, Kleine Werkzeug Maintenance

    • , Kleine Werkzeug Maintenance

      Hallo Community,

      Wir sind ein Schuster, der nicht bei seinen Leisten bleiben will - Ein Kunststoffteile verarbeitendes Montagewerk, dass einen kleinen Anteil seiner Zukaufteile selbst spritzen möchte.
      Unsere Teile sind größtenteils recht "anspruchslos" (raue oberflächen, später nicht sichtbar etc pp, nur PP Material)

      Nun haben wir soweit Maschinen und das zugehörige Equipment bedacht, aber ein Punkt bereitet noch ein wenig Kopfschmerzen:
      Die Werkzeuginstandhaltung. Da die Hauseigene Produktion eher klein wird (beginnt mit 5 Maschinen, 8 Werkzeuge), lohnt es sich nicht wirklich einen kompletten Werkzeugbau zu integrieren und wir planen daher, Reparaturen bei unserem WZB machen zu lassen - dies gilt allerdings nur für größere Sachen. Wir würden gerne kleine, alltägliche Dinge ohne großes Know-How selbst übernehmen, die da wären O-Rings, Ejector-pins und Springs selbst austauschen. Soweit ich das bei unseren Lieferanten so gesehen habe, wir das Werkzeug einfach mithilfe des Krans und einem Fausthammer in die einzelnen Platten zerlegt und dann kann man Pins etc einfach rausnehmen und entweder nachschleifen oder von einem "Endlosdraht" (gilt auch für die springs) etwas in geeigneter Länge abschneiden und ersetzen.

      Wenns wirklich nur so ist, scheint das auch mit ein wenig Übung und einem kleinen Seminar für "Jederman(n)" machbar oder übersehe ich da etwas?

      Wie gesagt, tatsächliche Reparaturen, touch-ups etc sollen extern gehandhabt werden.



      Gruß,

      Peter
    • Guten Morgen,

      was auch immer Ejector-pins und auch Springs in einem Spritzgiesswerkzeug sein sollen, es ist kein Hexenwerk ein SGW zu demontieren.
      Beim Zusammenbau muss man schon etwas aufschauen, wie bei allem sollte nichts übrig bleiben.
      Ich bin der Meinung, dass ein Verfahrenmechaniker auch mal ein Werkzeug demontieren sollte und dieses auch wieder zusammensetzen sollte.
      Hierbei sind kleinere Reparaturen wie das wechseln eines Einsatzes, Auswerfer, Dichtungsring, Kühlwasseranschluss etc. pp. inbegriffen.
      Das SGW vorher schön begutachten und den Folgeschritt meines derzeitigen Schrittes bedenken. Was geschieht, wenn ich den Stift ziehe oder die Schraube löse... (So erkläre ich das meinen Lehrlingen).
      Ist das Werkzeug, bzw. die Platten gekennzeichnet? Kann ich etwas abbrechen, verdrehen, falsch herum einsetzen...
      Es gibt tausend Dinge die man beachten sollte.
      War es ein guter Werkzeugbauer ist es auch ein gutes Werkzeug und meist selbsterklärend :)

      Ja, werte Gemeinde, ich bin ich Bilde, dass nicht jedes SGW gleich ist, wer jedoch etwas handwerkliches Geschick mit sich bringt, bekommt das hin.
      Für grössere Reparaturen wird ja dann auch ein Externer beauftragt.

      Bei 8 Werkzeugen und 5 Maschinen wird man sich ja auch einen gelernten Verfahrensmechaniker leisten können, mit Kenntnissen vom Werkzeugbau.


      Otl. E.
      "Der Feind meines Feindes ist mein Freund" und "Nur tote Fische schwimmen mit dem Strom"
    • In den Ausschreibungen für Stellen in unserer Spritzgießerei steht immer "...handwerkliches Geschick". Leider muss ich immer wieder feststellen, dass nicht jeder der einen Pinsel schwingen kann wirklich "handwerkliches Geschick" hat. Wieder und wieder kommt es vor, dass diese Leute mit ihrem "Basteltalent" erheblichen Schaden anrichten. Scheint schwer zu begreifen zu sein: aber ein Seitenschneider oder Cuttermesser ist kein Allroundwerkzeug.

      Shenzhen ist doch eine Werkzeugbauhochburg - da muss es doch möglich sein entsprechendes Personal zu bekommen - schließlich müssen die Maschinen auch gewartet werden und das kann dann doch die gleiche Person machen.
      MfG. petersj
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    • Danke für eure Antworten.

      Ja Werkzeugbauer gibt es hier sicher in Hülle und Fülle allerdings wollen wir eigentlich für den Anfang (nach späterem Expandieren vielleicht) in keinen investieren, da bei so wenigen Molds sein Beschäftigungsgrad doch eher gering wäre - daher wollen wir ja (wie gesagt vorerst) die tatsächliche Maintenance noch auslagern.

