Lohn nach Ausbildung

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    • Lohn nach Ausbildung

      Hallo Leute,

      nächstes Jahr bin ich mit meiner Ausbildung zum "Verfahrensmechaniker für Kunststoff- und Kautschuktechnik FR Formteile" fertig.
      Hab von vielen gehört, dass man in dieser Firma 10-11 € / Stunde bekommt, was ich eigentlich ungerne hinnehmen möchte.
      Meiner Meinung nach sind 10 € sehr wenig, meine Vorstellung war eher 13-14€ / Stunde. Man muss auch dazu sagen, dass ich schon
      selbstständig an den Maschinen arbeite, wie ein Facharbeiter eben.
      Sind meine Vorstellungen unrealistisch oder sind 10 € in diesem Beruf wirklich die Normalität?

      Lg, shinsu
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    • Also bei uns ist die Lage so, dass mein Arbeitgeber eigentlich händeringend Arbeiter sucht aber trotzdem nicht mehr zahlen will. Gerade bei den Facharbeitern scheint es extrem zu sein, da bekommen teilweise diejenigen, welche fürs Verpacken zuständig sind mehr als Ausgelernte... (10€ bekommen die neuen Gesellen!! 12,50€ ein Quereinsteiger der noch nie im Spritzguss gearbeitet hat und in der Verpackung arbeitet). Nichtsdestotrotz würde ich mir gerne den Arbeitermangel zu Nutze machen und mehr Stundenlohn aushandeln. Jedenfalls mache ich viele Dinge, die ich eigentlich nicht machen müsste und andere auch nicht machen (zum Beispiel Zykluszeitoptimierung... teilweise ist da 'ne halbe Sekunde rauszuholen, manchmal sogar mehrere Sekunden. Alleine heute bestimmt insgesamt 5 Sekunden rausgeholt an verschiedenen Maschinen). Ich frage mich ob es sich lohnt, da mal ein paar Notizen dazu zu machen, was ich alles mache um es bei der Gehaltsverhandlung anzubringen, oder schießt man sich da selbst in irgend einer weise ins Bein?

      Und falls es wirklich nichts wird und der Chef nicht mehr als 10€ zahlen will, würdet ihr mir lieber empfehlen "Berufserfahrung" zu sammeln oder eher den Betrieb zu verlassen? Falls ich keinen Betrieb finde der mehr als 11€ zahlt würde ich mich an sich lieber umorientieren, aber in der Branche bleiben, z. B. Qualitätssicherung. Da finde ich auch oft Stellenanzeigen, aber ich schätze mal ohne Erfahrung in diesem Bereich wird man da auch nicht mehr verdienen, oder? Naja hätte noch einiges zu schreiben aber das soll es erstmal sein, sorry für den langen Text, aber das Thema beschäftigt mich wirklich sehr und ich wüsste auch nicht wo ich mich sonst informieren sollte :D
    • Eines muss Euch allen klar sein: Wer gutes Geld verdienen will, muss
      a) gut liefern - nicht mit den Kollegen (auch nicht mit den vermeintlich *alten Hasen*) im Gleichklang schwimmen, daher
      b) ein *Kämpfer* sein (Gegen den Strom zu schwimmen ist deshalb so schwer, weil einem so viele entgegen kommen),
      c) und bereit sein, sich geografisch auch zu verändern - es gibt viele Möglichkeiten in D, AT und Ch gutes Geld zu verdienen!

      Aufzählen beim Chef, wie gut man ist ....... na ja ..... :thumbdown:
      Zudem sollte ein direkter Vorgesetzter immer wissen, wie gut oder schlecht seine Leute sind!

      Bedenke: Auch der Arbeitsmarkt ist ein FREIER Markt .........
    • @shinsu, ich würde an Deiner Stelle vorerst im Job bleiben, falls er Dir Spass macht und Geld ist nicht alles . . . . Wichtig ist, Du machst das, was Du mit Freude und Leidenschaft machen kannst, dann hast Du auch Erfolg. Aber gleich wegen des Geldes über eine völlig neue Beschäftigung nachzudenken . . . . dann hättest Du Dir die Ausbildung auch sparen können.

      Zudem ist Spritzguss ein Beruf, der a) Zukunft hat und b) die "Faszination Produkte aus Kunststoff" herzustellen hat :thumbsup:

      Reduziere Deinen Job nicht nur aufs Geld, sonst wirst Du immer unzufrieden sein!

