federbetätigte Nadelverschlussdüse

    • federbetätigte Nadelverschlussdüse

      Hallo,
      wir verwenden hier diese Düsen von Nehlep & Schmidt.
      Bei TPU Desmopan (6065 in unserem Fall) ist sie aber nicht wirklich dicht und da es sich um eine vertikale Spritzeinheit handelt, ist das ziemlich blöd.
      Das Material ändert die Viskosität im erlaubten Temperaturbereich ziemlich stark - eine weitere unangenehme Eigenschaft.

      1. hat jemand Erfahrungen für diesen speziellen Fall ?

      2. welchen Hersteller bevorzugt ihr für federbetätigte Nadelverschlussdüsen ?
    • Ich möchte dir zuerst ein paar Fragen stellen:
      Ist die Düse neu? War der Düsenverschluss seit beginn unbefriedigend?
      Wurde die Düse mittels Gasbrenner gereinigt, dann könnte die Feder überhitzt worden sein und die Federkraft ist nicht mehr genug stark. In diesem Fall sollte eine neue Feder Abhilfe schaffen.

      zu den Verschlussdüsen selbst:

      Eine gesteuerte Verschlussdüse ist immer die bessere Alternative. Kostet aber mehr und benötigt die Ansteuerungsmöglichkeit on der Maschine.

      Ich habe gute Erfahrungen mit Verschlussdüsen von Herzog Systems gemacht. Gute Beratung, gute Qualität. Hat allerdings seinen Preis.

      Seit einer Weile benutze ich die Mini-Shut Düse von SE Engineering. Klein günstig und erfüllt durchaus ihren Zweck. Zurzeit habe ich eine solche Verschlussdüse auf einer vertikal Maschine mit PA in Betrieb. Läuft völlig problemlos.
    • Hallo marangip,
      wenn die Viskosität stimmt funktionieren die Düsen gut. Als die Probleme mit Desmopan auftraten haben wir die Innereien komplett getauscht und die innere Dichtfläche gut gereinigt. Die Düse tropfte aber immer noch etwas.

      Danke für die Infos, ich habe gleich mal die Mini-Shut angefragt. Auf dem Flyer ist das nicht richtig zu sehen: wird die Feder vom Kunststoff umspült ? Verwendet ihr auf eurer vertikalen Spritzeinheit eine Mini-Shut direkt mit M24x1,5 ?
    •      
    • Hallo Display
      Wenn die Innereien neu und iO. sind dann ist eine Diagnose schwierig. Die Düse öffnet, wenn von der Schnecke Druck aufs Material ausgeübt wird. Schneckenrückzug nach dem Dosieren würde ich noch versuchen oder die Düse abheben, damit der Druck vor der Spitze weg ist. Ist die Düse zu kalt kann sich die Spitze auch nicht mehr richtig bewegen.

      Ich habe mich auch gefragt, ob die Tellerfedern umspühlt werden. Ich vermute ja, aber die Mini-Shut kommt komplett montiert und man kann sie nicht öffnen. Wir hatten bislang aber keine Probleme mit dem Spülen der Düse. Materialwechsel von schwarz auf glasklar hatten wir noch nicht.
      Die Mini-Shut dichtet hinten und nicht vorne ab. Das ist wohl der grösste Unterschied. Damit sie richtig schliessen kann heben wir nach dem Dosieren das Aggregat ab.

      Wir verwenden die Düse M24*1.5 ohne zusätzlichen Adapter und Heizung an einer Arburg Maschine.
    • Die Mini-shut scheint ja wirklich ein schön handliches Stück zu sein, aber wie bekommt man die innen sauber? Das Tellerfederpaket hat ja geschätzte 1000 tote Ecken ohne direkte Durchströmung. Und nach den Zeichnungen kann das Teil tatsächlich nicht zerlegt werden!
      Kennt jemand einen Vertreiber in Deutschland?
      Dateien
    • Ich halte diese Düse für eine *schlechte* Lösung, da die Feder mit direkte Kraft gegen den Massestrom wirkt, heißt, dass dem Kunststoff unnötig beim Einspritzen und Nachdruck ein erheblichen Widerstand entgegenwirkt. Dieses hat zur Folge:
      - höherer Energieverlust (alle reden dauernd über Energiesparen!!)
      - *Fließwiderstandfaktor* wird unnötig erhöht, was zur Folge hat, dass Viskositätsschwankungen sich in Ihrer Wirkung hinsichtlich Ausformung verstärken
      - Druckenergieaufnahme des (plastischen) Kunststoffes wird erhöht, was wiederholgenaues päzises Füllen der Kavität und Ausformen während der Schwindung erschwert
      - zusätzlich, wie @petersj schön erwähnte, unzählige tote Ecken

      Bin der Meinung, dass der "Erfinder" dieser Düse sich mit Spritzguss/Kunststoff nicht allzusehr befasst hat . . . ;)

      Merke: Zwischen Schneckenspitze und Fließfront in der Kavität sollten Fließwiderstände immer minimiert werden/sein, daher ist auch z. B. der Kaltanguss immer gegenüber dem Heisskanal die *schlechtere* Anspritz-Technik!
    •      
    • Wie gesagt, das Beste ist eine angesteuerte Verschlussdüse. Alles mit Feder ist eigentlich eine Notlösung.

      Und ja, ich war auch skeptisch. Aber bei einem Preis von etwas über 300.-€ und da ich keine zusätzliche Heizung installieren musste, wollte ich die Düse dann doch testen. Ich setze sie nun erfolgreich bei diversen PA verstärkt und unverstärkt ein. Dies auf horizontalen und vertikalen Maschinen.

      Vermutlich ist es nicht in jedem Fall die Lösung aber Preis-Leistung stimmt für mich.

      Ein Nachteil ist, dass man die Düse im eingebauten Zustand nicht von einer offenen Arburgdüse unterscheiden kann ;)
      Dateien
      • Mini Shut_de.pdf

        (130,06 kB, 15 mal heruntergeladen, zuletzt: )
    • @Behrens - ja die Reproduzierbarkeit ist bei diesem Teil auch ein wichtiges Thema. Deshalb denken wir auch über andere Optionen einer Verschlussdüse nach. In den letzten Jahrzehnten haben wir immer nur mit Federverschlussdüsen gut gearbeitet.
      Vor 25-30 Jahren hatten wir mech verschl. Düsen mit einem Pilz an der Spitze, die öffnete nur wenn man die Spritze gegen das Werkzeug gefahren hat. Vielleicht kennt das noch jemand...
    • Klar ist diese Düse keine optimale Lösung. Aber für "schnell und schmutzig" mal eben ein paar Teile spritzen (vor allem wenn die Maschine keinen separaten Antrieb zulässt) reicht es bei dem Preis allemal aus. Da kann ich die Düse sogar wegschmeißen nach der Produktion und dann bei Gelegenheit eine Neue kaufen.

      Daher nochmal: Suche nach einem Vertreter in EU.
      Gefunden

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von petersj ()

    •