Was haltet ihr von Büchern, über das Thema Spritzguss

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    • Was haltet ihr von Büchern, über das Thema Spritzguss

      Was haltet ihr von den Büchern,
      Spritzgießen für Praktiker oder Spritzgießtechnik? Welche Lernhilfsmittel würdet ihr bevorzugen? Ich hatte letztens bspw. das Problem mit Auswerferabdrücken und laut dem Störungsratgeber bei Formteilfehlern, wird zwar richtigerweise erklärt, dass die Flächenpressung am Formteil im Bereich der Auswerfer zu groß ist und damit eingedrückt (oder durchgestoßen) wird, aber bei der Fehlerbeseitigung, geht man nur auf das Werkzeug ein (Auswerferplatte, Verschmutzung - Auswerferspiel/Auswerferlänge, Entforumgsschrägen vergrößern, Hinterschnitte beseitigen) oder den direkten Einstellparameter wie (Restkühlzeit, Auswerferkraft, Auswerfergeschwindigkeit) doch auf die Masse, bei der wir letztendlich manchmal das Problem haben, dass sie ihre Eigenschaften ändert, die Teile in den Kavitäten zum Teil nicht volkommen volumetrisch ausgefüllt sind, oder wie in dem Fall die Masse wohl dünnflüssiger war (und ja, es liegt an dem Material und nicht an "schwankenden Werkzeug oder Maschinenwerte, da das auch auf anderen Maschinen zu beobachten war), und schneller die Formwand erreicht hat, somit sich eben die Flächenpressung erhöht und Auswerferabddrücke zu sehen sind, wird da nicht erwähnt. Mir ist klar, dass diese theoretischen Hilfsmittel, nicht alle "Möglichkeiten" abdecken können und man natürlich sein Verstand benötigt, doch um ganz ehrlich zu sein, wenn ein Werkzeug bereits schon mehrere Tage, ohne Probleme läuft, brauch man mir nicht von Entforumgsschrägen oder Auswerferlänge zu kommen, da man das bereits beim anfahren merkt. Das Auswerferspiel, oder Verschmutzungen, sind tatsächlich mögliche Ursachen, doch auf diese Tatsachen wird da nie eingegangen. Ein Lernbuch, wo man auf diese Individualitäten eingeht, und auch noch einmal die genauen Formteilfehler analysiert würde mich schon reizen und würde ich sehr begrüßen mir anzueignen.

      Hättet ihr da ein paar Vorschläge?

      lg

      Marco
    • Ich glaube das so etwas nicht in ein Buch passen würde.
      Erst einmal muss man davon ausgehen(gehen die in jedem Buch) das alles seine Richtigkeit hat.
      Das Wz ist richtig gebaut und es wird der passende Kunststoff der für die Form geplant war auch benutzt. Dann ist die Form auf der richtigen Maschine(Tonage und Zylindergrösse)
      Dann kommen die Bücher die besagen welches ersteinmal der grundlegende Weg ist um diesen Artikel zu fertigen.(Parameter)
      Das ist meines erachtens auch zum grössten Teil umsetztbar und bietet auf jedenfall erst einmal eine solide Basis.
      DOCH die Realität sieht meist anders aus........
      Die Artikel laufen sehr gut an. Dann kommen Materialmusterrungen die zwar die gleichen Materialien verwenden aber von einem anderen Hersteller.Weil billiger oder nicht mehr beschafbar oder oder oder.
      Und schon ist der Einrichter gefragt der dann wenn er Pech hat die Maschine neu anfahren muss.Wir haben PC/ABS für sehr viele Artikel.Jahrelang in schiefergrau und jetzt in schwarz.Es gibt auch noch Natur und light basic. Das alles haben wir von 5 unterschiedlichen Herstellern. Das geht rei um.Es soll alles das gleiche sein und doch haben wir für jede Farbe und jeden Hersteller für jeden Artikel einen eigenen Datensatz. Obwohl die Farbe und die Eigenschaften gleich sein sollen!
      Wir haben Jahrelang einen PP von VESTOLEN verarbeitet. Den gab es plötzlich nicht mehr. Wir bekamen den gleichen Kunststoff von einer anderen Firma und mussten die Werkzeuge ändern lassen weil alle Auswerfer sich abzeichneten. Und wir hatten nur für diesen einen PP eine Freigabe. Kunde wusste aber bescheid.