      Klar, richtig ist natürlich auch, dass die Branche mit 10,00 Euro / Stunde kein qualifiziertes Personal in die Produktion bekommt . . . .
      Siehe hierzu den Link
      Nachwuchsmangel bei Spritzgiessern? Ist die Ausbildung reine Zeitverschwendung? Was ist die Ausbildung wirklich wert?
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    • Hallo shinsu,

      10€ sind meiner Meinung nach schon recht wenig. Aber auch ich habe vor ca. 17 Jahren mit einem Anfangslohn von 10,50€ überlebt. Natürlich gibt es immer die Firmen in der Nähe die wesentlich mehr bezahlen, aber ich rate Dir andere Aspekte in Deine Überlegungen mit einzubeziehen. Du bist noch jung, aber wirst sicher schnell merken dass Themen wie

      Arbeitsklima/Sozialverhalten
      Urlaubstage
      Weihnachtsgeld
      Urlaubsgeld
      Bonuszahlungen

      und am wichtigsten Jobsicherheit

      in einem Beruf extrem wichtig sind.

      Ich hätte damals auch wechseln können und hätte vermutlich um die 13,50€ verdient. In einem großen Konzern, der zu den TOP-Unternehmen in Deutschland zählen. Ich habe mich jedoch dagegen entschieden, weil ich damals bereits in der "großen Familie" unserer Firma aufgenommen wurde. Ich habe mich dort wohl gefühlt und tue das noch heute. Mittlerweile sitze ich in dem Unternehmen in der Führungsebene und habe eben auch solche Themen wie Facharbeiterlöhne auf dem Tisch.
      Ich konnte mich hier weiter entwickeln und hatte immer die volle Unterstützung des Unternehmens. In dem Großkonzern wäre ich nur einer von vielen gewesen und vermutlich wäre ich nach meiner Weiterbildung nicht weiter berücksichtigt worden.

      Ich will damit nur sagen, Geld ist nicht alles. Wenn Du Dich in der Firma wohl fühlst und die Firma weiß was Sie an Dir hat, dann kannst Du auch sehr offen mit Deinem Chef reden und mit Ihm vielleicht eine Zwischenlösung finden.
      Ich habe z.B. immer auf 6 Monate verhandelt. Ich habe 6 Monate mit dem geringen Lohn gearbeitet, hab Leistung gezeigt und nach den 6 Monaten (die ja mit dem Geschäftsführer abgemacht waren) einfach wieder an seine Tür geklopft. Sicher waren auch mal Verhandlungen dabei, die für mich eine Nullrunde waren, aber wenn man immer Ehrlich zueinander ist und gerne in der Firma arbeitet, dann schluckt man das auch. So machen wir das bereits seit Jahren und wir können uns jederzeit respektvoll in die Augen schauen, da die Verhandlungen immer sehr ehrlich und freundlich verlaufen.

      Ich verstehe Dich, Du möchtest jetzt endlich gutes Geld verdienen und planst vielleicht schon Deine Zukunft mit Haus usw., aber was ist es für eine Zukunft wenn Du jetzt in einem Großbetrieb 3 € mehr verdienst aber in 2 Jahren wegen schlechter Wirtschaftslage entlassen wirst?

      Geh zu Deinem Chef, rede mit Ihm und versuche mit Ihm zusammen Etappen festzulegen wann wieder über einen Lohn geredet werden kann. Somit hast Du Zeit den Chef mit Leistung zu überzeugen. Aber immer freundlich sein und auch die Sicht des Chefs verstehen. Unterschätzt die Familienbetriebe nicht. Hier schlummern versteckte Vorteile, die man in Großbetrieben nicht hat.