      Wir werden uns sicherlich zu gegebenen Zeitpunkt jemanden ins Haus holen der uns für die Werkzeuge im speziellen zeigt worauf zu achten ist.
      Nur wäre es schön wenn wir dann auch eine ausreichend ausgestattete Werkstatt für solch kleine Arbeiten hätten. Kran und das übliche zum Schneiden und Schleifen ist da, aber was fallen denn aus eurem Wissen noch für alltägliche Problemchen an, die wir vielleicht noch nicht bedacht haben und wofür wir dann (in Sachen Ausstattung) vorbereitet sein sollten?



      Ihr seht schon, wir haben mit SG noch nicht viel Erfahrung und leider sind nicht alle unsere Partner hier sehr gesprächig dies bezüglich, da sie häufig Angst haben, man wolle ihnen etwas wegnehmen.



      Gruß
    • Nein, ich meine keinen Werkzeugbauer, sondern einen Schlosser (Maschinenbauer). Der sollte fähig sein, alles was mit mechanischen Problemen belastet ist zu reparieren. Nicht nur die Spritzgießmaschinen.

      Als Werkzeug braucht man nicht nur einen Hammer.

      1 Satz Ringschlüssel (mindestens 6-32mm)

      1 Satz Maulschlüssel (Gabelschlüssel mindestens 6-32mm)

      1 Satz Inbusschlüssel (mindestens 2-10mm)

      1 Satz Feilen

      1 Schlosserhammer 500g und 800g

      1 Schonhammer

      1 Plastikhammer

      1 Seitenschneider

      1 Wasserpumpenzange 1 1/2"

      1 Satz Schraubendreher (Kreuz und Schlitz)

      Weitere Werkzeuge, Reinigungsmittel, Schmiermittel etc. muss man zügig beschaffen, wenn die Nachfrage besteht.
      MfG. petersj
    • Plastikhammer?
      Schwerer Fehler - Ich bin doch auch Plastikspritzer :D

      @Fischpet

      Habt ihr Probleme solche Sachen zu beschaffen, das alles schon vorher da sein muss?
      Habt ihr euch schon um die ganzen anderen Sachen Gedanken gemacht?
      Wasser, Öl, Strom, Personal, Material etc?
      ..:: Gruß von Kuka ::..
      ..:: Alle sagten es geht nicht. Dann kam einer, der das nicht wusste, und tat es ::..
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    • Danke erstmal für die Antworten.



      Das besorgen dieser Sachen ist sicher selbst hier in China nicht das Problem, wir wollen nur halt auf das Nötigste vorbereitet sein, wenn es soweit ist.
      Du gehst ja auch nicht noch schnell in den Supermarkt und kaufst eine Packung Kerzen, während dein Date schon in der Küche auf das Essen wartet :)

      Supply Anschlüsse sind alle kein Problem das ist rasch konzipiert und auch Personal lässt sich hier fix auftreiben bzw das wird an anderer Stelle diskutiert, erstmal steht die technische Ausrüstung im Vordergrund.

      Eine große Auswahl an Hämmern aller Formen und Farben haben wir schon, eine Werkstatt für alltägliches im Montagewerk haben wir ja schon, die Frage ist halt was speziell für Spritzgußwerkzeuge dazu kommen muss, woran wir Ahnungslose nicht denken.



      Gruß
    • Hi

      Man sollte das Zerlegen bzw. Zusammenbauen einen Spritzwerkzeugs nicht einfach so unterbewerten. Werkzeuge ohne Schieber/Gewindekerne/Hydraulik/Planetengetriebe/Faltkerne etc. kann man natürlich auch als "Ungelernter" zerlegen und wieder montieren, wenn man konzentriert bei der Sache bleibt und auch weiß welches Teil wohin gehört. Aber auch hier hab ich schon einiges erlebt: "Ok....jetzt hab ich das zerlegt und gereinigt.....äh....wie bau ich das nun wieder zusammen?"

      Bei komplizierten Werkzeugen mit o.g. Besonderheiten sieht das schon wieder anders aus. An solche Werkzeuge würde ich im Leben keinen Schlosser bzw. einen ungelernten ran lassen. Immerhin ist der Werkzeugmacher ein Ausbildungsberuf mit 3,5 Jahren Lehrzeit (soweit das noch aktuell ist) und das nicht ohne Grund!! (Ja...ich hab Werkzeugmacher gelernt...ich muss mich auch mal verteidigen hier ;) )

      Ich gehe davon aus dass Ihr recht "schlichte" Spritzwerkzeuge habt. Da ist die Auflistung von petersj schon ok. Wichtig ist noch das Fett für die Auswerfer. Das sollte man schon regelmäßig überprüfen und entprechend erneuern.

