Weiterbildungsmöglichkeiten

    • Weiterbildungsmöglichkeiten

      Hallo zusammen,

      ich wollte euch mal Fragen welche Weiterbildungsöglichkeiten gibt es als Verfahrensmechaniker Kunststoff Kautschuk.

      Was habt ihr gemacht? Und welche Möglichkeiten haben sich da durch für euch geöffnet?

      Vielen Dank im Vorraus
    • hallo nico ....... da gibt es viele möglichkeiten . du kannst den meister oder techniker machen oder auch ins ausland gehen , so wie ich es gemacht habe . ich habe bei den renomiertesten betrieben in ganz europa gearbeitet und dadurch sehr viel gesehen und kennen gelernt . ich habe z.b. 14 jahre in der schweiz gelebt und dort mehrere jahre lang mit netstal und husky zusammen projekte im bereich hochgeschwindigkeitsspritzguss erarbeitet . das heisst , 96 kavitäten bei 2,2 sec zyklus . eine hochinteressante sache, da geht richtig die post ab .
      eigentlich stehen dir in dem beruf tür und tor offen und als facharbeiter bist du auf der ganzen welt gefragt .
      lg
    • Neben dem Meister und Techniker kannst du dich auch anders Weiterbilden zum Projektleiter, in der Qualitätssicherung, du kannst auf Lehramt Studieren und den neuen Generationenen dein Fachwissen vermitteln, Chemie Studieren und Kunststoffe entwickeln/weiterentwickeln, als Verteter/Verkäufer für SMG-hersteller arbeiten oder als Anwendungstechniker also sehr vielseitige Weiterbildungsmöglichkeiten
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    • Hallo,

      alles was hier genannt wurde sind sicher sinnvolle Weiterbildungen.

      Sind wir jedoch mal ehrlich. Heutzutage kann doch jeder der einen Beruf ausgelernt hat direkt ohne, oder mit nur sehr kurzer Berufserfahrung den Meister machen und macht dies auch.
      Ich glaube ich wiederhole mich, da ich das Thema schon Mal irgendwo in dem Forum hatte.
      Wenn es in Deutschland so weiter geht, sind wir irgendwann ein Volk von überqualifizierten Angestellten, die sich die Finger nicht mehr schmutzig machen möchten und möglichst alles wegdelegieren was geht, weil man ja nun einen höheren Titel hat.

      Sicher, man verdient vielleicht mehr Geld, aber wirklich nützlich wird der Titel doch nur, wenn man auch eine entsprechende Position in einem Unternehmen einnimmt. Und dies ist in den meisten Betrieben heute kaum mehr möglich, da bereits alle Meisterstellen oder Führungspositionen bereits durch relativ junge Leute besetzt sind.
      Warum machen dann noch welche für viel Geld eine Weiterbildung? Am Ende steht man oft wieder am selben Arbeitsplatz und bekommt vielleicht den einen oder anderen Euro mehr. Mit etwas Verhandlungsgeschick wäre das auch ohne Weiterbildung möglich gewesen.

      Hier sind die Unternehmen in der Bringschuld! Eine gute Fachkraft muss auch so bezahlt werden, dass Sie vernünftig leben kann. Aber dies ist in Deutschland leider oft nicht der Fall. Natürlich muss jedes Unternehmen die Personalkosten im Griff haben. Es ist nun Mal schwierig, bei dem "Billig,Billig,Billig"-Denken der Verbraucher hier ein Gleichgewicht zu finden, daher verstehe auch die Unternehmen, die über hohe Personalkosten lamentieren.

      Es ist einfach ein Teufelskreis in dem wir uns befinden.

      Wenn Du der Meinung bist, dass Dir die Weiterbildung was bringt, dann von ganzem Herzen viel Glück und Erfolg. Meiner Meinung nach ist es, gerade als Verfahrensmechaniker in der heutigen Zeit, wesentlich sinnvoller seine volle Energie in den erlernten Beruf zu stecken. Der Verfahrensmechaniker hat so viel Potential, da lernt man auch kurz vor der Rente noch neues dazu. Deshalb versuche in Deinem Beruf immer besser zu werden, immer neues zu lernen, neues auszuprobieren und dies auch mit anderen zu Teilen. Dann benötigst Du keine Weiterbildung, denn dann bist Du automatisch für jedes Unternehmen nicht zu ersetzen.

      Gute Fachkräfte brauchen wir, sonst gehen wir über kurz oder lang den Bach runter.

      Es wäre schön wenn das auch die Berufsschulen verstehen würden, die Ihren Schülerinnen und Schülern noch immer eintrichtern sie müssten doch alle studieren damit sie es zu etwas bringen. Wenn ich sowas höre gehen mir die Fußnägel hoch.