      Liebe Grüße und viel Erfolg

      Klabuster

      Noch als Info. Bei uns verdienen die frisch ausgelernten Facharbeiter etwas unter 12€/h.
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    • @Klabuster,
      ich denke, Du solltest über Dein Posting nochmal in Ruhe nachdenken.
      Ist Dir eigentlich klar, dass 10€ gerade knapp über dem Mindestlohn liegen?
      d.h. jeder Hilfsarbeiter bekommt zukünfzig knapp 9,-€/h.
      Und einem Facharbeiter billigst Du nur einenen marginalen Mehrbetrag zu?
      (als Beispiel: meine Friseuse am Dorf verdient schon 12,-€/h)
      Alle Welt jammert über den Fachkräftemangel, bezahlt die Mitarbeiter ordentlich, dann bekommt ihr auch ordentliche Fachkräfte.
      Bei 10,-€/h kann ich dem TE nur raten "such Dir so schnell als möglich einen ordentlichen Arbeitgeber"
      Insbesondere, da auch in München das Lohnniveau doch merklich über dem Durchschnitt liegt.
      Mit 10,-€/h und eigener Wohnung nagst Du in München doch am Hungertuch.
      Gruß
      Hans
    • Leider hat unsere Gesellschaft völlig aus dem Auge verloren, wer wirklich die *Brötchen backt* die jeder täglich isst . . . Gut ist nur, dass das letzte Hemd keine Taschen und das letzte Haus keine Fenster hat, sonst wäre es noch schlimmer ;)
      Jedoch @Klabuster erwähnte auch
      Urlaubstage (bezahlte),
      Weihnachtsgeld,
      Urlaubsgeld,
      und somit muss schon fairer Weise das Jahresbrutto mit der "echt geleistete Arbeitszeit" ins Verhältnis gebracht werden . . . .

      Vor Vereinbarungen mit "Bonuszahlungen" kann ich nur warnen, das ist eher was für VW-Vorstände, die die Bonushöhe selbst bestimmen :D

      Jedoch ist 10,00 € / Std. für eine Fachkraft in Deutschland ist schon skandalös, und da ist, wie @Preform schon erwähnt, der Fachkräftemangel die logische Folge :!:
    • Hallo,

      @Preform: Ich sehe keinen Grund mir über meinen Post Gedanken zu machen. Alles was darin steht entspricht der Wahrheit.

      Wo steht bitte dass ich einem Facharbeiter einen "marginalen Mehrbetrag" zum Mindestlohn billige? Wenn Du meinen Beitrag konzentriert durchgelesen hättest, wäre Dir aufgefallen dass ich bereits im ersten Satz geschrieben habe, dass 10€ wenig ist, und wir doch mit knapp 12€ deutlich mehr zahlen. Also bleibe bitte bei der Wahrheit.

      Ich gebe Dir Recht dass die 10€ in München nicht zum Leben reichen. Dass @shinsu in München lebt habe ich erst nach Deinem Hinweis gesehen. Natürlich sind wir uns da einig dass die Lebenshaltungskosten in Städten wie München unverhältnismäßig höher sind als bei uns auf dem "Land", und da berichtige ich mich nach Deinem Hinweis natürlich sehr gerne. In München sind 10€/h wirklich alles andere als ausreichend. Vielen Dank für den Hinweis.


      Preform schrieb:


      (als Beispiel: meine Friseuse am Dorf verdient schon 12,-€/h)
      Leistet diese Friseuse etwa weniger als Du? Ist diese Friseuse keine gelernte Fachkraft? Ist die Arbeit weniger wert als die eines in der Industrie Beschäftigten? Dann brauchen wir uns nicht weiter unterhalten, denn dann würden wir hier eine Grundsatzdiskussion über die Gehälter im Dienstleistungssektor lostreten. Hat diese Friseuse auch eben erst ausgelernt? Wenn ja, kann sie sich glücklich schätzen, denn meine Frau, ebenso ehemalige Friseuse, hat zu Beginn auch nicht so viel verdient, im Gegenteil, sie wurde sogar eher geschröpft. DAS war wirklich unverschämt.

      Preform schrieb:


