Lufteinschluss im Anguss

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    • Lufteinschluss im Anguss

      Hallo zusammen,

      ich habe im Moment bei zwei Spritzgiesswerkzeugen ein Problem, dass mir keiner erklären kann.

      Es handelt sich um ein Problem am Kaltkanalanguss:
      Im Bereich des Z-Auswerfers bildet sich ein Lufteinschluss, der die Stabilität
      so stark schwächt, dass der Anguss bei der Werkzeugöffnung bricht und auf
      der Düsenseite hängen bleibt.

      Kann mir jemand sagen, wo dieser Lufteinschluss herkommt?

      Weder im Bauteil, noch woanders im Anguss befinden sich weiteren Einschlüsse.

      Anbei noch ein Bild von der Situation.
    • Moin mal vorab ein paar fragen.:
      Welches Material, getrocknet oder nicht, was hat man schon versucht um den Lufteinschluss zu unter binden, tritt der Einschluss immer an der selben Stellen auf .....?
    • Das ist eindeutig kein Lufteinschluss sondern eine Vakuole. Diese bildet sich an dieser Stelle auf Grund der großen Wandstärke in diesem Bereich. Da man den Nachdruck abschaltet, wenn das eigentliche Formteil kein Material mehr aufnehmen kann, weil der Anschnitt versiegelt ist, hört man mit der ND-Zeit auf. Die dicke Angussstange ist aber innen noch plastisch und möchte noch schrumpfen. Dabei reißen die Molekülketten auseinander und es bildet sich dieses "Loch" - mit nix drin. Eben eine Vakuole. Du bekommst diese Erscheinung weg, indem du den ND so lange stehen lässt, bis auch die Seele der Angussstange entsprechend gefüllt ist. Ggf. Muss dann auch noch der ND erhöht werden. Alles geht auf jeden Fall zu Lasten der Zykluszeit, wenn du das Mehr an Zeit im ND nicht von der Restkühlzeit abziehen kannst.

      Voll normal, also.

      Vielleicht hilft eine minimale Verlängerung von 1-2 Sekunden den Anguß zu stabilisieren. Klick mal hier:

      google.de/imgres?imgurl=http%3…ndsp=40&ved=0CGAQrQMwHjhk
      MfG. petersj
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    • Wenn ein solcher Anguss mit Z-Auswerfer beim Entformen so stark in der Düsenseite hängen bleibt dass er abreißt tippe ich darauf dass der Angußkanal nicht mehr glatt ist und/oder die Maschinendüse dezentriert ist bzw das Düsenloch zu groß für den Angußanschnitt ist.

      Das Abreißen würde ich jetzt nicht primär der Vakuole in die Schuhe schieben.

      Evtl den Angußkanal mal mit einer Schlüsselfeile mit Polierwatte drum polieren.
      Was ich auch schon erlebt habe, dass zu lange ND-Zeit oder zu hoher ND Angüsse festsitzen lässt.
    • ich hatte vor kurzem ein ähnliches Problem mit der Stabilität der Kralle an einem PC Anguss...
      Durch Erhöhung der ND Zeit hat sich nur der Anguss im Tunnel aufgebläht und entformte noch schlechter!

      Ich habe die Lösung erst durch Zerlegen der Auswerferei herausgefunden: Der Anguss war nicht ausreichend entlüftet.. Es hatte sich Kunststoffpartikel hinter der Auswerferstange angesammelt und so konnte die Luft nicht mehr richtig entweichen.

      Nach der Reinigung hat sich keine Blase/Vaccuole mehr im Anguss gebildet...
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    • gerber.allinplastics schrieb:



      Ich habe die Lösung erst durch Zerlegen der Auswerferei herausgefunden: Der Anguss war nicht ausreichend entlüftet.. Es hatte sich Kunststoffpartikel hinter der Auswerferstange angesammelt und so konnte die Luft nicht mehr richtig entweichen.

      Nach der Reinigung hat sich keine Blase/Vaccuole mehr im Anguss gebildet...