      MfG

      Klabuster
    • grundsätzlich hat klabusterbär recht , irgendwann haben wir nur noch häuptlinge aber keine indianer mehr . trotzdem bist du am thema vorbei . der junge wollte wissen welche möglichkeiten es gibt UND welche türen sich für uns aufgetan haben .

      meiner meinung nach besteht weiterbildung nicht daraus ( genau wie klabusterbär es sagt ) sich auf eine schulbank zu setzen , sondern den richtigen betrieb zu finden der eine auf lehrgänge schickt um sich zu spezialisieren ( bei mir , IMD , Engel , Husky , Netstal ,HB THERM ). keine studium der welt kann ersetzen , was du in guten betrieben lernen kannst ( thema fordern und fördern) .übrigens nicht nur auf fachlicher , sondern auch auf menschlicher ebene . ich würde jedem jungen menschen heute raten mal für ein paar jahre ins ausland zu gehen . DAS erweitert deinen horizont und nicht jeden tag 8 stunden schulbank .

      ich denke das man am besten fährt, wenn man sich auf eine sache spezialisiert . meine zeit bei starlim sterner in österreich hat mir einen tiefen einblick in die verarbeitung von LSR gegeben ( Liquid Silikon Rubber ) . Das ist noch ein recht neues fach, auf das man sich spezialisieren sollte . thermoplast macht heute jeder , LSR nicht .

      LG
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    • Zitat: thermoplast macht heute jeder , LSR nicht

      Aber was nützt es, wenn ein großer Teil der "Thermoplasterer" auch damit noch nicht richtig klar kommt und essentielle Fehler bei der Werkzeugkonstruktion und im Spritzguß macht? Diese Fehler werden aber von den Unternehmen oft nicht behoben, "weil es zu teuer wird, das Werkzeug neu und sinnvoll zu konstruieren oder das Verfahren an die gegebenen Erfordernisse anzupassen". Trotzdem wollen die sich dann teilweise "spezialisieren". Gut, für uns als Kunststoffdistributeur und Hersteller ist das der Markt, weil wir versuchen, das Material so umzubauen, dass der Kunde trotzdem arbeiten kann. Aber es ist schon manchmal frustrierend, wenn man sieht was da teilweise "verbrochen" wird.

      Die Erfahrung im Spritzguß oder auch in der Extrusion kann nicht durch eine weitere x-lange Ausbildung ersetzt werden. Sie muss einfach gemacht werden. Und wenn in einer Abteilung x Meister arbeiten ohne Erfahrung - als Maschinenbediener - macht das nach außen zwar ein tolles Bild, bringt aber überhaupt nichts in dem Knowhow der Firma. Leider ist es aber heute oft so, dass ein toller Titel mehr gewürdigt wird, als eine lange Berufserfahrung. Und da sollten sich die Betriebe mal zunehmend Gedanken drüber machen. Was nutz mir ein Ingenieur, der seine Diplomarbeit und sein Studium fast rein theoretisch gemacht hat und dann als frischer ahnungsloser Entwickler überhaupt keinen Plan von seiner ihm zugedachten Arbeit hat, aber die tollsten Auswertungen produziert. Er weiß aber nicht, was die Ergebnisse für die Praxis bedeuten. Und dann sind diese Leute oft auch noch beratungsresistent. Was passiert in der Folge? Seine Schergen arbeiten um ihn herum, mit einer Sch..egalhaltung, machen das was sie für sinnvoll halten und der FrischIng macht daraus eine schöne Exceltabelle und eine tolle ppt-Präsentation, was dann von ebenso Wissensentfernten ausgiebig beklatscht wird. Keiner weiß aber wirklich, was gemacht wurde. . . Cool.
      MfG. petersj
    • KLar petersj , da hast du auch recht . die probleme sind so vielfälltig das man garnicht weis wo man anfangen soll .
      aber ich rede ja auch von GUTEN BETRIEBEN . in diesen ist man nicht beratungsresistent und sieht die probleme .z.b. die
      corvaglia in der schweiz wo ich lange war . oder auch starlim sterner in österreich . aber leider sind diese betriebe sehr selten und man muss etwas glück haben da rein zu kommen .

      und wie ich immer sage : kein studium der welt kann berufserfahrung ersetzen .

      LG
    • Klar, wir weichen vom Thema ab, aber auch diese Diskussion ist für junge Leute wichtig, damit . . .