      Alle Welt jammert über den Fachkräftemangel, bezahlt die Mitarbeiter ordentlich, dann bekommt ihr auch ordentliche Fachkräfte.
      Ich beziehe das nun auch einfach mal auf mich, da Du sicher gelesen hast dass ich auch mit Löhnen in unserem Unternehmen zu tun habe. Ich habe in meinem Beitrag nicht über Fachkräftemangel gejammert. Dass Deutschland hier ein riesiges Problem hat, welches meiner Meinung nach noch größer wird, ist absolut richtig. Da stimme ich Dir und den anderen Forenmitgliedern vollkommen zu.
      Wir bilden unsere Facharbeiter selbst aus und sind zum Glück weniger auf den aktuellen Arbeitsmarkt angewiesen. Es ist zwar auch schwer gute Auszubildende zu finden, anderes Thema, aber bisher haben wir das immer gut hin bekommen.
      Wir haben seit unzähligen Jahren ca. 3-4 Auszubildene pro Jahr nur im technischen Bereich, kaufmännisch zähle ich hier nicht dazu, und wir übernehmen ALLE in ein Arbeitsverhältnis. Wir nehmen immer so viele Auszubildende wie wir auch übernehmen können. Alle bekommen zu Anfang den von mir bereits genannten Lohn von knapp unter 12€. Wir haben jedes Jahr eine mit dem Betriebsrat festgelegte Lohnerhöhung. Bisher gab es hier 0 Beschwerden und wir haben für jeden ein offenes Ohr wenn er wegen einer außerordentlichen Gehaltserhöhung fragt. Wie bereits beschrieben gibt es natürlich auch mal keine Lohnerhöhung für den Mitarbeiter, dafür finden wir immer mit ihnen immer einen Weg, dass beide Seiten zufrieden sind.

      Noch mal zu Deiner Aussage ich solle mir überlegen was ich geschrieben habe. Was gefällt Dir denn an meiner Aussage nicht?
      Dass ich Themen wie Arbeitssicherheit, Arbeitsklima etc. mit in solche Themen einbringe? - Entschuldigung aber das gehört einfach dazu, Dir mag das nicht so wichtig sein, mir schon.
      Dass ich dem jungen Forenkollegen ans Herz lege, vernünftig mit seinem Vorgesetzten zu reden? - Das ist mein Rat und meine Meinung, die lasse ich mir sicher nicht verbieten. Ich habe es lieber wenn mein Mitarbeiter freundlich und respektvoll mit mir umgeht, und Du?
      Dass ich ihm rate erst mal in der Firma zu bleiben und nebenbei nach einem Job zu suchen? - Aber sicher, soll er etwa in die Arbeitslosigkeit rutschen?
      Dass ich auch zu Beginn knapp über 10€ verdient habe? - Tja das war aber so. Klar Zeiten ändern sich und das Leben wird immer teurer, das weiß ich auch, dennoch war es so.

      Und wie gesagt, dass ich Facharbeitern 10€/h "billige" entspricht einfach nicht der Wahrheit.

      Was zahlst Du denn Deinen Facharbeitern und in welcher Region arbeitest Du?

      Das Thema Lohn war immer, und wird immer ein Streitthema sein, daher finde ich so Diskussionen einerseits sinnlos, andererseits spannend wie die unterschiedlichen Meinungen sind.

      @ Behrens:

      Sicher, Bonuszahlungen sind in manchen Betrieben vielleicht wirklich mehr Schein als Sein, aber eins ist klar. Wenn ich in unserem Unternehmen von einem Tag auf den anderen die Bonuszahlung (welche übrigens abhängig vom erreichten Gewinn ist) streichen würde, da wäre aber die Hölle los.
      Auch bei uns ist es so, dass als Bonus ein gewisser Prozentsatz des Jahreslohns ausgezahlt wird, aber eben auch eine feste Summe die jeder Mitarbeiter bekommt. Die Schwarzmaler kommen nun wieder und regen sich auf, dass ja derjenige der eh schon mehr verdient auch mehr Bonus bekommt, aber so ist es nun mal.

      Ich bin froh dass es bei uns diese Bonuszahlung gibt und jeder unserer Mitarbeiter auch, davon bin ich überzeugt. Wenn man diesen Bonus und das Weihnachts- und Urlaubsgeld mit rechnet kann sich bei uns glaube ich keiner beschweren.

      Wenn man in einem Unternehmen arbeitet, in dem es dies nicht gibt und man mit seinem Lohn nicht einverstanden ist, der AG zu keiner Lohnerhöhung bereit ist, dann steht es jedem Frei zu gehen. Wenn man entsprechend gut ist, was ja jeder von sich glaubt, findet man auch entsprechend schnell einen Job.....wir haben ja Facharbeitermangel.

