Maschinendatensätze abspeichern

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    • Maschinendatensätze abspeichern

      Hallo Leute,



      wir in unserer Bude haben ein gehöriges Problem mit dem verwenden von Maschinendatensätzen. Aber zuerst mal eine kleine Beschreibung der Umgebung:

      Bei uns laufen ca. 30 Spritzgußmaschinen 24/7. Wir fertigen mindestens 100 verschiedene Artikel regelmäßig, und nochmal ca. 100 nur 1-2mal im Jahr, oder noch seltener. Da es so viele Artikel gibt werden die selben Artikel öfters auf verschiedenen Maschinen produziert, welche ähnliche sind, aber nicht baugleich (also verschiedene Schneckendurchmesser,...) Gibt also insgesamt ne Menge zu tun.

      Unser, bzw. mein Problem ist, dass die Maschinen nahezu bei jedem Auftragsstart neu bemustert werden (!). Klar, Eckdaten wie Schließkraft, Formtemperatur und dergleichen sind vorhanden (auch nicht immer), aber durch den ständigen Maschinenwechsel muss jedesmal eine Füllstudie und und und neu erstellt werden.

      Das ganze sind noch Altlasten von Früher, als die Qulitästschwankungen einses Artikels zwischen zwei Produktionen "egal" war...

      Ich bin nun schon länger am Rätseln, wie ich die Sache angehen soll. Ein weiteres Problem bei der Sache: Unser Betrieb ist nicht grade High-End Ausgestattet. Wir haben ordentlich mit alten Gerätschaften zu kämpfen - und nicht ganz so qualifiziertem Personal. Was ich damit dagen will ist, dass auch der selbe Artikel auf der selben Maschine seit der letzen Produktion nicht mehr ganz so gut läuft, weil z.b mittlerweise andere Materialien auf der Maschine gelaufen sind und die Schneckengänge abgenutzt sind. Oder anders rum: Mittlerweile wurde die Schnecke und Rückstromsperre gewechselt und das Werkzeug wird überladen.

      Mein Problem ist es deshalb, da ich auswerwählt wurde, "Ordnung" in die ganze Sache zu bringen. Neben dem Tagesgeschäft eine große Herrausforderung. Nicht nur weil das ganze "Produktionsteam, bzw. Rüster" wenig offen für Neues sind...


      Ganz so schlimm wie beschrieben ist es vielleicht doch nicht. Aber es ist doch oftmals schneller eine Maschineneinstellung neu zu erstellen, als eine zu suchen (im EDV-System, oder auf anderen MAschinen abgespeichert), welche dann vermutlich eh nicht mehr passt.

      Wie regelt ihr das in eurem Betrieb? Gibts da konkrete Abläufe? Klar, bei Neuprodukten bin ich konsequent in der Abspeicherung von Datensätzen. Auch werden die Daten so abgespeichert, dass auch auf andere Maschinen der Urdatensatz herangezogen und abgewandelt werden kann.

      P.S.: Ich bin momentan der einzige Verfahrenstechniker
    • OMG oder besser WTF!

      Für jedes Werkzeug gibt es bei uns ein Wz-Buch. Es ist ein Schnellhefter. Die Schnellhefter haben verschiedene Farben, Kunde A hat gelb, Kunde B grün und Kunde C blau usw

      In diesem Schnellhefter werden die wichtigsten Parameter notiert, pro Maschine, Artikel, Material, Wasseranschlussplan, tw. Fotos usw. Das alles läuft nebenher zur Diskette und auch Leitrechner.
      Ferner sind dort Disketten, Fotos, Zeichnungen, tw Verpackungsfotos hinterlegt.
      Diese ganzen Schnellhefter sind in mehreren Metallschränken nach Kunden sortiert...

      Alle relevanten Änderungen an der Maschine sind auf einem Datenblatt an der Maschine aufgelistet und einsehbar. Ein Filterwechsel wird hier nicht behandelt, das sollte der Schlosser bei sich tun...

      Ich bin mit dem Schema zufrieden, es gibt wenig Probleme damit.
      Schön ist auch, dass ich sehe welche Parameteränderungen sich ergeben und warum, denn selbst das wird ab und an dokumentiert.
      Blöd ist, wenn ein Kollege die Einstellung notiert und von der Einstellung aber kein Plan hat. zB warum gestuft eingespritzt wird...
      ..:: Gruß von Kuka ::..
      ..:: Alle sagten es geht nicht. Dann kam einer, der das nicht wusste, und tat es ::..
    • Moins Masterchief900,

      bei mir lief es in der Vergangenheit ähnlichst ab wie bei Kuka.
      Beschreibung wie Anschlußplan Kühlung, Temperarturen Heißkanal, etc. wurde alles in einem
      Ordner mit Fotos etc. festgehalten.
      Zudem wurde diesem auch eine Datensicherung beigelegt als Urdaten ( Artikel lief immer mit diesen Einstellungen ),
      dieser wurde nur dann eingelesen wenn nix mehr ging innerhalb einer HV.

      Lief immer super so.

      Denke die größere herausforderung wird sein, dem alt eingefahrenen Kollegen dies zu Vermitteln und es damit umzusetzen.
      Wie Du sicher weißt, ein alter Baum läst sich schwer verpflanzen.

      Drück Dir die Daumen das alles klappt und vorallem viel geduld / Zeit haben.

