Maschinenbezeichnung + Schließkraft

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    • Maschinenbezeichnung + Schließkraft

      Hallo Leute,

      ich bin ganz neu hier und froh euch gefunden zu haben, denn ich habe 2 wichtige Fragen (vor meiner Prüfung am Donnerstag)

      Zuersteinmal verstehe ich nicht ganz, was die Bezeichnung BATTENFELD 180/750 bedeuten soll. 180 ist klar, aber wofür die 750 ? In der Schule war ARBURG ein Beispiel, wo /2 * max Dosiervolumen gerechnet wurde und man auf das Ergebnis kam. Wie errechne ich diese 750 ? Der Holmabstand ist es auch nicht.

      2. Frage: Fläche des Spritzgiessteils ist 75,75cm². Verarbeitet wird ein Zytel (PA 6 GF 30) also ist der mittlere Werkzeuginnendruck 450bar. Die Berechnung F = p*A / 100 ergibt bei mir 3408 N. Ich weiß aber, dass der Einspritzdruck 1000 oder mehr beträgt. Daher versteh ich nicht, wie man auf so einen Wert kommt. Laut Einstelldatenblatt ist Spritzdruck 1000 und Schließkraft 1000. (bar). Müsste ja normalerweise mit der Schließkraft höher, kann aber sein, dass der Druck nur zu Anfang hoch ist um ersteinmal den Anschnitt zu überwinden und dann wieder sinkt, dann brauch ich auch keine hohe Kraft weil das Werkzeug in der Trennebene dadurch ja noch nicht aufgedrückt wird.

      Ich wäre super dankbar für eure Hilfe

      Gruß, suppentrulli

      edit: So ich hab jetzt tatsächlich bei BATTENFELD angerufen und das nachgefragt. Er sagt aber nur das ist die Größe der Spritzeinheit. Toll..

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von suppentrulli ()

    • Also, zu 1, "Größe der Spritzeinheit nach Euromap (so wie auch ARBURG sie angibt)
      Was du da in der Schule gelernt hast ist eindeutig nicht richtig. Die "Größe der Spritzeinheit nach Euromap" berechnet sich bei Arburg folgendermaßen:
      max. Hubvolumen (cm³) x max. Spritzdruck (kbar). Problematisch wird es, da zu jeder SpritzeinheitsGröße bei Arburg auch drei Schneckendurchmesser passen. Allerdings nimmt mit größerem Schneckendurchmesser der maximale Spritzdruck ab. Müsstest du mal nachrechnen.



      Zu 2.) Da treffen Theorie und Praxis aufeinander. Was man weiß ist nicht das, was in der Schule (Theorie) berechnet wird. Halte dich für die Prüfung bitte an die Theorie und lass keine "Erfahrungen" mit einfließen! Das wollen die Lehrer gar nicht wissen.
      MfG. petersj
    • Hey, danke schonmal für deine Antwort. Habe heute auch nocheinmal meinen Lehrer gefragt und der meinte das selbe wie du, EUROMAP. Besten Dank schonmal dafür.

      Was aber mache ich, wenn mein Wkz. voll überladen wird? Der Spritzdruck ist ja nicht der, der auch in der Trennebene wirkt, aber ich muss ja auch Nachdruck errechnen. Der ist ja so (ca.) 3/4 des Einspritzdrucks. Nehmen wir an ich habe nen Einspritzdruck von 1000. Meine Berechnungen mit Nachdruck sagt mir, ich brauche einen Druck von mind 600bar. (Den Teile ich auf 2 Stufen auf) Gehe ich mit dem Nachdruck tiefer, wird mein Teil wieder leichter. Jetzt habe ich eine Schließkraft von 500 eingestellt. 350 ausgerechnet, nehmen wir 500 zur Sicherheit.