      Grüße
      Klabuster
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    • @Klabuster
      ich spare mir lange Zitate,
      wenn Du damals 10,50€ verdient hast, müsstest Du heute nach dem Verbraucherpreisindex etwa 13,20€ verdienen, um Dir in etwa das gleiche leisten zu können.
      Leider ist der Reallohnindex nicht im gleichen Maße gestiegen. (Dafür aber die Unternehmergewinne)
      Wäre er das, hätten wir weniger Probleme mit Renten und Altersarmut.
      Ich kann nur aus meiner Erfahrung sprechen, Versprechen der Firma auf eine stabile und verläßliche Zukunft sind das Papier nicht wert, auf dem es geschrieben wird.
      Beispiele gibt es aktuell mehrere, (Siemens und BAT)
      Es ist Fakt, die Guten gehen und suchen sich etwas besseres, die "weniger guten" bleiben, das sieht man dann auch, wenn man solche Firmen betritt,
      es wird gejammert über die schlechten Rahmenbedingungen, die Politik und was weiß ich noch.
      Gut geführte Firmen, welche ihr Personal anständig bezahlen und auch sonst motivieren, bieten da einen ganz anderen Eindruck.
      Ich stimme Behrens hier voll und ganz zu, Fachkräfte kosten ihr Geld, aber sie bringen es doppelt und dreifach wieder rein.
      Also nochmal, Deine angeführten softfacts sind sicher etwas wert, aber nicht mehrere 100€/Monat.
      Ich empfehle jedem, der sich sicher ist, dass er etwas kann, sucht Euch einen Arbeitgeber, der Euch anständig bezahlt, wenn dann das Umfeld noch passt, umso besser.
      (und Du kannst mir glauben, ich musste mir Laufe meiner Tätigkeit sehr viele Betriebe auch von innen ansehen, und am auffälligsten waren Betriebe mit einem museumsreifen Maschinenpark, aber dafür dem modernsten und teuersten Fuhrpark vor der Hütte)
      Aber bevor wir zuweit vom Thema abkommen...
      Gruß
      Hans

      PS
      ich bin Münchner, wohne aber auf dem Land, tätig bin ich überregional.
      Und meine Friseuse hat ein Jahr ausgelernt, leider läßt sich ihre Produktivität nicht ebenso steigern, wie die eines Industrieangestellten, vermiest wird in der Branche ein anständiger Lohn durch die vielen Schwarzarbeiter, (einen Teil kann man aber durch gutes Trinkgeld ausgleichen)
    • Hallo @Klabuster, ich würde empfehlen, Euren Betrieb nicht zur Basis dieser Diskussion hier zu machen. Auch ich war 27 Jahre in Führungsverantwortung und habe mit dem Thema (gerechte) *Entlohnung* reichlich Erfahrung.
      Klar ist IN EUREM Betrieb der gewinnabhängige Bonus interessant, jedoch was sagen die Mitarbeiter, wenn es keinen Gewinn mehr gibt? Dann muss auf einen Einkommensanteil, der bei der Arbeitsvertragsverhandlung Bestandteil war, verzichtet werden ...... obwohl der Mitarbeiter auf den Gewinn eines Unternehmens keinen direkten Einfluss hat!! Zumal Mitarbeiter des Betriebes, die im Vertrag keinen Bonusanteil haben, bei nicht vorhandenem Gewinn auch das gleiche Einkommen weiter bekommen, was ja auch richtig ist, denn sie werden ja nicht weniger gearbeitet/geleistet haben.
      Gewinn in einem Unternehmen hängt von vielen betriebswirtschaftlichen Faktoren, von Strategien usw. usw. ab, alles Parameter, an denen nur die Geschäftsführung "schraubt". Daher halte ich es nach wie vor für falsch, Mitarbeiter im Lohnsektor (Lohn ist nicht Gehalt!) eine unternehmensgewinnabhängigen Bonus/Prämie zu zahlen. Da sind individuelle Prämiensysteme nach Leistungskriterien besser und gerechter!

      Aber bitte fühle Dich jetzt nicht auf den "Schlips getreten" - hier sollte jeder seine Meinung äußern können, ohne dass "HB-Männchen"-Wirkungen in die Texte kommen . . . (ich glaube die Jüngeren unter uns können mit dem Begriff "HB-Männchen" nichts anfangen . . . . einfach mal googlen) ;) :D
    • Hallo
      Ich habe euere Diskusion verfolgt , und muß sagen das 10 Euro egal wo in Deutschland zu wenig für einen ausgelernten Verfahrensmechaniker Kunststoff Kautschuk sind.
      Es spielt keine Rolle wie nett der Cheff ist oder wie gut das Arbeitsklima ( was ich mir bei dem Lohn nicht vorstellen kann) . Man muß von seinem Lohn leben können ohne nebenher noch einen Job zu tun, damit man sich etwas leisten kann.
      Im fränkischen Raum werden laut meiner Erfahrung zwischen 13,50 und 14,50 Euro Anfangslohn bezahlt und das ist meiner Meinung nach gerecht.
      30 Tage Urlaub , Weihnachtsgeld, Urlaubsgeld und Spät - Nachtschichtzuschläge sollten auch Standart sein .
      Ein zufriedener Arbeitnehmer ist motivierter , weniger Krank und bringt unter dem Strich der Firma mehr .
      Gruß Matthias
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    • Hallo