      Gruß
      The Problem Solver 8)
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    • Als ich vor gefühlten hundert Jahren unsere Spritzereien auf den Weg der Tugend bringen sollte war es auch so, dass jeder Spritzer für jedes Werkzeug und für jedes Material seine eigenen Einstellungen hatte. Und das änderte sich dazu auch noch täglich - je nach Laune.
      Da die alten Maschinen noch keine Laufwerke zur Speicherung von SG-Programmen hatten, hab ich also für jeden Maschinentyp eine Schablone in EXCEL gemacht, in der sämtliche Daten eingetragen werden konnten. Dadurch hatten wir dann nach einiger Zeit einen ordentlichen Karteikasten mit den entsprechenden Einstellungen. Der ein oder andere Ur-Spritzer war zuerst ein wenig "zurückhaltend" bei deren Nutzung. Nach kurzer Zeit fanden aber auch diese Leute es einfacher mit der Karte zu arbeiten, als die Schwimmhäute abzuschneiden.
      Dann kamen die Maschinen mit Disketten. Nach wenigen Jahren hatten wir an einigen Maschinen bis zu 20 Disketten mit Programmen. Diese wurden zusätzlich noch auf einem Rechner gesichert. Nachdem der Verschleiß an Disketten und Laufwerken dann zu groß wurde, haben wir mit einem Kraftakt alle Maschinen bei denen es möglich war und in allen Werken und Spritzereien auf einen Leitrechner umgestellt. Auch hier tauchten gelegentlich wieder Disketten auf "weil der Rechner nicht läuft". Nach entsprechendem Donnerwetter "lief der Rechner plötzlich wieder".
      Nun hab ich ein anderes neues Problem. Hat eine Maschine ausnahmsweise mal tatsächlich keine Verbindung zum Leitrechner, sagen die Leute, dass sie die Maschine nicht benutzen können, weil sie kein Programm laden können. Wenn ich dann sage "ausdrucken und von Hand eingeben" wurde ich tatsächlich schon gefragt ". . .und das geht?"
      Aber - wie man´s macht ist es verkehrt.
      Wir haben mittlerweile rund 5900 aktive Produktionsprogramme. Und diese sind zum großen Teil sogar unter den Maschinen recht problemlos austauschbar. Auch bis China hin. Zu den Produktionsprogrammen gesellen sich aber auch noch etwa 11000 Musterungsprogramme und abgelegte Änderungen, die selbverständlich auch noch dokumentiert werden müssen. Gott sei Dank sagt unsere IT, dass Speicherplatz kein Geld kostet. Dazu kommen noch Listen über Werkzeuge und Materialien mit gewissen Grundparametern. Diese dienen aber nur als Nachschlagewerk.
      MfG. petersj
    • Also mit den Mappen für die werkzeuge habe ich in den letzten zwei werken wo ich war auch sehr gute Erfahrungen gemacht. Ich würde hier aber eher noch zusätzlich für jede maschiene eine einstellkarte erstellen mit dem wichtigsten werten einspritzprofiel nachdruckrampe usw. Also alles was zum einstellen gehört und die Programme nach jeder fertigung abspeichern. So habt ihr die aktuellsten daten.
    • Ganz klar.
      In jeder Mappe befindet sich mindestens eine Diskette, außer bei Artikeln die nur auf Maschinen laufen ohne Disketten-LW...

      Bei älteren Unilog Battenfeld sind es Memo-Speicher diese sind in dem Schrank der zur Maschine gehört abgelegt...
      ..:: Gruß von Kuka ::..
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    • @masterchief,

      so etwas hab ich bei uns vor rund 5 Jahren auch vorgefunden, ist ne Menge Arbeit, die da vor dir liegt.

      Meines Erachtens kannst da nur bei null anfangen, Werkzeugbezogene Mappen anlegen, wie von den Kollegen auch schon beschrieben.

      Da du auf vielen unterschiedlich grossen Maschinen produzierst, wirst nicht umhinkommen, für jede Maschine pro Artikel

      eine Einstellkarte zu schreiben, ist am Anfang absulut zeitraubend, aber der positive Effekt wird sich nach einiger Zeit in Form von Zeitersparnis

      und weniger Anfahrausschuss bemerkbar machen.

      Im zweiten Schritt solltest vll. versuchen in Verbindung mit AV/Fertigungssteuerung,

      die Maschinenwechsel pro Artikel auf 2- 3 Maschinen zu reduzieren.

      Das Thema mit den neuen Rückstromsperren kannst du lösen, in dem du z.B. an der Maschine einen Hinweis mit dem Einbaudatum der RSP

      aushängst, so weiss jeder, dass die Einstelldaten älteren Datums zu ändern sind, und dass beim Anfahren der Maschine mit älteren Daten

      eben weniger aufdosiert wird.

      Solltest nur darauf achten, dass dann die alten Einstelldaten aktualisiert werden, bzw. neue Einstellkarten erstellt werden, z.B. mit dem Hinweis

      "neue RSP"

      Musst eben darauf achten, dass deine Einrichter sich daran halten, oder über eine Arbeitsanweisung dafür sorgen, dass alle

      Einrichter das auch in deinem Sinne führen.

      Alle Parameter, die in irgendeiner Form gespeichert werden können, ziehe ich mir noch zusätzlich auf den Rechner, als Datensicherung.

      In welcher Position arbeitest du?

      Bist du gegenüber den Einrichtern weisungsbefugt?
      Gruß
      Peter