2 bis 4 Schuß im Zylinder

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    • 2 bis 4 Schuß im Zylinder

      Hallo Forum,

      ich habe gelesen, daß sich in dem Zylinder nur 2 bis 4 Schuß befinden sollen.... was heißt das??
      Bezieht sich das auf das Gangvolumen, also wenn das Teil 100cm³ hat, eine Schnecke mit 200 bis 400 cm³ Gangvolumen?
    • Hallo.
      Deine Maschine hat ein Schussgewicht von 1kg in PS.
      Und dein zu spritzendes Teil 250g in PS, dann hast du 4 Teile im Zylinder.
      Wenn du dann Teile in PP drauf hast musst du es mit der Dichte von PP umrechnen.
      Beispiel:
      1000g Schussgewicht : Dichte PS =
      dann x Dichte PP
      Dann hast du dein Schussgewicht der Maschine in PP. Das kannst du dann durch dein Teilgewicht dividieren und hast dann deine Ist-Schuss im Zylinder in PP.
      ..:: Gruß von Kuka ::..
      ..:: Alle sagten es geht nicht. Dann kam einer, der das nicht wusste, und tat es ::..
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    • Die 1kg war ein Beispiel, wenn deine Maschine soviel hätte. Wie viel Schussgewicht deine Maschine hat kann ich nicht wissen, meine Glaskugel ist Reparatur;)
      ..:: Gruß von Kuka ::..
      ..:: Alle sagten es geht nicht. Dann kam einer, der das nicht wusste, und tat es ::..
    • Entschuldige, ich habe mich falsch ausgedrückt. Natürlich bin ich von einem Beispiel ausgegangen... ich habe mich nur gefragt, ob es sich um das maximale Schußgewicht handelt, was der Hersteller in PS angibt oder um das empfohlene Dosiervolumen von der Schnecke ( 1- 4 D).
      Und wenn, daß max. Schußgewicht, dann warum? Es hätte doch nichts mit der Homogenität der Schmelze zu tun?! Oder?
    • Hallo Hoax,

      was der Hersteller angibt ist das max. Schussgewicht in PS.

      Zu deiner Frage warum die Hersteller das angeben, ist ein genormtes Mittel, das alle Hersteller verwenden, um die Leistung ihrer Maschine

      anzugeben.

      Zu deinem warum das max. Schussgewicht, ist wie bei einem Auto, die Leistung wird in KW angegeben, ist auch die Maximalleistung, die

      die Maschine zu leisten vermag, musst ja nicht ständig diese Maximalleistung abrufen.

      Verstehe deine Frage leider nicht ganz, worauf willst du hinaus?

      Mit der Homogenität hat das jedenfalls noch nicht so viel zu tun, das liegt ja an der Materialaufbereitung im Zylinder, genau diese

      Homogenität herzustelen, bzw. sicherzustellen.
      Gruß
      Peter
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    • peri schrieb:

      Mit der Homogenität hat das jedenfalls noch nicht so viel zu tun, das liegt ja an der Materialaufbereitung im Zylinder, genau diese

      Homogenität herzustelen, bzw. sicherzustellen.
      Das hat indirekt sehr viel mit der Homogenität zu tun, wenn 2-4 Schuß in der Spritzeinheit sind, sollte das in der Regel optimal sein. Wird aber das max. Schußgewicht einer Spritzeinheit z.B. bei einer schnellen Zykluszeit ausgenutzt, kann das Polymer kaum homogen aufschmelzen (ich weiß, ungünstig beschrieben). Ebenso kann die Vorgabe 2-4 Schuß bei einer sehr langen Zykluszeit thermische Schädigung hervorufen, ist also (wie immer) in der aktuellen Situation zu beurteilen.
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    • Trico schrieb:

      wenn 2-4 Schuß in der Spritzeinheit sind, sollte das in der Regel optimal sein.
      ...da sind wir doch beim Thema: Es sollen im Aggregat 2 bis 4 Schuß sein. d.h. von Einfüllöffnung bis Düsenspitze, aber in welchem Zustand?Aufdosiert und den Rest in den Schneckengängen? Wurde außer mir denn überhaupt schon mal jemanden diese Regel an den Kopf geworfen?
    • Das mit den "2-4 Schuß im Zylinder" hängt auch vom Spritzteilvolumen (Gesamtvolumen inkl. Angußverteiler, wenn vorhanden) ab. Diese Angabe stimmt in etwa, wenn das Sinnvolle Dosiervolumen von ca 1/3 bis 2/3 des maximal möglichen Dosiervolumens genutzt wird. Diese 2-4 Schuß sind tatsächlich die Füllung der Schneckengänge plus der eine aufdosierte Schuß. Bei einem kleinen Werkzeug ist es mehr Material was im Zylinder bleibt als bei einem Großen, weil beim großen Werkzeug der Materialdurchsatz viel größer ist.

