POM Zersetzung

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    • POM Zersetzung

      Wer kann mir weiter helfen, wie hoch ist die Formaldehydbelastung bei POM - Zersetzung an der Spritzgußmasch. nach Gramm oder Kg,
      ich habe gelesen, dass 1g POM gleich 78 mg Formaldehyd bei der Zersetzung frei setzt, kann mir das jemand bestätigen
    • ?(

      arbeitssicherheit.de/de/html/library/document/4989067%2C18

      Auszug: Welche Zersetzungsprodukte gebildet werden und in welchen Mengen und Mengenverhältnissen sie entstehen, hängt ab vom verarbeiteten Kunststoff, von der Summe aller zugefügten Additive und nicht zuletzt vom angewendeten Heißverarbeitungsverfahren und den dabei auftretenden Temperaturen.

      Sicherlich ist es nicht dein Ziel aus POM Formaldehyd herzustellen. Und wie schon oben bemerkt, hängt der Entstehungsgrad von der gesamten Zusammensetzung des Produktes ab. Selten wird ein Spritzgießbetrieb "reines" - ursprüngliches - POM verarbeiten.

      Würdest du versuchen 1g reinstes POM restlos aufzuspalten, könnte es mit den 0,78g hinkommen (bei einer Zersetzungstemperatur so um die 500°C - die du aber auf einer handelsüblichen SGM nicht erreichen wirst- Ansonsten dürfte man davon ausgehen, dass du bei ca. 350°C nur etwa mit einer Ausbeute von 0,07g rechnen dürftest - also gerade mal 1/10 ) Siehe: lfu.bayern.de/luft/doc/kunststoffbraende.pdf . Aber jetzt bitte nicht auf die Idee kommen, den Mitarbeitern bei Fehlern die Tonnage an Ausschuss in gefährlicher Formaldehyd-Menge zu erklären. (Hilft aber vielleicht doch ?( )
      MfG. petersj
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    • Hallo pertersj
      erst mal Danke für deine schnelle Antwort

      Nein mein Ziel ist es nicht aus POM Formaldehyd herzustellen, die Seite von Kunststoffbrände kenne ich ist das verlässlich?

      Ich habe Anfang der 90 Jahre an Spritzgussmaschinen gearbeitet POM, PVC, ASB, ASA, es kam immer wieder mal zu Zersetzungen vom Kunststoff durch Überhitzung, eine Absaugung gab es nicht.

      Oder auch Mischmaterial vom Mahlraum kam (Recycling), soweit ich noch weiß ASA mit PVC vermische und dadurch kam es wohl auch zu Zersetzungen. Oder ich musste auch im Mahlraum Kunststoff Recyclungen, dabei Geruchsproben machen wegen der Sortenreinheit. Am Gebinde war die Sorte kenntlich, aber nicht am Anguss.

      Nun warum ich die Frage, nach 1 1/2 Jahren wurde eines Tages neben einer Bronchitis auch eine obstruktive Atemwegserkrankung festgestellt.
      Der Hausarzt kam damals aber nicht darauf das es auch ein Arbeitsunfall sein könnte von dem Chorwasserstoff oder vom Formaldehyd kommen könnte.

      Wie ist es, werden heute noch Geruchsproben gemacht zur Sorten Feststellung, den der Emalige Abteilungsleiter kann sich an nichts mehr Erinnern das es so gemacht hatte. Angezündet Ausgeblasen und dann Gerochen

      Mfg Karle
    • Ich bin kein Arbeitsmediziner und werde also dazu deshalb wohl kaum Stellung nehmen können. Die Prüfung von Kunststoffen an Hand des Rauchgeruches ist aber durchaus üblich. Trotzdem würde ich sagen, dass man schon ständig mit Husten und tränenden Augen herum laufen müsste, um gesundheitliche Schäden innerhalb von 1 1/2 Jahren davon zu tragen. Oder zumindest ein paar mal dadurch bewusstlos geworden sein.

      Dass der ehem. Abteilungsleiter sich an nichts erinnert ist schon merkwürdig . . . . Auch, dass es bei der Verarbeitung dieser Gemische keine Absaugungen an den Maschinen gibt ist nicht erklärlich. Genau so wenig, dass solche Kunststoffe nicht gleich sortenrein vermahlen werden. Aber das ist eine organisatorische Angelegenheit.

