Zykluszeitschwankungen durch Schneckenrückzug

    • Zykluszeitschwankungen durch Schneckenrückzug

      Hallo,

      ich habe folgendes Problem an einer Husky Spritzgussmaschine: Die Schnecke springt nach dem Einspritzen/Nachdrücken nach hinten, dadurch verzögert sich der Schneckenrückzug.
      Es handelt sich hierbei um ein 12-Fach Werkzeug. Der Artikel ist sehr dünnwandig und mit einem Margarinebecher zu vergleichen. Der Kunststoff ist PP.

      Aufgrund des hohen Wandstärken/Fließweg Verhältnisses spritzen wir schnell ein. Bei einer Dosierung von ca. 85mm Spritzen wir in drei Stufen mit bis zu 480mm/s, wir schalten bei ca. 8mm in den Nachdruck. Der Nachdruck liegt bei ca. 80bar und 0,01sec. Das Polster liegt bei etwa 3mm. Nach dem Spritzen soll ein Schneckenrückzug erfolgen. Die Schnecke springt aber automatisch ca. 40mm nach hinten (mal etwas mehr/mal etwas weniger). Da es etwas dauert bis sich die Schnecke eingependelt und die Schnecke den Rückzug gemacht hat, verzögert sich die Zykluszeit um bis zu 1,4 sec.

      Hat jemand eine Idee, wie man das zurückspringen verhindern kann?
    • Was diese 80bar Nachdruck betrifft, vermute ich, das es sich nicht um den spezifischen sondern um den hydraulischen Druck handelt?
      Dadurch kann das Zurückspringen der Schnecke nach dem ND bedeuten , dass sich die 3mm Massepolster unter den 80 bar ND befinden und sehr hoch komprimiert sind. Die Schnecke wird dann beim Ausschalten des ND durch das Ausdehnen der Masse nach hinten gedrückt. Das bedeutet wiederum, dass die unter ND stehende Masse gar nicht mehr in die Form gepresst werden soll, sondern dass der Nachdruck entweder viel niedriger eingestellt werden kann oder dass der Umschaltpunkt auf den ND schon falsch eingestellt wurde. Die 40mm Rücksprung deuten auf zu spätes Umschalten auf ND hin. Dieses muss durch eine Formfüllstudie neu erfahren werden. 100% Füllung, dann auf ND umschalten um die Schwindung auszugleichen. Allerdings vermute ich, dass die Einstellung zustande kam, weil sich das Werkzeug schlecht füllen ließ. GgF. ist der Einspritzdruck auch zu niedrig gewählt, sodass praktisch mit dem ND das Werkzeug restgefüllt wird.
      Verstehe ich das richtig: Ihr fahrt vor dem Dosieren eine Dekompression? Warum? Vielleicht weil sich die Verschlussdüsen wegen des hohen Massedruckes sonst nicht schließen?
    • Hallo,

      hier gehts ja mehr um "Spritzschießen" und nicht um Spritzgießen. @pertersj, schau Dir mal die Parameter an: 80 bar (hydr) Nachdruck und das nur 0,01 sec (!!!) - demnach ist kein Nachdruck wirksam. Ich gehe mal davon aus, dass ohnehin bei der Maschine (Verpackungsschnellläufer) keine Standardschnecke (Flächenverhältnis 1:10) drauf ist, sondern bestimmt ein kleinerer Zylinder = höherer spezifischer Druck.


      @zazu, das Zurückspringen ist o. k., da das nur, wie @pertersj schon erwähnte, die hohe Energie aus der Materialkompression ist und die sollte sich auf jeden Fall in die Maschine "entladen".
      Schneckenrückzug vor Dosieren ist nicht gut, auf jeden Fall schon mal ausschalten!! Solche Prozesse werden ohnehin ohne Nachdruck gefahren, da bei Dünnwand die hohe Energie aus der Einspritzbewegung völlig für den rasant schnellen Schwindungsprozess ausreicht! Schau bitte mal, ob die Schnecke nicht sogar bei der schnellen Einspritzbewegung auf Anschlag läuft, das sollte vermieden werden.
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    • Dann soll der 80 bar Nachdruck bei 0,01sec vielleicht zum Abbau des vermutlich recht hohen Einspritzdruckes dienen um nicht mit dem vollen Druck vor der Schnecke die Schneckenspitze beim Anfahren des Dosierens nicht zu ruinieren? Dann würde ich diese Zeit aber vielleicht auf 0,1 bis 0,3sec setzen.
      Trotzdem glaube ich, dass der Umschaltpunkt nicht sauber gewählt ist bei 40mm Rücksprung. Ich dachte immer, dass die Schnecke nach einem ND nicht zurück springen sollte.
    • @perters, da gebe ich Dir absolut recht, der Übergang vom (mit Sicherheit) sehr hohen Einspritzdruck sollte mit einer Nachdruckstufe über 0,2 sec abgebaut werden. Damit werden sich auch die 40 mm Rückfederung verändern. Nur mal zur Info, um sich das mal vorzustellen: 2000 bar Massedruck bei einer 50ger Schnecke sind 40 to Kraft, mit denen der Kunststoff komprimiert/zusammengepresst wird . . . .

      Das Zurückspringen nach dem Nachdruck sollte nicht sein, jedoch ist ja hier dieses nicht gegeben, da es den eigentlichen *Nachdruckprozess* als Wirkung nicht gibt, somit wäre das ein Zurückspringen nach Füllen, was wiederum bei Dünnwandspritzen sein sollte (Energieabbau Richtung Maschine) . . .

      Wie gesagt: Es geht hier mehr um *Spritzschießen* ;-))
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