      Beispiel: Du hast eine Rinne von 500mm Länge. In dieser Rinne liegen hintereinander 50 Kugeln von 10mm Durchmesser. Die 10mm entsprechen deinem Schußgewicht und deinem Dosiervolumen für das jetzt eingebaute Werkzeug. Schiebst du nun hinten eine 10mm Kugel nach, fällt vorne eine runter. Nun baust du ein größeres Werkzeug ein wo dein Schußgewicht einer 50mm Kugel entspricht. Es passen also 10 Kugeln zu 50mm in die Rinne. Also weniger Kugeln = weniger Schüsse.

      Das Ganze soll zeigen, dass du bei jedem Einschieben einer Kugel, die ganze Reihe Kugeln immer nur ein Stück weiter schiebst, die Rinne aber trotzdem immer gefüllt bleibt. Und die Kugeln die noch in der Rinne liegen, haben eine gewisse Verweilzeit. Und diese Verweilzeit ist beim Kunststof sehr wichtig, da sie zur Aufbereitung der Schmelze wichtig ist. Andererseits wird die Schmelze in dieser Zeit thermisch belastet und kann sich dabei zersetzen.

      Deswegen ist es so wichtig zur Größe (Volumen) eines Werkzeuges auch die entsprechend passende Zylindergarnitur zu verwenden. Heißt: 35ger Schnecke und 5g Schußgewicht passen nicht zusammen, da die Verweilzeit zu lang wird - du wirst die Masse für die Zeit von ca 20 Schuß im Zylinder verweilen lassen. Und dann kann sie "vergammelt" sein.
    • Eigentlich sollte dieses jedem Kunststoffformgeber /Spritzguß in der Ausbildung beigebracht werden. Leider wird dieses aber auf Grund nicht vorhandener unterschiedlicher Zylindergarnituren oder Maschinen oft gar nicht möglich gemacht.

      Im nachfolgenden Link ist hierzu auch einiges dargestellt. (Seite 14 und folgende) Anmeldung evtl. erforderlich aber kostenlos


      plastics.bayer.com/plastics/em…89/MS005756.pdf?docPart=0

      (Aktualisiert 07.04.2013)

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von petersj () aus folgendem Grund: Aktualisierng des Links

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    • Vielen Dank für die Antwort und den Hinweis für meinen schlechten Ausbildungsstand, ich bemühe mich gerade diesen aufzuarbeiten. Ich bin mir sicher, die Ausbildung ist heutzutage qualitativ besser.
      Ich kann mich an meine ehrlich gesagt fast nicht mehr erinnern...
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    • @Trico,

      die Frage von @ Hoax bezog sich ja erstmal auf die Herstellerangaben bezüglich des max. Spritzvolumens, dabei spielt die Homogenität ja

      erstmal eine untergeordnete, bzw. gar keine Rolle, dass diese im Prozess eine grosse Rolle spielt, auch in Abhängigkeit des Dosiervolumens, ist

      schon klar.

      Gibt es für die Schmelzedichte, wie von dir beschrieben irgendwo eine Tabelle, o.ä.?

      Denn die Schmelzedichte, kann ja durch höheren, bzw. niederen Staudruck enorm verändert werden, oder nicht?

      Zur Errechnung des Volumens hatte ich bisher immer nur die tatsächliche Dichte berücksichtigt, bin bis dato immer gut damit gefahren.
      Gruß
      Peter
    • Eigentlich sollte dieses jedem Kunststoffformgeber /Spritzguß in der
      Ausbildung beigebracht werden. Leider wird dieses aber auf Grund nicht
      vorhandener unterschiedlicher Zylindergarnituren oder Maschinen oft gar
      nicht möglich gemacht.

