch nicht glauben. Sie waren bei mir und haben es sich angeschaut.
    •      
    • Trocknung 2-3h bei 80°C heißt nicht, dass das Material "trocken" ist. Da sollte schon mal gemessen werden. Dunkle PA66 GF50 trocknen wir sogar bei 105°C für mindestens 4h. Bei uncolored wird das aber vergilben.

      Warum machen alle immer wieder den gleichen Fehler: Kalte Einlegeteile verwenden?

      Die Werkzeugtemperatur sollte bei mindestens 100°C bis 130°C liegen.

      Die Massetemperatur sollte 300°C +-10°C haben.

      Und sicher stellen dass sich hinter dem Einlegeteil keine Binde- oder Fließnaht in Spannungsrichtung bilden kann (Werkzeugbauer vor dem Werkzeugbau)