      Dann wird es doch Schwimmhäute / Grat geben oder etwa nicht? Ich stelle dann erstmal die Zuhaltekraft ein Wie ich sie berechnet habe und schaue dann ob alles passt, wenn nicht gehe ich höher, korrekt? Möchte nur nicht dass mir das Wkz so überlädt (obwohl ich mich ja rantaste) und dann irgendwas hängenbleibt und ich nicht fortfahren kann - das wäre für die Prüfung semioptimal.

      Merci
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    • Also ich sage mal so wenn du dich wirklich langsam und gewiss an den Siegelpunkt usw. herantastest kann dir dein Formteil eigentlich gar nicht überladen.

      Ich rechne bei der Schleißkraft mit dem mittleren WKZ Innendruck der für das Material gefordert ist und nehme da noch eine Sicherheit von 10% mit rein. Die Berechnung hängt ja auch immer noch ein bisschen vom WKZ ab ob eventuell Schieber oder ähnliches vorhanden sind.

      Nachdruck berechnet man meines wissens gar nicht. Es gibt Leute die nehmen als Anfangswert immer den halben Spritzdruck als Nachdruck. Ich mache es so ich schaue mir eine Tabelle (Arburg, Engel oder co.) an in der ein Nachdruckbereich für mein Material angegben ist und beginne mit dem kleinsten angegebenem Druck und taste mich langsam an meinen Siegelpunkt ran.
    • Hi,
      mir wurde halt beigebracht man fängt mit einem hohen Nachdruck an und einer kurzen Zeit. Mit der Zeit geht man hoch bis das Teil nicht mehr zunimmt. Dann mit dem Druck herunter bis es Gewicht verliert. (Bei 600 Gewicht da, bei 500 nicht -> 600)
      Mir kommts halt komisch vor. Ich habe 5 verschiedene Einstelldatenblätter von 5 verschiedenen Maschinen. Bei allen Maschinen steht er auf 1000 bei einer sogar auf 2000 ! Da frag ich mich was ich mit meinen 400 da will...
    • Das mit dem Nachdruck ist ja auch völlig richtig.

      Das du hier 5 verschiedene Drücke hast erkläre ich mir nur so, dass du verschiedene Maschinen mit verschiedenen Zylinder- und Schneckengrößen hast. Dann wirst du auch verschiedene Einspritzdrücke haben.
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    • Achso du meinst jetzt die Zuhaltekraft. Sorry dann habe ich dich in deinem vorletzten Post falsch verstanden.

      Die Frage ist ja wenn bei der Maschine 2000 eingestellt ist benötigt das Werkzeug denn 2000 oder würde es auch mit 1000 oder 400-500 gehen??

      Wenn nicht habt ihr einen sehr hohen Innendruck im Werkzeug vermutlich durch hohen Nachdruck oder hohen Spritzdruck.

      Vergleich sonst mal die Geschwindigkeiten und Drücke sowohl für das Einspritzen als auch für den Nachdruck. Ob die Werte gleich sind bei den beiden Maschinen oder ob es Differenzen gibt.

      Wie Unterscheiden sich die beiden Maschinen denn?
    • Die Maschine die ich nehmen werde ist eine 180T mit einem Schneckendurchmesser von 45mm. Das Wkz lief auch schon auf 110T Maschinen mit einer 40er Schnecke. Meine Prüfung ist morgen, das ist ein wenig das Problem, aber mein Fehler. Die Drücke sind laut Einstelldatenblatt bei allen Maschinen mit 1000 angegeben also ist der wahre Spritzdruck so um die 800 (Toleranz). Aber es kann ja sein, dass der Druck nicht die ganze zeit wirkt sondern nur kurz im Anschnitt und so als Höchstwert angezeigt wird. Wie soll ich jetzt am besten vorgehen?