      ich möchte mich auch dazu melden.

      Ich bin der Meinung, dass es bei einem Lohn um die 10,00 € zu wenig für einen Facharbeiter ist. Es macht doch keinen Sinn für einen jungen Menschen drei Jahre in die Lehre zu gehen um dann mit knapp über dem Mindestlohn abgespeist zu werden. Dann kann er bei Lidl an die Kasse, Da verdient man ohne Lehre mehr.
      Ein ausgelernter Mensch sollte egal in welcher Region Deutschland`s er auch arbeitet einen Anfangslohn von um die 14,00 € bekommen.
      Ein Arbeitgeber sollte einen jungen Menschen als Kapitalanlage sehen. Den mit jeder Aufgabe die er meistert, führt er zum Erfolg des Unternehmens bei.
      Er ist die Person, welche das Unternehmen in Zukunft lenkt. Alles andere ist meiner Meinung nach eine Abzoge.

      Ein Arbeitgeber, dem seine Mitarbeiter nicht mehr wert sind, soll doch die anstehende Arbeit selbst machen.

      Weshalb bilden Betriebe aus, wenn sie anschließend nicht bereit sind dies gebührend zu entlohnen.
      Das sind doch nur Betriebe, welche noch immer der Meinung sind, mit einem Azubi einen billigen Arbeiter zu haben.

      Sonderzahlungen sehe ich wie Folgt.
      Wenn es welche gibt, ist es eine schöne und gern gesehene Anwendung des Betrieb`s.
      Es sollte jedoch nichts sein, womit man rechnen sollte. Ich möchte lieber einen guten und gerechten Lohn. Mit dem kann man rechnen.
      Ich habe es auch schon erlebt, das ein Arbeitgeber Sonderzahlungen als Druckmittel genutzt hat. wenn Ihr das und dies nicht macht, werde ich kein Weihnachtsgeld zahlen.

      Diejenigen meiner Kollegen welche auf die Anwendung angewiesen waren, haben sich richtig sorgen gemacht. Die welche einen guten Lohn haben, haben entsprechend dieser Aussage reagiert und haben sich nicht erpressen lassen.

      Das ist in den 80ern gewesen. War für mein weiteres leben prägend gewesen. Mein Arbeitgeber sieht dies auch so wie ich.
      Junge ausgelernte Menschen als Kapital für die Zukunft zu sehen. Es sind Investitionen für die Zukunft. Daher denke ich dass der Gedanke nicht falsch ist.
      Ein Mensch der mit seinem Lohn sein Leben gestalten kann ist ein Motivierter und zufriedener Mensch. Ein solcher Mensch hat weniger Sorgen und kann sich auf seine Arbeit konzentrieren und macht sich nicht am ende des Monats Gedanken wie er den Rest des Monats überleben soll.

      So sehe ich die Lage

      @ Shinsu

      Wenn Du die Möglichkeit hast wo anders einen Arbeitsplatz zu bekommen, dann mach dies. Aber bleib im Bereich Kunststoff wenn Dir die Arbeit spaß macht.
      Aber nicht für so wenig Geld. Ein Arbeitgeber der nur so wenig bezahlt ist meiner Meinung nach ein schlechter Geschäftsmann oder ein Abzocker der sich an der Unwissenheit und Not anderer bereichert.

      Ein schlechter Geschäftsmann deshalb, weil er keine Aufträge an Land ziehen kann, mit deren er in der Lage ist seine Angestellten gerecht zu bezahlen.
    • Zitat aus den Anfangstext:
      Hab von vielen gehört, dass man in dieser Firma 10-11 € / Stunde bekommt, . . .