      Die in dem Text der LFU-Bayern gemachten Angaben dürften durchaus realistisch sein. Die Exposition bei 500°C ist aber schwierig, da das Formaldehyd dann auch gleich wieder verbrennt. Das Aufnehmen der 0,07g wird ebenfalls schwierig, da sofort (auch bei schon wesentlich geringerer Menge) jeder Mensch die Flucht ergreift. Man zieht sich das nicht weiter rein. Selbst bei einer Belastung deutlich unterhalb der MAK-Wertes bzw. des AGWs wird von den betroffenen Personen "freiwillig der Arbeitsplatz verlassen".
      MfG. petersj
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    • Moins,

      habe selbst schon mit Compoundiert und Wareneingangskontrollen gemacht bei Rec. Material.
      Dort wurde dann auch selbst, obwohl z.B. PC draufstand, immer wieder mal Gebinde gefunden die Verseucht waren mit POM.
      Bei ca. 290 Grad Verarbeitungstemperatur herzlichen Glückwunsch ;)
      Zudem gab es Absaugungen und die MA an dem Extruder hatte einen POM-Tester zum nachweisen,
      wenn dies nicht eindeutig zu erkennen ( erriechen :) ) war.

      Ich würde aber nicht die Hand in Feuer legen, das dies bei dir unbed. von dem Arbeitsplatz abhängig war.
      Zudem ist doch klar das der Vorgesetzte sagt, er könnte sich nicht daran erinnern.
      Es wird sicher keiner zugeben das es event. daran gelegen haben könnte ( KLAGE der Firma gegenüber !?!, Image verlust, Presse.., etc. ).
      Oder hast ehem. Kollegen die Dir zur Seite stehen würde, wobei die, so denke ich , eher an Ihrem Arbeitsplatz festhalten.
      Sehr dünnes Eis worauf man sich dann halt bewegt.

      Gruß
      The Problem Solver 8)
    • Hallo Zusammen
      Klar ist es hinterher sehr schwer was zu beweißen was es eigentlich gar nicht geben darf,
      weder die Firma noch die BG haben ein Interesse daran, dass Arbeitsunfälle aufgeklärt werden
      solange man nicht direkt am Arbeitsplatz Liegen bleibt.

      Es kam auch zu Zersetzungen von POM oder PVC das alle die Halle verlassen mussten und der Einrichter
      mit Atemschutz an kam.

      Von uns Maschinenbed. wusste doch keiner was eine Zersetzung von POM oder PVC bedeutet, und wie gefährlich
      es ist, bei Verseuchtem Material mussten wir selbst Ausspritzen, ( wenn kein gelb verfärbtes Material mehr kommt kannst die Maschine wieder anfahren) so war es Anfang der 90 Jahre wie sorglos man damit um ging.

      Wie ist es Eigentlich wenn ein Temperatur Geber am Zylinder versagt, so kommt es doch zu Überhitzung und zur Zersetzung im Zylinder, dieses Zersetzte Kunststoff wird dann im die Form eingespritzt und die Gase von Formaldehyd oder Chlorwasserstoff treten dann über die Entlüftung der Form nach außen, Heute sind die Schutztüren aus Plexiglas, bei mir waren die Schutztüren noch wie ein Maschendrahtzaun, somit bekommt man doch schon ein teil der Gase ab, wenn es keine Absaug gibt, meistens besteht der Arbeitsschutz nur auf dem Papier.

      ich kann euch ein Lied davon singen, zu was Arbeitgeber in der Lage sind, um ihren Arsch zu Retten wird gelogen betrogen,
      da werden aus 400 Stunden Schweißarbeiten im Jahr urplötzlich nur noch 50 Stunden und aus Schutzgas - Schweißen wird Autogenschweißen.

      Mfg Karle
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    • Wenn man sich nicht mit den Kollegen stark macht für einen "brauchbaren" Arbeitsplatz und zu feige ist mal den Mund auf zu machen, darf man sich nicht wundern, wenn die Bedingungen entsprechend schlecht sind und auch nicht besser werden.

