Spritzprotokoll richtig lesen

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    • Spritzprotokoll richtig lesen

      Hallo,

      ich halte das erste mal die Produktionsparameter eines Teils in der Hand und kann es als Maschinenbauingenieur nicht ganz deuten. Hat jemand andere Protokolle, die besser erläutert sind? Z.B. mit Einheiten?

      Es gibt 10 Stufen. Worauf beziehen sich diese, auf die Zeit, auf Messstellen? Diese Stufen gelten wohl einmal für das Einspritzen, den Nachdruck und die Plastifizierung. Wozu ist der Wert von 5,26 bei t bis nach ganz unten gezogen?

      Was bedeutet eigentlich p, ist das der Druck im Zylinder? Wir haben ja 9000 kN Schließkraft, da wäre 175 etwas wenig, muss man noch die Übersetzung der Schnecke draufrechnen? Wie groß ist diese anzunehmen?

      Was bedeutet s und v?

      Außerdem frage ic hmich, warum jemand noch Werte unter die Tabelle geschrieben hat.

      Vielen Dank im Voraus!
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    • Habe dir das mal Übersetzt :)

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      Die Werte unter den Zeilen wurden geschrieben da der Platz für die Profile nicht gereicht hat. die Tabelle ist damit weiterführend.

      in 5,26 Sekunden wurde Eingespritzt mit einer Geschwindigkeit von V und einem Hydraulischen Einspritzdruck von P (das ist nicht der Spezifische wert!) S ist der jeweilige Profilweg/abschnitt.

      Dekompression/Schneckenrückzug sind 2mm mit einer Rückzugsgeschwindigkeit von 10%
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      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Teviol ()

    • Ja, eigentlich ist für einen Spritzer bei diesem Protokoll alles klar. Man muss den Prozess nur kennen und ein wenig Fachwissen in Sachen Spritzguss haben - auch in Bezug auf spezifische und hydraulische Drücke. An den Bezeichnungen für die Angaben hat sich auch seit bestimmt 30 Jahren nichts geändert:
      p = Druck (bar, selten MPa, ist dann aber deutlich an der Höhe der Zahl zu erkennen)
      s = Weg (mm)
      v = Geschwindigkeit (mm/s, bei Drehzahl Umfangsgeschwindigkeit m/min)
      Q = Volumenstrom (ccm/s
      V = Volumen (ccm, Dosierung)

      Teilweise sind die "Bezeichnungsphilosophien" einiger Maschinenhersteller etwas merkwürdig. Und wenn mehrere verschiedene Hersteller in einem Hause vertreten sind, kann es zu Verwirrungen kommen. Besonders toll wird es dann, wenn die Maschinen den Dosierweg in mm anzeigen, das Protokoll aber cm³ eingegeben haben möchte. Oder wenn bei alten Maschinen angaben in % oder Stufen gemacht werden müssen.

      In dem obigen Fall frage ich mich, wieso beim Einspritzen 7 Stufen mit der gleichen Geschwindigkeit gefahren werden. Der Übersichtlichkeit wegen sollte das - auch auf der Maschine - auf eine Stufe reduziert warden und dafür entsprechend der Weg angepasst werden. Ähnliches beim Nachdruck: eine Zeit von 18s eingeben bei verschiedenen Nachdruckstufen? Da müssten dann aber mehr Zeiten erscheinen. Und warum so viele Angaben bei der Dosierung, wenn doch alles mit gleicher Drehzahl und gleichem Staudruck gefahren wird.
      Manchmal warden diese Parameterfunktionen einfach aktiviert ohne dass es wirklich Sinn macht. Und dann kann man sich manchmal wundern, dass ein Zyklus irgend wie nicht richtig läuft.
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    • Servus Peter,

      Bei den alten ENGEL Maschinen mit einer CC100 Steuerung sind diese Mengen an Profile vorgegeben und können nicht verkürzt werden. Ich denke das es sich um so eine Maschine/Steuerung handeln könnte, um den Prozess zu Re-Produzieren muss man dann leider jeden Profilweg abschreiben da sich das ganze sonst nicht 100% lösen lassen kann.

      Beispiel: 7 Stufen werden wie folgt eingestellt -> auf der normalen Oberfläche gibt man seine Nachdruckgesamtzeit ein sowie den Druck in die Profile. Die Zeiten wann wie lange welcher Nachdruck wirkt holt sich die Maschine selbst, möchte man dann das Feintuning verpassen kann man über die Kurven Grafik jedes einzelne Profil verschieben. genauso ist es auch beim Einspritzen. Eine andere Möglichkeit gibt es bei der CC100 leider nicht.
    • Wow, übersichtlich ist aber was anderes.
      Und dann erzähl mir mal einer, dass ARBURG unübersichtlich ist. Schon seit Jahren: Was nicht gebraucht wird, wird nicht aktiviert und dann auch nicht gezeigt.

      Frei nach Rammstein:
      Man gut, dass ich kein ENGEL bin. 8)