biowert agriplast - erfahrungen, Tipps

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    • paswa schrieb:

      Hat es etwas mit der feuchte des Materials zu tun, wir haben es die ganze nacht bei 80 grad getrocknet...? Vielleicht hat noch jemand eine Idee?

      Wenn wir hier einen Kunststoff mit Holz, Flachs, Leinen, Hanf, Lumpen und sonstigen Abartigkeiten, die für mein Dafürhalten nicht in Kunststoff gehören, verarbeiten, haben wir festgestellt, dass:

      * eine Trocknung bei 100°C (vom Hersteller / Compounder / Quacksalber angegeben 80°C) weitaus bessere Ergebnisse bringt,
      * eine Trocknung mit den bekannten Möglichkeiten nicht viel bringt, da womöglich die Restfeuchte so tief im Material eingebunden ist, dass man Sie nicht heraus trocknen kann,
      * wir eine Studie mit verschiedenen Trocknungsmethoden angestellt haben und die Umlufttrocknung die effektivste war (jedoch immer noch ein hoher Restfeuchtegehalt vorhanden bleibt!!!),

      Meiner Meinung nach liegt das Problem beim Hersteller.
      Wenn dieser die "Biomasse" mit einer gewissen Restfeuchte in das Matrixmaterial einbindet, bekommt man diese durch "gewöhnliche" Trocknung nicht heraus.
      Beweisen konnte ich dies jedoch noch nicht, nur dass Sie nach der Trocknung immer noch drin ist :cursing:
      Auf jeden Fall bin ich eh der Meinung, dass man beide Stoffe nicht kreuzen sollte :thumbdown:
      Holz gehört in den Wald, nicht in Kunststoff...

      Otl. E.
      "Der Feind meines Feindes ist mein Freund" und "Nur tote Fische schwimmen mit dem Strom"
    • Dazu, kann ich nur einen "Daumen hoch" für euch beide sagen.

      Die Restfeuchte bleibt im Material, bis es aufgeschmolzen wird. Durch Erhöhung des Staudruck kann man noch ein bisschen rausholen.
      Auch durch Erhöhung der Trocknungstemperatur geht noch was.
      Ansonsten alles was im Prozess Temperatur für die aufgeschmolzene Masse bedeutet senken, zB Friktion in Form von Drehzahl, Scherung durch Tunnelanguss etc

      Auch die Einspritzgeschwindigkeit nicht zu hoch...

      Und dann gut verdichten!
      ..:: Gruß von Kuka ::..
      ..:: Alle sagten es geht nicht. Dann kam einer, der das nicht wusste, und tat es ::..
    • Kuka hat grundsätzlich Recht, aber. . .

      Bei unseren Versuchen mit vielen verschiedenen Naturfaserprodukten (fremd als auch eigen) haben wir folgendes festgestellt:

      Um eine schöne Optik zu erreichen muss vorgetrocknet werden bis der Arzt kommt. Die Feuchtigkeit in den Fasern muss brutal ausgetrieben werden. Ebenso kann ein hoher Staudruck das Produkt stark homogenisieren und die Fasern werden weiter zerkleinert. Dadurch wirkt die Oberfläche deutlich ruhiger und "fehlerfreier".

      Gegensätzlich dazu gilt: Zu gründliches Vortrocknen schädigt teilweise die Naturfasern. Außerdem wird die eingelagerte Feuchtigkeit gebraucht, um die Geschmeidigkeit und Biegsamkeit der Fasern zu erhalten. Gleichzeitig wirkt die ausgasende Feuchtigkeit vermutlich teilweise als Kühlung für die Fasern im Prozess. Das ist zwar nur ein Vermutung aber es hat sich gezeigt, dass stark vorgetrocknetes Material empfindlicher auf etwas höhere Temperaturen reagiert. Durch erhöhten Staudruck werden auch noch die viel zu trockenen brüchigen Fasern extrem zerkleinert, die aber eigentlich die Faserverstärkung ähnlich von Glasfasern übernehmen sollen.

      Man sollte sich nicht von dem Begriff "Füllstoff" irreführen lassen. Die Naturfasern sollen in vielen Fällen eine Glasfaserverstärkung ersetzen und dienen in diesen Fällen nicht dazu Polymer zu sparen! Das Polymer ist nämlich eigentlich preisgünstiger als die Fasereinlage. Sicher - es gibt auch einige Produkte, bei denen Polymer durch NF ersetzt wird um die Ökobilanz und das Ökogefühl des Kunden zu schönen.
      MfG. petersj
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