      MfG

      Klabuster
    • Gutes Schmierfett.....
      z.B. Molykoty für Hochtemperaturen (PPS), Teflonfett für optisch nicht Anspruchsvolle Teile (ist optimal für Auswerfer)
      Ein Werkzeug ist im Prinzip ja überschaubare Mechanik, aber jeder Aufbau hat so seine "Lebensgeschichte", z.B. Entlüftung hier und dort,
      Hinterschneidungen, polierte Flächen an bestimmten Stellen.......usw.
      Es gibt halt viele Kleinigkeiten zu beachten, aber die kennt man mit genug Berufspraxis bzw. Erfahrung.
      Ich bin ja Spritzer, baue aber auch Formen um oder reparier mal einen Auswerfer....leider bin ich da bei uns in der Fa. oft geschickter als ein Werkzeugmacher,
      denn die dreschen oft bewegliche Teile mit Hammer rein und merken nicht, dass sich eigentlich schon was frisst.....bis ich halt dann in der SGM
      die Form ausbauen muss.
      Das sind alles Dinge, die handwerkliches Geschick, aber auch mechanisches Know How voraussetzen...bzw. den Willen, was gescheit machen zu wollen.
      Das macht ihr schon, nur Mut.

      viele Grüße
      Kunststoffformgeber sind Künstler, denn es ist eine
      Kunst,
      den Kunststoff in Form zu bringen
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    • Klabusterbär schrieb:

      Hi

      Man sollte das Zerlegen bzw. Zusammenbauen einen Spritzwerkzeugs nicht einfach so unterbewerten. Werkzeuge ohne Schieber/Gewindekerne/Hydraulik/Planetengetriebe/Faltkerne etc. kann man natürlich auch als "Ungelernter" zerlegen und wieder montieren, wenn man konzentriert bei der Sache bleibt und auch weiß welches Teil wohin gehört. Aber auch hier hab ich schon einiges erlebt: "Ok....jetzt hab ich das zerlegt und gereinigt.....äh....wie bau ich das nun wieder zusammen?"

      Bei komplizierten Werkzeugen mit o.g. Besonderheiten sieht das schon wieder anders aus. An solche Werkzeuge würde ich im Leben keinen Schlosser bzw. einen ungelernten ran lassen. Immerhin ist der Werkzeugmacher ein Ausbildungsberuf mit 3,5 Jahren Lehrzeit (soweit das noch aktuell ist) und das nicht ohne Grund!! (Ja...ich hab Werkzeugmacher gelernt...ich muss mich auch mal verteidigen hier ;) )

      MfG

      Klabuster

      Richtig!!! :thumbsup: :thumbsup: :thumbsup: :thumbsup:
      :D Ich möchte nur einmal mit Profis arbeiten :D
    • Also gehts dir/euch mehr um die Wartung/Reparatur der Spritzgießwerkzeuge, und nicht um z.b die der Spritzgießmaschinen?

      Als sehr angenehm empfinde ich eine Werkbank mit einer POM-Platte oben drauf. Die hält einiges aus und die Werkzeuge flutschen nur so über den Tisch! ausserdem sind Druckluftschrauber sehr Zeitsparend!
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    • Hallo,



      Also wir werden uns natürlich einen (chinesischen) Spritzer zulegen. Die gibt es in dieser Region wie Sand am Meer (interessant wird es nur jemanden zu finden, bei dem das, was auf dem CV steht, auch irgendwie real ist, denn chinesen kopieren nicht nur iPhones :D ).
      Dieser soll dann das Supervising übernehmen, er kennt sich mit den Geräten aus (bzw wird speziell nochmal vom Maschinenhersteller belehrt) und kann dementsprechend deren Handhabung und Maintenance leiten.

      Wir wollten halt nur (zumindest zu Beginn) nicht in einen Werkzeugmacher investieren, da sich das bei 6-7 Molds nicht wirklich lohnt. Da fahren wir sie für die anstehenden Reparaturen lieber woanders hin und lassen wie erwähnt nur das Wechseln der O-Ringe und Auswerfer in-house.

      Danke auf jeden Fall für eure Kommentare diesbezüglich! So banal meine Frage auch geklongen haben mag, wenn wir ohne jegliche Eigenerfahrung an die Sache rangehen, sind auch solche Dinge von großer Bedeutung.. Je weniger Lehrgeld wir bezahlen müssen, desto besser - Die Investition soll sich ja auch irgendwann mal rentieren ;)



      Achja da es Masterchief gerade anspricht, nach welchen Maststäben wartet ihr denn eure Maschinen?
      Ich weiß, dass Arbug so ein Programm hat, dass einem automatisch sagt, wann was gemacht werden muss, damit man nichts vergisst. Das ist aber nicht die Regel, soweit ich das mitbekommen habe, oder?
      Macht ihr das nach Erfahrung? Wartet ihr die Maschine während sie gerüstet wird, um Zeit zu sparen?



      Gruß