Wie wechselt man die Düse?

    • Wie wechselt man die Düse?

      Ich habe eine Dr. Boy 50T2 Sprgitgussmachine. Bis jetzt musste ich noch nie die Düse wechseln, möchte dies jetzt jedoch tun. Da ich alles was ich über Spritzguss weiss mir selber beigebracht habe und nie in einem Spritzguss Betrieb gearbeitet habe, weiss ich überhaupt nicht wie dies geht.
      Kann mir jemand eine Schritt für Schritt Anleitung geben? Ich habe ein wenig Respekt davon, da ich nicht mit heissem Kunstoff vollgespritzt werden will. Im moment habe ich PP in der Machine.

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    • Bei Polyprop gibt es eigentlich keine Probleme.
      Ich würde den Zylinder leer spritzen und die Schnecke nur zurückziehen.
      Anschließend Düsenheizung und erste Heizzone auf 350 Grad hoch heizen und die Düse ausschrauben.
      Da ich mit Boy Null Erfahrung habe aber mit etlichen anderen Herstellern gehe ich davon aus das die Düse Rechtsgewinde hat und somit wie jede normale Schraube heraus- bzw. hineingedreht wird. Der Düsenstock hat im Normalfall Linksgewinde.
      Nach dem herausdrehen der Düse brenn ich das Teil nach Möglichkeit sofort aus und reinige sie nach dem Abkühlen.
      Eine andere Düse baue ich erst ein wenn das Gewinde mit Kupferpaste (es gibt auch noch anderes Zeugs welches das festkocken verhindert)
      eingeschmiert habe und der Düsensitz etwas gereinigt wurde.
      Ich ziehe die Düse nur mit einem Ringschlüssel ohne irgendwelche Verlängerungen fest und nachdem die Düse die Temperatur vom Düsenstock hat noch mal nach.
    • Im Grunde ist das, was Museumswärter geschrieben hat, richtig. So wechseln wir auch unsere Düsen. ABER: Bei Boy Maschinen ist die Düse auch gleichzeitig
      der Düsenaufnahmekörper. Das heißt, du musst auch das Heizband und den Temperaturfühler vorher demontieren. Vorher muss logischerweise die Düsenheizung
      abgeschaltet werden.
      Wir haben bei unserer neuen Boy 60E einen Düsenkörper von Ganzelewski anfertigen lassen. Jetzt können wir in diesen Körper unserer Ferromatik Düsen
      einschrauben.
      Techniker Fachr. Mechatronik
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    • Im Grunde ist dass, was Museumswärter geschrieben hat, richtig. So wechseln wir auch unsere Düsen. ABER: Bei Boy Maschinen ist die Düse auch gleichzeitig
      der Düsenaufnahmekörper. Das heißt, du musst auch das Heizband und den Temperaturfühler vorher demontieren. Vorher muss logischerweise die Düsenheizung
      abgeschaltet werden.
      Wir haben bei unserer neuen Boy 60E einen Düsenkörper von Ganzelewski anfertigen lassen. Jetzt können wir in diesen Körper unserer Ferromatik Düsen
      einschrauben.
      Techniker Fachr. Mechatronik
    • Hallo zusammen,

      nun mal Butter bei die Fische.

      Hat jemand eine genaue Vorgehensweise Allgemeinverbindlich zum Düsenwechsel inkl. Reinigung?

      Also soweit ich es verstanden habe, Düse und 1. Zone auf 350°C hochzeizen, dann ausschrauben... soweit klar.

      Anschließend kann ich die Düse nachbearbeiten, dass heisst also Kunststoff in der Düse entfernen, wir machen das vorzugsweise mit einer heißen Gewindeschraube (Holzschraube oder ähnlich) die wir in den verbliebenen Kunststoff drücken und nach Abkühlung (schneller geht es mit Druckluft zum abkühlen) dann komplett mit dem Kunststoff rausziehen können. Anschließend mit Drahtbürste außen sauber machen, auch das Gewinde , einschmieren mit Kupferpaste und die Düse ist wieder bereit. Zwischenzeitlich sollte auch das Gewinde im Zylinder gereinigt werden, wie ist hier die bevorzugte Vorgehensweise?

