Anfängerfrage Spritzgussmöglichkeiten

    • Anfängerfrage Spritzgussmöglichkeiten

      Hallo allerseits,

      ich bin dabei eine Idee zu realisieren die in näherer Zukunft auf den Markt gebracht werden soll.
      Um dabei ein Verständniss zu den entstehenden Kosten zu entwickeln benötige ich etwas Wissen über die
      Möglichkeiten, die Spritzguss bietet. Im Speziellen sind ja die Formen ein ausschlaggebender Kostenfaktor.

      Dazu habe ich eine grundlegende Frage. Im Anhang habe ich einmal ein Problem aufgezeigt. Zwei Haken sollen einfach
      in eine Aufhängung rein. Diese ist, wie hoffentlich im Bild erkennbar, als Hohlraum im aufhängenden Teil "versteckt".

      Die Frage ist, wie wird in der Realität so etwas gespritzt? Sind da 2 Formen nötig die dann "zusammengebacken / verklebt" werden
      oder geht das gar nicht?

      Die Realisierung, wie ich es gerade für einen Prototypen im 3D Drucker realisiert habe, ist im Anhang ganz unten dargestellt.

      Ich hoffe ich habe dieses Problem verständlich beschrieben und bedanke mich schon im vorraus!

      Thomas
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    • Ich sehe keine Chance dieses Teil in einem Werkzeug spritzen zu können. Das ist ein Hinterschnitt, der sich nicht durch Schieber lösen lässt, da die Kinematik für die Geometrie nicht passt.
      Was funktionieren könnte, wäre es die Aussparung rund zu machen, dass ein Schieber über eine Kreisbewegung diese Aussparung formt.

      Zu den Kosten.
      Die Kosten definieren sich nicht nur aus dem Werkzeug. Je nach Stückzahl sind die Kosten für das Werkzeug sekundär. Wenn dein gewünschtes Teil aus einem Werkzeug fällt, so hast du auch nur die einfachen Kosten für die Maschine und die einfachen Kosten für Personal, sowie eine bessere Planbarkeit und somit zuverlässige Lieferzeit beim Lohnspritzer. Bei zwei Werkzeugen, die jeweils eine Hälfte herstellen, hat man dementsprechend auch doppelte Kosten für die Maschine und Personal, dazu kommen die Montagekosten und die Lieferzeiten ändern sich auch.
      Es wäre auch möglich beide Teile aus einem Werkzeug(Familienwerkzeug) zu spritzen, damit man keine zwei Werkzeuge hat, nur ist die Ausbringungsleistung dieses Werkzeugs dementsprechend nicht hoch.
    • Hi 1u21,

      vielen Dank für deine Antwort. Die Quintessenz war mir wohl schon im Hinterkopf bekannt, wurde mir durch Dich aber noch mal richtig ins Bewusstsein gerückt.

      Es macht also durchaus Sinn über konstruktive Vereinfachungen nachzudenken - zumindest wenn man nicht von einer Größenordnung wie Massenproduktion sondern eher im einstelligen Tausender-Stückzahlen plant.

      Ich werde jetzt alle komplexeren Bestandteile der Entwicklung noch einmal einer Genauen Prüfung unterziehen, was davon ggfs vereinfach werden kann. Da ist der Prototypenbau mit 3D Drucker echt kontraproduktiv wie ich feststellen muss...

      Danke und Gruss
      Thomas
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    • Die Konstruktion für den Spritzguss und die additive Fertigung unterscheiden sich massiv von der Konstruktion für metallische Werkstoffe. Deinen Entwurf musst also komplett neu überdenken, da auch viele Konstruktionsregeln für Kunststoff verletzt wurden. Der erwähnte Hinterschnitt ist ein Punkt, nur gibt es noch ein paar weitere Punkte, die am Ende für einen sehr hohen Verschleiß am Werkzeug sorgen und das ganze verteuern.
      Es gibt einige Bücher zum Thema Konstruieren für Kunststoffe, die dir weiterhelfen werden.
    • Konstruieren mit Kunststoffen von Gunter Erhard wäre ein Buch, was sich damit beschäftigt. Persönlich habe ich kein Buch über die Konstruktionsregeln für Kunststoffe, da ich das ganze studiert habe und viel aus der Theorie abgeleitet wurde, was letztendlich auch in der Praxis umgesetzt wird. Andere Dinge sind auch möglich, die in der Praxis kaum Anwendung finden, da sehr abstrakt und für Viele unverständlich.
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