      Das haben wir beinahe wöchentlich bei den Werkzeugen die Kabelklemmen produzieren (besser bekannt als Lüsterklemmen).
      Auch häufiges Anfahren unter Einsatz von zu viel Trennmittel verklebt sehr gerne Entlüftungen.
    • . . . da staune ich aber, dass sich Kabelklemmen ("Massenschrott-Preise") mit solchen "Zusatzaufwänden" noch wettbewerbsfähig herstellen lassen, und dann noch mit Kaltkanaltechnik? Da habt ihr ja noch reichlich Potential um den Prozess effizienter zu machen . . .
      HHB
    • @Behrens:

      Das wird wahrscheinlich etwas über den Einkaufspreis für das Werkzeug und das verwendete Material abgefedert. Es gibt so einige Controller, die total realitätsfremd sind und sich nicht auf teure Werkzeuge einlassen, weil alles ja nur Stahl ist.
      Was das für den Prozess und die Artikelqualität heißt, da müssen wir nicht drüber reden.
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    • Angüsse fallen direkt in die Beistellmühle und werden weiterverarbeitet.
      So unwirtschaftlich scheint das alles gar nicht zu sein.
      Wir schieben im letzten halben Jahr ständig Sonderschichten nur wegen der Klemmen.
    • Ich mag die Beistellmühlen kein Stück. In meiner alten Firma gab es immer wieder Probleme durch die Dinger. Fing an, dass es immer wieder Fremdeinschlüsse gab, starke Probleme beim Farbwechsel(HACCP machte es nur schlimmer) und ein halbwegs konstanter Prozess war nicht drin, da die Massetemperatur um bis zu 30°C schwankte. Zum anderen fielen selten auch mal Werkzeugteile in die Mühle. Stahl wurde zwar vom Magneten nach(!) dem Mahlprozess rausgefiltert, aber Alu, Edelstahl oder Duroplaste konnten ungehindert durch die gesamte Spritzeinheit bis in die HK-Düsen(Teilheißkanäle) wandern.


      Meistens laufen solche Werkzeuge gerade so noch kostendeckend, aber Gewinn wird mit denen nicht erwirtschaftet. Das sind die weltfremden Controller, die keinen Plan von ordentlicher Prozessoptimierung haben.
    • Wenn Kabelklemmen in hohen Stückzahlen so hersgestellt werden, ist eines Fakt: Für das Herstellen, zerstören und Wiederverarbeiten der Angüsse wird mehr Energie verbraucht, als für die Kabelklemmen selbst!!

      Kapiert doch endlich: Der Kaltanguss ist ein Energie- und Prozessvernichter!!
      Unverständlich ist: Er wird so sehr geliebt, dass man
      1. ihn tadellos und fehlerfrei herstellt,
      2. ihm gestattet, die Zyklen zu verlängern,
      3. ihm extra ein Handling auf die Maschine baut, damit er unbeschadet in die Mühle gelangt,
      4. ihn an erste Stelle der Ausformprozesse setzt und die Formteile (Wertschöpfung) quasi zu seinem Überlauf macht,
      5. ihm gestattet, Q-Probleme, Ablauf-Störungen (siehe @1u21) und SOS-Aufwand in die Produktion zu bringen,
      6. ihn unbeachtet lässt bei jeder Energiediskussion/-berechnung usw . . . . .
      Ja, die Liebe zum meist sehr kreativ gestalteten Kaltkanal ist riesig und unzerstörbar!!

      :thumbdown: :thumbsup: :D

      Schönes Wochenende an alle!

      Spritzguss ist Faszination aus Kunststoff :thumbsup:
      HHB
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    • Für Massenware sollte man nie am Werkzeug sparen. Jeder unnötig eingesparte Euro wird zigfach in Form von Nacharbeit wieder reingesteckt. Ein ordentliches Werkzeug für Massenware ist teuer, aber man kann damit jahrelang Gewinn erwirtschaften und den Wettbewerb massiv unter Druck setzen. Einige Kunststoffverarbeiter haben dies verstanden. Hier ein kleines Beispiel:

      youtube.com/watch?v=dIls6EX9FrM