      . . . sie sich beruflich auf Ihre Zukunft ausrichten können! Die Aussage "Aber was nützt es, wenn ein großer Teil der "Thermoplasterer" auch damit noch nicht richtig klar kommt und essentielle Fehler bei der Werkzeugkonstruktion und im Spritzguß macht?" trifft das Problem auf den Kopf, daher sollten mal ALLE SPRITZGIESSER INNEHALTEN UND ÜBERLEGEN: Was machen wir eigentlich falsch, jetzt haben wir 40 Jahre lang sehr viel gute Technik entwickelt, jedoch sind die Fehlerbilder nicht voll ausgeformt, Brenner, Maßschwankungen, Grat Einfall immer noch alltägliches Problem :!: :?:

      Denkt mal drüber nach :thumbsup:

      MfG HHB
      HHB
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    • Frage : WER ist denn der Thermoplaster ? Der Chef ? Der Kunde ?`Der Einkäufer ? Oder der Mann an der Maschine ? Letzterer hat sowieso keinerlei Einfluss auf die Konstruktion eines WKZ . Der darf sich nur mit den Konstruktionsfehlern rumschlagen, wie z.b. Brandstellen , schlechte Oberflächen oder einem Spritzprozess , der jenseits von Gut und Böse ist .


      Leider habe ich es in meiner 25jährigen Laufbahn nur sehr selten erlebt ,dass das Werkzeug dem Spritzprozess angepasst wurde .Im
      Regelfall ist es umgekehrt .Und das kann einem schon mal die Lust am Job versauen. Besonders dann , wenn übereifrige Einkäufer sich Profilieren wollen und Werkzeuge möglichst billig in China oder sonst wo bestellen . Ich hab diesen Schrott oft genug in den Fingern gehabt . Dann mutiert der Mann an der Maschine nur noch zum Troubleshooter .

      Also wer ist denn jetzt der Dumme ? Der Chef der das ganze zulässt ? Der Kunde der den Scheiss finanziert ? Der übereifrige Einkäufer ? Oder der Mann an der Maschine der aus Scheisse Gold machen muss ?

      LG

      Capman
    • Letztendlich sind alle (Thermoplaster) die Dummen:
      - Der Chef, der auf mehr Effizienz (=Wertschöpfung) verzichtet - jeden Monat gehen in D Kunststoffverarbeiter pleite!
      - Der Kunde, der mit schlechten Preisen schlechte Qualität kauft, was bei ihm wieder als Problem aufschlägt (Reklamationen an Lieferer)!
      - Der Einkäufer, weil er oft zwar versteht, dass Q seinen Preis hat, jedoch hat auch er Zielvorgaben!
      - Der wirklich "Dumme" sind die Leute in Produktion, die allen immer wieder beweisen, dass unter diesen schlechten Voraussetzungen trotzdem verkaufbare Teile entstehen!!
      Somit wird allen (Chef, Einkäufer, Kunden) bewiesen, dass "Billig-Werkzeuge" auch funktioniere :thumbsup:

      Fazit: Alle sind Opfer des Systems, welches jeder Einzelne und zwar der Verbraucher mit geschaffen hat:
      Kunden bei ALDI (Billigfleisch erzeugt Massentierhaltung) - einmal pro Woche (teures) Fleisch reicht auch!
      Kunden bei Autoverkäufer (ich will super Qualität zum Billigpreis) - muss ich halt das Auto meinen Einkommensverhältnissen anpassen!
      usw.usw. WIR ALLE haben doch ein Lebensmotto: GEIZ IST GEIL :!:
      Logik: Billigware muss auch billig entstehen, womit sich der Teufelskreis, nämlich bei uns in der Produktion an der Maschine, schließt :thumbsup:

      MfG HHB
      HHB
    • Soweit ja richtig . Aber trotzdem glaube ich , das jeder Versuch dagegen anzukämpfen, ein Kampf gegen Windmühlen ist .
      Beste Aussage : Das machen wir seid 20 Jahren so , also machen wir es auch die nächsten 20 Jahre so . Warum was ändern , es funktioniert doch . KLar funktioniert es ,wenn ALLE Überwachungen der Maschine abgeschaltet sind .
      Dann können junge Hunde unten raus fallen , die Maschine merkt nix davon . ( Eigene Erfahrung )

      Von solchen Betrieben gibt es mehr als genug . Traurig aber Wahr .

      Da kannst du dir die Schnautze fuselig reden , es bringt nix .

      LG
      Capman
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    • Leider hat capman recht. Ich bin zwar ein studierter Kunststoffingenieur, aber mit einem gewissen Praxisbezug. Leider bin ich noch Anfänger und bekam es auch oft genug zu spüren. Wie oft saß ich in Besprechungen, wo ich Dinge angemerkt habe bei WKZ, die mir nicht gefielen. Sei es Kühlung, Anspritzpunkt, mechanische Auslegung. Und wie oft wurde ich deswegen angefeindet? Es ist schon ein Ärgernis, dass sich viele auf den Lorbeeren ausruhen und die eigenen Prozesse nicht hinterfragt werden. Hab heute auch den netten Spruch gelesen "Die Konkurrenz schläft nicht - sie trainiert!" und das sollte das Motto eines jeden Betriebs sein.

