berechnetes Dosiervolumen passt bei weitem nicht - warum?

    • berechnetes Dosiervolumen passt bei weitem nicht - warum?

      Hallo Leute,

      folgendes Problem:

      ich erechnete das benötigte Dosiervolumen mit folgender Formel:

      Dosiervolumen = Schußgewicht [g] / spezifisches Gewicht des Kunststoffes [g] x Faktor 1,25 -> Quelle: ARBURG Bedienungsanleitung
      Dosiervolumen = 61g / 1,42 g/cm³ x1,25 = 53,69 cm³ das Ganze ist dann natürlich ohne Restmassepolster.


      Soweit sogut, nun das Problem:


      In Wirklichkeit benötigen wir allerdings einen Dosierhub von 72 cm³ (ohne Restmassepolster und Schneckenrückzug) für das Schußgewicht von 61,1 g. Das ergibt eine Abweichung von 18,31 cm³ was ja doch sehr viel ist. Ich habe diverse andere Maschinen mit dem gleichen Material berechnet und dort stimmt es fast überein. Doch die Frage warum hier nicht? Kann mir das jemand beantworten? ?(


      Maschine: ARBURG Allrounder Alldrive 520A 1300- 290 35er Schnecke
      Material: POM Delrin 100P NC 010 (spezifische Dichte 1,42)
      Werkzeug: 96 Kavitäten, 24 Angüsse, Teilheißkanal
      Mahlgutanteil: 55%


      kann es eventuell am Mahlgut liegen? Klar die Schüttdichte ändert sich natürlich, aber die Reindichte des Materials? ?( Noch dazu um soviel?


      Vielen Dank für eure Hilfe
      P.S. es gibt auch keine nennenswerten Restmassepolsterschwankungen, der Spritzdruck beträgt 1900 bar von maximal 2000 bar.

    • Ich kenne die Formel:
      V = m / Dichte der Schmelze.
      Die Dichte der Schmelze ist bei einigen Materialien von der Scherung abhängig (immer jedoch von der Temperatur).
      Meine Vermutung wäre deshalb, dass hier andere Rheologische Begebenheiten vorliegen und man deshalb nicht mit 1,42 g/cm³ rechnen darf.


    • es gibt noch eine Formel

      Dosiervolumen = Schussgewicht / Schmelzedichte
      Dosiervolumen = 61g / 1,17g/cm³ = ~52 cm³

      das deckt sich auch ungefähr mit der anderen Formel

      trotzdem weit entfernt von der Wirklichkeit,
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    • Kuka schrieb:

      Wie geht es auf, wenn ein anderer Artikel berechnet wird?

      Ansonsten RSP oder Rohr verschlissen... :D
      die Maschine ist ganz neu und dieser Artikel ist der einzige den wir auf dieser imo. fertigen, wird ein Dauerläufer.
      Aber ja Leckströmung würde die Sache erklären, das Werkzeug ist gerade nicht auf der Maschine aber ich werde wenns´ wieder raufkommt mal die Schnecke abdrücken ob sie Dicht hält, was ich mir bei einer neuen Maschine eigentlich nicht vorstellen kann.
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    • petersj schrieb:

      Grau ist alle Theorie. . .

      Schon mal an Schwindung gedacht? Davon hat POM ´ne ganze Menge. Und das Dosiervolumen wird von der Maschine gemessen, wenn das Material in Schmelze ist.

      dafür wird auch mit dem Faktor 1,25 gerechnet, da das Volumen von POM im plastischen Zustand um 25% größer ist.
    • War es nicht so, dass die von ARBURG angebotenen Faktoren der sogenannte "Ausbringungsfaktor" ist? Der hat aber nichts mit der Berücksichtigung der Schwindung zu tun, sondern soll lediglich Verluste der Spritzeinheit beim Einspritzen kompensieren.

      Wenn ich mich nicht irre - hab gerade keine Zeit die ARBURG-Schulungen durchzuforsten.
      MfG. petersj
    • petersj schrieb:

      War es nicht so, dass die von ARBURG angebotenen Faktoren der sogenannte "Ausbringungsfaktor" ist? Der hat aber nichts mit der Berücksichtigung der Schwindung zu tun, sondern soll lediglich Verluste der Spritzeinheit beim Einspritzen kompensieren.

      Wenn ich mich nicht irre - hab gerade keine Zeit die ARBURG-Schulungen durchzuforsten.



      zitiere Arburg Handbuch Seite 467. 6.5.1

      Das Einspritzvolumen muss wegen der Schwindung beim Erstarren und der Kompression der Schmelze beim Einspritzen im Durchschnitt ca 25% größer sein als das Volumen des Spritzteils (einschließlich Anguss) d.h es ist das

      Einspritzvolumen = 1,25 x Spritzteilvolumen
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    • Ich glaub ich hab die Lösung.

      Meine Vermutung:
      Die Maschine wurde mit dem falschen Aggregat verbaut ist 30 mm soll 35 mm aber software auf 35mm codiert. mal sehen morgen Schnecke ziehen.
      Das würd alles erklären.
    • Daran hab ich auch schon gedacht, schien mir aber zu abwegig. Vielleicht ist das aber auch bei der Programmierung des Werkzeuges falsch eingegeben worden. Vorherige Maschine <> Neue Maschine. "Stand ja `ne 30er Schnecke auf dem Werkzeugdatenblatt. Ich hab die Daten nur übernommen".
      MfG. petersj