      Ich muss dem Prüfer ja irgendwie erklären wie ich auf meine Werte komme, den Druck nimmt er sich selbst um die Geschwindigkeit zu erreichen. Errechnete Zuhaltekraft 400-500 (mit 10% Sicherheit). Was wenn das nich reicht, will nichts mit dem WKZ riskieren. Klar geh ich hoch wenn sich Grat bildet... aber ich kann nicht von Anfang an 1000 einstellen, wenn ich was anderes errechnet habe. Versteht ihr mein Problem?
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    • Kann es sein, dass der Umschaltpunkt noch optimiert werden muß? Durch die unterschiedlichen Zylinder und Schnecken muss der Umschaltpunkt nicht zwangsläufig zu 100% an der selben Stelle liegen. Da muss auf jeden Fall nachgearbeitet (optimiert) werden.

      Die Zuhaltekraft errechnet sich ja nicht nach dem Einspritzdruck, sondern in erster Linie nach der "projizierten Oberfläche in der Trennebene". Muß nun aus bestimmten Gründen der Einspritzdruck stark überhöht gefahren werden (Viskosität, kaltes Werkzeug, kaltes Material, ungünstig konstruierte Fließwege), kann es sein, dass die Maschine zum Erreichen einer bestimmten Einspritzgeschwindigkeit in gewissen Bereichen mehr Druck beim Einspritzen fahren muß. Eine große Schnecke hat aber auch mehr Massenträgheit als eine kleine. Dadurch könnte der gewählte Umschaltpunkt überfahren werden und das Werkzeug überspritzt. Warum berechnungsmäßig bei einer großen Maschine mit dem gleichen Werkzeug mehr Zuhaltekraft erforderlich sein soll erschließt sich mir nicht. Außer: Die große Maschine hat als Mindestzuhaltekraft die 2000kN oder ie "Atmung" der Schließeinheit ist unnatürlich groß (Verschleiß).

      Fakt ist: Du errechnest die erforderliche Schließkraft und gibst 10% Sicherheit drauf. Du hast die Parameter für das Einspritzen errechnet und eingestellt und stellst beim Spritzen fest, dass du zur 100%igen Füllung (gelernt 95-98%) noch mehr Druck brauchst. Effekt ist, dass du die Zuhaltekraft in bestimmten Bereichen überschreitest und das Werkzeug würde überspritzen. Das ist dann aber ein Werkzeugproblem und kein grundlegendes Berechnungsproblem. Auf jeden Fall mußt du dann optimieren. Zuhaltekraft hoch, Umschaltpunkt prüfen etc. Nur Mut, keine Maschine ist in ihren Einstellungen bedingungslos identisch. Gerade, wenn mit unterschiedlichen Schnecken und Zuhaltekräften gearbeitet werden muss. Das wird schon.
      MfG. petersj
    • Auch wenn dir beigebracht wurde mit einem hohen Nachdruck zu beginnen, kann das zu Überspritzungen und sogar zu Beschädigungen am Werkzeug führen. U.U. brauchst du einen Mindestnachdruck aber zumindest die Nachdruckzeit um den Prozess sinnvoll starten zu können. Grundsätzlich sollte aber von niedrig nach hoch gearbeitet werden. Sonst hast du auch noch das Problem den Umschaltpunkt zuverlässig zu bestimmen. Der Nachdruck soll nicht höher als notwendig eingestellt werden, da es sonst zur Überfüllung des Werkzeuges kommen kann. Sichtbar sind dann Grate, unsichtbar sind beginnender Weißbruch. Weiterhin kann es zu Entformungsproblemen kommen.

      Diese Vorgehensweise aus der verkehrten Richtung kann auch der Grund für die hohe Zuhaltekraft auf einer eurer Maschinen sein.
      MfG. petersj
    • Hallo,

      erstmal danke für die ganzen Antworten. Habe die Prüfung heute hinter mich gebracht und es wird wohl auf eine 2 mit glück eine 1 herauslaufen.

      Habe auch mit dem Nachdruck niedrig angefangen, aber in der Schule wirds halt anders erklärt. Hatte zum Glück nen Prüfer der nicht so viel nachgefragt hat und habe einfach die Schließkraft ein wenig höher genommen (glaub ich war auf 800 und 500 errechnet). Hat aber alles gepasst, ich bin zufrieden.

      Vielleicht bis bald ;) Ciao
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