      Aber zurück zum Thema. Wie sieht es aus mit Fortbildung im Bereich Musterung und Prozessoptimierung? Da liegt noch viel Potential brach. Nur würde ich solche Stellen nur dann ausfüllen, wenn auch das Budget stimmt. Was bringt einem die neue Technik, wenn man sie nur anschauen darf?
    • Hallo 1u21
      Prozessoptimierung ist eine Sache für sich und alles andere als einfach . Ich hab mich in den letzten Jahren ein bisschen darauf
      Spezialisiert und kann dir sagen , das Optimierung NICHT erst an der Maschine anfängt , sondern schon viel früher . ?(

      Nur leider machen es sich manche sehr einfach . Da wird einfach eine Sekunde von der Kühlzeit abgezogen .....und....wow ich hab Optimiert.
      Klasse :thumbdown:

      Optimierung hat erstmal nichts damit zu tun , das eine Maschine schneller läuft . Ich kann auch eine Maschine 3 Sekunden langsamer laufen lassen , wenn ich dadurch den Ausschuss auf Null reduziere , habe ich mehr gewonnen . :D
      Aber wie ich schon sagte , das ist eine Sache für sich und nicht einfach .

      LG
      Capman
    • Natürlich fängt die Prozessoptimierung schon viel früher an. Die fängt schon bei der Artikelkonstruktion an. Ist der Artikel Mist, hilft auch das beste Werkzeug nicht es ordentlich herzustellen.
      Deswegen habe ich auch das Thema Budget angeführt. Wenn einfach kein Geld für eine saubere Prozessoptimierung da ist, lohnt es sich auch nicht.
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    • Prozessoptimierung muss nicht zwangsläufig Geld kosten . Es gibt viele Massnahmen die man durch einfaches Nachdenken abstellen oder Optimieren kann .
      So z.b. die Laufwege beim Rüsten . Wenn ich für jeden Schlauch hundert Meter laufen muss , dann herrscht Handlungsbedarf .
      Nur wird das in vielen Betrieben garnicht mehr gesehen ,weil es eben Alltag ist .

      LG
      Capman
    • Ich habe manchmal auch das Gefühl, das Projekte bewusst niedrig budgetiert werden, damit sie durch die Genehmigungsverfahren durchlaufen.

      Leider gibt es nur selten ausgebildetes Personal, das sich mit den Prüfverfahren in Sachen Kunststoffe auskennt. Einige Verfahren sind zwar mit der Materialprüfung Metall verwandt, aber es gibt da auch sehr viel Anderes. Und zur Herstellung eines einwandfreien Kunststoffteiles gehört auch dessen Prüfung - oder die vor die Verarbeitung des Granulates gesetzte Prüfung (Wareneingang). So versuchen wir z.B. seit Jahren gelernte CTA zu engagieren, die aus der KU-Industrie schon Kenntnisse mitbringen. Nur leider werden selten Erfahrungen z.B. mit mechanischen Prüfungen eingebracht (chemisch ist weniger ein Problem).

      Vielleicht kann man sich auch in diesem Bereich eine Weiterbildung verschaffen, indem man sich z.B. als Laborhelfer einstellen lässt. Nur nicht mit dem Schwerpunkt Spritzguß sondern eher in die Richtung Prüfung. Das fällt dann in den Bereich "Berufserfahrung sammeln", ist zwar sicherlich am Anfang nicht der finanzielle Bringer, kann sich aber später über die gemachten Erfahrungen auszahlen.
      MfG. petersj
    • Hallo,

      ich habe das Gefühl, dass das Thema etwas verfehlt wird. :)

      Meister oder Technikerschule ist ja bereits genannt. Dabei hast du denke ich noch die Wahl zwischen Teil - und Vollzeit.
      Bei einem Studium gibt es abhängig von deinen Interessen die verschiedensten Studiengänge.
      Kunststofftechnik, Maschinenbau, Wirtschaftsingenieurwesen etc. Hier finde ich, aus gegebenem Anlass, das Duale Studium sehr interessant. Dabei hast du einen ordentlichen Praxisbezug. Nach dem Studium geringere Einarbeitungsphasen etc.

      Gruß
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    • Deswegen hatte ich versucht den Bogen wieder zurück zu schlagen:

      Vielleicht kann man sich auch in diesem Bereich eine Weiterbildung verschaffen, indem man sich z.B. als Laborhelfer einstellen lässt. Nur nicht mit dem Schwerpunkt Spritzguß sondern eher in die Richtung Prüfung. Das fällt dann in den Bereich "Berufserfahrung sammeln", ist zwar sicherlich am Anfang nicht der finanzielle Bringer, kann sich aber später über die gemachten Erfahrungen auszahlen.

      Auch das kan eine sinvolle Weiterbildung werden, da man dann von dort aus weiter machen kann.
      MfG. petersj