      @petersj,

      wenn schon die technischen Möglichkeiten in einem Ausbildungsbetrieb nicht gegeben sind,

      so sollten die Ausbilder trotzdem sicherstellen, dass den Azubi`s genau solche Dinge trotzdem richtig beigebracht werden,

      sonst macht ja eine Ausbildung keinen Sinn.
      Gruß
      Peter
    • Naja, ich hab auch schon Gespräche mit Technikern gehabt, die sich wunderten, dass man auf ´ner 500kN Maschine keine Fensterscheiben spritzen kann und die über die oben genannte Begrenzung des sinnvollen Spritzvolumens auf max 2/3 des maximalen Dosiervolumens erstaunt waren. Ausserdem ist vielen der Unterschied zwischen Zykluszeit und Verweilzeit nur schwer zu erklären. Vor allem, wenn nach einer viertelstunde Erklärung kommt: Nun, so groß wird der Unterschied schon nicht sein.

      Da fragt man sich dann schon, wo und was diese Leute gelernt haben. Und dann kommt Folgendes: :cursing: :?: :cursing: :?: :cursing: :?:

      Selbst unsere Laborhelfer (Spritzgießer, allesamt Ungelernte, da es den Ausbildungsberuf so ja noch nicht allzu lange gibt) wissen, auf Grund der innerbetrieblichen Schulungen, was diesbezüglich Fakt ist. Wir haben dafür seit Jahren schon den wöchentlichen "Schulungstag", an dem die Schichtleute 1 Stunde früher kommen (Zeit wird gutgeschrieben/vergütet), Tagesdienstler nehmen sich entsprechend die eine Stunde. Schulungen werden Fallbezogen oder auch frei durchgeführt. Umfangreiche Themen werden ggf. auch mal als Tagesschulung durchgeführt.
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    • Hallo

      @ petersj, Euren Schulungstag finde ich Klasse. Um innerbetriebliche Weiterbildung und Problembearbeitung wird sich allgemein viel zu wenig gekümmert. Ich persönlich hatte das meinen Kollegen mal Samstags quasi als freiwilligen "Subotnik" angeboten. Der Zuspruch war aber eher mager obwohl die Zeit aufs Arbeitszeitkonto gutgeschrieben wurde. Denen die anwesend waren hat es aber was gebracht.

      Zum Thema Verweilzeit der Formmasse im Zylinder war in der Zeitschrift "K-Berater" Ausgabe 5/Mai 2011 ein interessanter Artikel mit einer Formel für Excel, mit der man sich für Standardschnecken die Verweilzeit als Nährungswert errechnen konnte.

      Grüsse :thumbup:
      Grüße :thumbup:
    • peri schrieb:

      Gibt es für die Schmelzedichte, wie von dir beschrieben irgendwo eine Tabelle, o.ä.?

      Denn die Schmelzedichte, kann ja durch höheren, bzw. niederen Staudruck enorm verändert werden, oder nicht?

      Zur Errechnung des Volumens hatte ich bisher immer nur die tatsächliche Dichte berücksichtigt, bin bis dato immer gut damit gefahren.
      Umrechnungsfaktor Einspritzvolumen (ccm) in Schußgewicht (g)

      Material
      Faktor

      Material
      Faktor


      ABS
      0,88
      PS
      0,91

      CA
      1,02
      PVC, hart
      1,12

      CAB
      0,97
      PVC, weich
      1,02

      PA
      0,91
      SAN
      0,88

      PC
      0,97
      SB
      0,88

      PE
      0,71
      TPE-A
      0,83

      PMMA
      0,94
      TPE-E
      0,98

      POM
      1,15
      TPE-V
      0,72

      PP
      0,73
      TPE-S, SEBS
      1,06

      PP 20% Talkum
      0,85
      TPE-U
      0,98

      PP 40% Talkum
      0,98
      PF
      1,3

      PP 20% GF
      0,85
      UP
      1,6


      Hier mal einige Umrechnungsfaktoren für diverse Materialien, entnommen aus Battenfeld-Prospekt. Dies sind allerdings -wie so vieles- lediglich Richtwerte, z.B. haben wir aktuell ein Artikel aus PE auf der Maschine, Einspritzvolumen (Dosiervolumen minus Massepolster) 560ccm, Schußgewicht 438 g, ergibt dann ein Umrechnungsfaktor von 0,78 (lt. obiger Tabelle wird bei PE allerdings 0,71 angegeben. Ist halt wie schon mal erwähnt von verschiedenen Parametern abhängig (Staudruck, Zylindertempeatur.....)

      Laut einigen Beiträgen hier, arbeiten noch sehr viele von Euch bei Dosier- und Einspritzwegen in mm und mit Hydraulikdrücken, bei der Verwendung von spezifischen Drücken, Volumenangaben in ccm und Geschwindigkeitsangaben in ccm/sec, wird einiges klarer und einfacher 8)

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von HK ()