      Was habt ihr für komische oder altertümliche Maschinen, die bei Übertemperatur keinen Alarm geben und sich abschalten??? Oder gibt es vielleich bei euch "Experten", die die Toleranzen so weit setzen, dass sich Produkte zersetzen können???

      Entschuldige meinen etwas rauen Ton - aber solche Firmen verdienen es nicht, vielleicht auch noch zertifiziert zu werden. Und das liegt dann auch mit an den Mitarbeitern und nicht nur an den Abteilungsleitern. Denn zum Umgehen und Nichteinhalten von Vorschriften gehören immer zwei Parteien.
      MfG. petersj
    • Hallo Karl,

      kann ich Dir genau beschreiben was dann geschieht, mir selber ist dies vor ca. nem Jahr passiert in laufender Produktion mit einem ABS.

      In dem Heißkanal Wzg hatte sich ein Fühler verabschiedet und die Heizung ballerte munter weiter.... um auf Temperatur zu kommen an der Düse zur Kavität, wurde an 4 Punkten angespritzt. In diesem Moment war ich in meiner Pause, mit nem Kollegen, ein anderer rief an und sagte komm schnell komm schnell... deine SGM Qualmt wie eine Nebelmaschine. :)
      In der Standzeit wurde das ABS so zersetzt, das es zwischen den Plattenhälften des Wzg regelrecht wie Wasser und Dampf herunter und raustropfte.... inkl. Halle im dichten Nebel gesetzt und das was in die Kav. gespritzt wurde noch davon, war wirklich sehr ansehnlich.
      Stank wie die Pest, wobei POM noch besser ist.
      Die Heizung von der Düse lag bei ca. 360 Grad.
      Fenster aufmachen ging nicht, da Reinraum Produktion :)
      Heißkanal und Regler waren wohl aud der " Kriegszeit " :)

      The Problem Solver :D 8)
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    • @ Pertersj:

      Gebe ich Dir recht und Gott seid dank bin ich in dieser Bude nicht mehr ( eine Pharmazeutlieferrant ).
      Die Leute worde da so erzogen und geschult, bzw. schon fast genötigt so zu handeln.

      Sprich du machst nur was in Deiner Stellenbeschreibung drinne steht und was dir dein Vorgesetzter sagt.

      Habe da immer meine Meinung gesagt und vertreten, auch zu den Vorgesetzten, dies wurde leider nicht gern gesehen,
      auch wenn es keiner gesagt hat, man hat es gespürt.
      Die waren wohl froh als ich gesagt habe ich gehe nach guten 13 Jahren :)

      The Problem Solver 8)
    • Hallo Pertersj

      man darf nicht verkennen das es schon 23 Jahre her ist, aber ich der Meinung bin das meine Atemwegserkrankung da sein Anfang
      nahm,

      Hallo The Problem Solver
      genau so hatte es sich auch mal in einer Nachtschicht zugetragen, und die ganze Schicht musste de Halle verlassen, ich weiß eben nicht mehr genau ob ich danach am negsten Tag die erstmaligen Atembeschwerden hatte, oder es anderes mal war, jedenfalls hat es auch geraucht und gestunken und der Einrichter war mit Gasmaske unterwegs, das war 1990.

      Und jetzt erst im BG Verfahren kommt es raus das der Hausarzt 1990 erstmalig eine obstruktive Atemwegserkrankung festgestellt hatte, nun denke ich das es da ein zusammen Hang gibt.

      Die BG schreibt zwar das, es immer wieder zu Störungen von einmal in der Woche bis einmalig im Monat kam und zu Zersetzungen kam, aber das sich der Arbeiter soweit entfernt von der Spritzgussmaschine befand das es nur zu einer geringen Schadstoff Belastung kam durch Formaldehyd oder Chlorwasserstoff ( wie denn wenn man die Teile von Hand aus der From holt ist man doch unmittelbar betroffen oder), bei Probe Störungen habe man eine Formaldehyd Belassung von 1,5 ppm an der Maschine gemessen. Keine angaben zur Menge vom Kunststoff keine angaben zur Temperatur und auch nicht ob mit Absaugung oder ohne, ob man solchen Messungen glauben schenken kann ist Fraglich
      diese Messungen erfolgen 1995 da war ich bereits schon 5 Jahre weg von den Maschinen