      Was ist beim Einbau zu beachten, was ist mit Anziehmomenten zu beachten, kalt einschrauben, beheizt einschrauben, danach noch einmal festziehen, wie ist hier die beste Abfolge?

      Benutzt Ihr überwiegend Düsen ohne Adapter oder setzt Ihr auch noch Düsen mit wechselbaren Adapter vorne ein für verschiedene Radien?

      Grüße, kunststoffdealer
    • Also wir haben an allen Maschinen einen Düsenkopf/-körper wo dann die einzelnen Düsen je nach Werkzeug eingeschraubt werden. Hier haben wir 2 bzw. 3 Gewindetypen und Adapter, somit können theoretisch alle Düsen für alle Maschinen verwendet werden. Gleiches gilt auch für Mischteile.
      Hat eine Maschine dies so nicht, fertigen wir uns einfach einen Adapter bzw. eine Aufnahme an.

      Das Wechseln der Düsen ist bei uns häufig der Fall, aus diesem Grund wird da auch kein Tam Tam gemacht. Zylinder sollte die normale Temperatur haben (also nicht kalt natürlich, aber es wird auch nicht höher geheizt), alte Düse rausschrauben, ist ein Heizband dran das zuvor entfernen und ausschalten/ausstecken.
      Düse wird dann ausgeblasen, ist sie zu kalt mit dem Brenner warm machen. Ist ein Sieb drin wird diese natürlich auch gereinigt. Gewinde mit Drahtbürste reinigen und Kupferpaste dran, mittlerweile haben wir das als Spray. Das Gewinde im Zylinder kann man eig. schlecht reinigen, da ja immer Material nachfließt. Ich mache das gröbste Material einfach mit einem Lappen oder Schraubendreher weg. Dann die Düse rein, entweder Heizband dran und aufheizen oder wieder mit dem Brenner anheizen, handfest anziehen und fertig.

      Düsenwechsel dauert normal keine 5 Minuten.

      Wichtig ist nur dass, das Gewinde an der Düse keine Beschädigungen hat.
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    • Da gibt´s mehrere Möglichkeiten.
      1.) Die Beschädigung ist so gering, dass es keine Probleme gibt.
      2.) Die Düse läst sich bis zu einem gewissen Grad einschrauben, dann aber nicht weiter.
      2.1) Man kann die Düse wieder herraus schrauben und nichts ist passiert.
      2.2) Man kann die Düse wieder herraus schrauben und das Gewinde im Zylinder ist auch beschädigt.
      2.3) Die Düse sitzt bombenfest und nichts geht mehr.
      2.4) Man benutzt die Düse im teilweise eingeschraubten Zustand, sie dichtet aber nicht im Zylinder und man hat ständig schwarze Schlieren und
      andere Probleme.
      3.) Bereits beim Einschrauben wird das Gewinde des Zylinders ebenfalls zerstört und man hat den Schaden deutlich vergrößert.

      In der Regel kann das defekte Gewinde der Düse schnell und einfach nachgearbeitet werden. . . bevor man damit im Zylinder größeren Schaden anrichtet.
      Auf Grund der Fragestellung möchte ich hier keine Tips geben, wie man das ggf. sogar mit "Bordmitteln" reparieren kann. Das hängt letzten Endes auch vom Beurteilungsvermögen und dem handwerklichen Geschick des Benutzers ab.
    • Hallo,

      kann da petersj nur zustimmen.

      Eine Düse mit beschädigtem Gewinde einzuschrauben wäre schon fahrlässig.

      Es kann sein es passiert nichts, aber es kann eben auch schnell was kaputt gehen.

      Das Gewinde würde ich in jedem Fall nachscheiden, zur Not sollte auch eine Gewindefeile helfen.

      Und dann die Düse nur von Hand (bzw. mit Schlüssel aber ohne Kraftaufwand) einschrauben, wenn hier schon etwas schwer läuft nicht mit Gewalt weiter machen, sondern gleich wieder raus. Und lieber in dem Falle etwas mehr Fett dran machen.
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    • Genau, das wollte ich vermeiden: Irgend wer kauft sich aus einem Katalog irgend eine Gewindefeile und weiß nicht damit umzugehen, denn die haben moistens 4 Seiten mit unterschiedlicher Steigung. Und dann wird fleißig drauf los gefiedelt und der Schaden wird immer größer.