      Kann es sein, dass hier ausschließlich auf Basis eine Aussage nach "hören / sagen" diskutiert wird???
      Es besteht m.E. nirgends aus diesem Betrieb die definitive Aussage, dass es tatsächlich nur 10-11 Euronen / Stunde gibt. Da sollte sich der Initiator der Diskussion erst einmal in der PA informieren, ob das den Tatsachen entspricht. Vielleicht entspricht dieses Lohnniveau eher dem der Aushilfskräfte. Was sagt der Tarifvertrag dieser Region?
      MfG. petersj
    • Hallo

      natürlich hat petersj recht. Man sollte nicht auf das hören was andere einem erzählen, sondern sich bei entsprechenden Personen informieren (Personalbüro oder Chef).
      Je nach Betriebsgröße und deren Strukturen.

      Jedoch weiss ich, dass es tatsächlich Arbeitgeber gibt, die nicht viel Lohn bezahlen. Die sind immer am heulen und demoralisieren Ihre Mitarbeiter.

      Da wird den Mitarbeiter viel versprochen und wenig bis nichts davon gehalten.

      Ich habe mit meiner Äußerung auch keine bestimmte Firma oder bestimmten Arbeitgeber gemeint. Es war meine Meinung.
      Ich denke, dass es allgemein um Firmen geht, die ein sehr niedriges Lohnniveau haben.
      So sollte man meiner Meinung nach auch junge Menschen etwas auf Ihren Lebensweg mitgeben.
      Junge Menschen haben nicht die Erfahrung wie die Verdienstmöglichkeiten in der Branche ausschauen.
      Daher wäre es Fatal, wenn diese Ihre Berufswahl bereuen, nur weil in dem Betreib in dem Sie arbeiten wenig gezahlt wird.
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    • petersj schrieb:

      Zitat aus den Anfangstext:
      Hab von vielen gehört, dass man in dieser Firma 10-11 € / Stunde bekommt, . . .


      Kann es sein, dass hier ausschließlich auf Basis eine Aussage nach "hören / sagen" diskutiert wird???
      Es besteht m.E. nirgends aus diesem Betrieb die definitive Aussage, dass es tatsächlich nur 10-11 Euronen / Stunde gibt. Da sollte sich der Initiator der Diskussion erst einmal in der PA informieren, ob das den Tatsachen entspricht. Vielleicht entspricht dieses Lohnniveau eher dem der Aushilfskräfte. Was sagt der Tarifvertrag dieser Region?

      Danke für eure Beiträge, Leute!



      Es ist schon so, dass ich aus einer verlässlichen Quelle erfahren habe, wie in dem Laden "der Hase läuft" im Hinblick Bezahlung. Zudem hatte ich einen Verwandten empfohlen dort zu arbeiten, wo ich auch gesehen habe, wie viel er verdient hat... naja, lange hat er da nicht gearbeitet. Tarifvertrag sagt rund 13,50 € als Geselle im 1. Jahr.

      Falls es euch interessiert, werde ich euch nächstes Jahr wissen lassen, was und ob ich etwas rausschlagen konnte :D

      Was ich noch interessant fand ist die Tatsache, dass ich diesen Monat eine Bonuszahlung erhalte habe (war wohl so ziemlich der einzige...). Könnte an meine Ü-Stunden gelegen haben (wo ich übrigens schon 12,50€ pro Überstunde einfordern konnte, deswegen auch mein Wunsch auf 13,50€), bin mir aber nicht sicher. Nunja um ehrlich zu sein habe ich keine Ahnung wie man damit umgehen sollte. Den Chef fragen warum man das bekommen hat oder es einfach hinnehmen? Immerhin habe ich Netto fast doppelt so viel verdient wie üblich... Über Ratschläge würde ich mich freuen!

      BTW: Interessant, wie jemand den Einstiegsgehalt von vor 17 Jahren mit dem heutigen gleichsetzen will...
    • Hallo Shinsu
      Auf dein Frage es so hinzunehmen oder den Chef zu fragen :
      Dein Chef ist auch ein Mensch :) und er wird sich sicherlich über ein Danke freuen , und bei diesem Anlass wird er auch heraushören lassen warum.
      Wer seinen Chef wie einen Menschen sieht und ihm den Respekt entgegnbringt wird im normalfall ebenso von ihm behandelt das vergessen viele Arbeitnehmer.
      Gruß Matthias