      Gruss Karle
    • Hallo Karl,

      Bevor ich meinen alten Job aufegeben hatten, wollte wir auch einen neuen Artikel mit POM reinholen.
      Jedoch waren die Gegebenheiten nicht vorhanden, extra Absaugung etc.
      Zudem wird sich keiner auf einen Grenzwert festlegen was OK ist und was nicht bei POM.
      Wirst Du mit Sicherheit auch nix finden..., 1,5 ppm nimmt man mit der Nase gut war..., würde aber pers. sagen das dies nix ausmacht.
      Jedoch reagiert ja jeder Mensch anders auf die Umwelt und Stoffe.

      Gruß

      The Problem Solver 8) :thumbsup:
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    • ob die 1.5 ppm auch noch stimmen wenn die Halle verraucht ist, danke wohl kaum, eine Reale Störung ist doch etwas anderes, als eine
      kontrollier Probe Störung um gewollte Messergebnis zu erzielen, und wenn man diese Messergebnisse dann noch von der BG erhält muss man sie zweimal hinter Fragen, denn man weiß ja die BG versucht alles um nicht haften zu müssen.

      nur auf dem Papier wird einem vorgegaukelt das ´man gut versichert ist bei Arbeitsunfällen oder Berufskrankheiten, aber jeder der Betroffen ist weiß wie es real zugeht,
      habe erst kürzlich mal gesessen 80% der Deutschen Bundesbürgern denkt Deutschland sei ein Rechtsstaat nur die 20% die mit ihm zutun hatten sind davon nicht mehr überzeugt.

      Naja ich wollte ja auch nur eure Erfahrungen wissen, es war ja auch nur der Beginn dieser scheiß Krankheit die mich mit 45 Jahren
      in Frührente schickte.
      da ich ja nicht Wusste das ich diese Erkrankung hatte, habe ich ab 1992 wie als Bauschlosser gearbeitet mit dem ganzen Schweißrauchen die mir den Rest gaben ab 1998 musste ich mich endgültig von Körperlicher Arbeit verabschieden, den es ging nichts mehr noch 5 Jahre Betonfahrer dann 2003 Frührente schwere obstruktive Atemwegserkrankung

      Gruss Karle
    • Hi@all,

      kann mir nicht vorstellen, dass die kurzzeitigen Belastungen bei betriebsbedingten Störungen, wie Fühlerbruch eines Heiskanals oder einer Heizzone,

      so grosse gesundheitliche Belastungen hervorrufen sollen, da man ja im Normalfall fluchtartig die Halle verlässt, wenn sich POM zersetzt,

      die Gase, die sich dabei bilden, werden ja mit der Umgebungsluft vermischt, und dabei die Konzentration der giftigen Gase verringert.
      Gruß
      Peter
    • Ein sehr interessantes Thema, wie ich finde.
      In meiner Ausbildung hatte ich viel mit POM zu tun. Eine Abteilung lief fast ausschließlich mit dem Material. Sobald man die Treppe zur Fertigung ging, vernahm man sofort den Geruch. Insbesondere Farbwechsel an Maschinen mit POM und POM Batch gehörten fast täglich dazu. Gut, zu den Verarbeitungstemperaturen von 240 Grad an der Düse und HK muss ich wohl nichts sagen. Mit Atemschutz und Brille auf die Maschine, alles reinigen etc., runter mit blutenden Nase und tränenden Augen. "Der Wert ist noch lange nicht an der Grenze!"
      Naja, ob das nun gesundheitlich förderlich ist, lassen wir mal im Raum stehen.
      Ich bin auch ständig am husten usw.
      Liegt dann wohl aber eher an der Raucherlunge, als den Kunststoffgasen die ich seit 10 Jahren inhaliere. Und ja, ich durfte auch schon einen kompletten überspritzten Zylinder von Tarnoform, also POM reinigen. Mit Heißluftföhn. Und da wurde POM auf entspannten 300 Grad verspritzt. (Weil es immer so gemacht wurde) 8|
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