      Jetzt schreib das mal alles in Bücher und frag die anderen Forenmitglieder was sie zu erzählen haben und Du kannst eine Chronic auf den Markt schmeissen und zwar in 10 Bänden.
    • Uziel schrieb:

      Erst einmal muss man davon ausgehen(gehen die in jedem Buch) das alles seine Richtigkeit hat.
      Das Wz ist richtig gebaut und es wird der passende Kunststoff der für die Form geplant war auch benutzt. Dann ist die Form auf der richtigen Maschine(Tonage und Zylindergrösse)
      Dann kommen die Bücher die besagen welches ersteinmal der grundlegende Weg ist um diesen Artikel zu fertigen.(Parameter)
      Das ist meines erachtens auch zum grössten Teil umsetztbar und bietet auf jedenfall erst einmal eine solide Basis.
      Ich denke das es für den Anfang reicht, davon auszugehen, es hat alles seine "Richtigkeit", um eine solide Basis zu schaffen. Mir ist klar und das habe ich ja auch schon im vorhergegangenen Post erklärt, dass der Verstand unabdingbar ist und es sicherlich immer wieder Dinge gibt, die einfach vom Ist-Zustand und der Theorie abweichen, doch wenn ich persönlich "noch" nicht in der Lage bin, diese möglichst schnell zu erkennen, da ich es a.) nicht weiß (demzufolge von einen Folgefehler als Ursache ausgehe) oder b.) nicht verstehe, gehört eine grundlegende Bildung dazu. Wenn ich an einem Spritzling ein Formteilfehler erkenne, muss ich als erstes feststellen, um was es sich für einen Fehler handelt und ob der Fehler eventuell mit weiteren ergänzt wird, die Indiz für die Fehlerusache sind. Da ich wie gesagt neu in diesem Fachbereich bin, konnte ich letztens, an einen "Rohrförmigen" Formteil, von uns genannt "Gehäuse" - Material "PC", nicht erkennen um welchen Fehler es sich am Angußbereich handelt. Es werden pro Zyklus zwei Gehäuse gespritzt, die in der Mitte mit einen Anguß verbunden sind. Da ich selbst nicht primär mit der Aufgabe beschäftigt war, sah ich nur wie mein Kollege genervt zu Werke ging -lach-. Nun, wie soll ich den Fehler erklären - um den Einspritzbereich, da wo der Anguß zuvor gehangen hat, schien das Material ca. 2cm farbig anders zu wirken (PC ist bei uns farblos, und das Material wirkte "weißer" /"trüber"), sowie als würde die Temperatur an diesem Bereich nicht stimmen. Ich konnte mir das bis jetzt erklären, und wollte daher mich auch bei anderen Fehlern um ein Nachschlagewerk bemühen.

      Wäre nett, wenn jemand da eine solide Bücherkette kennt.
      Vielen lieben Dank


      lg

      Marco
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    • Ich glaube das bei jeder Form und bei jedem Material die Fehler von den Grundfehlern(wenn man das so sagen kann) abweichen. Es gibt ja unzählige Möglichkeiten der Fehlerbildung. Du wirst wohl den holprigen weg des "testens" gehen müssen um dir in deinem Kopf einen Fehlerkatalog anzulegen.
      ubaleph.uni-paderborn.de/F/FU9…t_entry=000002&format=999

      Das könnte ich dir anbieten.
    • Das ist schon so gewollt! War nie auf der Uni aber da es eine freie Uni ist konnte ich mich in der Bibliothek anmelden und die ganzen Fachbücher wälzen. Hatte sonst keine Möglichkeiten da ran zu kommen. Und mehrere hundert Euro für z.b Handbuch spritzgiessen hatte ich auch nicht.Also ausleihen.
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    • Nun, ich wohne bei Dresden, da wäre es für mich vorteilhafter ein Buch von der Bibo der TU-Dresden auszuleihen, zumal dort die Bibo auch frei ist. Das wäre ja auch alles kein Problem. Ich würde auch gern das Geld hinlegen, wenn das Fachbuch gut ist. Mir ging es nur darum ein/mehrere gutes/gute Buch/Bücher zu finden. Letztendlich habe ich mir jetzt eins zugelegt und konnte auch schon einiges lernen. Seltsamerweise stimmt das sogar, wenn man es mit den "üblichen" erfahrenden Tipps der Einrichter hier im Forum vergleicht oder mit den Kollegen darüber spricht. In dem Buch, dass nicht so hochgestochen und weniger mit technischen Formulierungen glänzt, richtet sich an die Einrichter und ist daher zu gut verstehen. Wie ihr schon sagtet, oft führt der Weg über das Probieren. Man brauch bspw. nicht unbedingt das exakte Dosiervolumen, man kann sich dem nahezu perfekten Wert auch langsam annähern und pro Schuss erhöhen. Gleiches gilt für den Umschaltpunkt für Nachdruck, Einspritzgeschwindigkeiten usw.

      Dennoch danke für die Bemühungen

      lg

      Marco
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    • Ich bin hier auf dieses ältere Thema gestossen und da es heute aktueller denn je ist, erlaube ich mir, meine (von so manchem nicht gern gelesene) Sichtweise beizutragen.

      Grundsätzlich hat sich an der Arbeits- und Sichtweise der Spritzgießer hinsichtlich PROZESS bzw. PROZESSGESTALTUNG in den vergangenen 50 Jahren nicht viel geändert :thumbdown:
      Die Prozessgestaltung läuft immer noch, und das auch in der Ausbildung, nach althergebrachten "Richtlinien" ab:

      1) Massetemperatur möglichst im mittleren Bereich der Herstellervorgabe, tendenziell lieber kälter als wärmer (kommt aus der Zeit, als die SGM nur ein hydraulischer Druckerzeuger war) ...
      2) Entgasen beim Plastifizieren über Staudruck ...
      3) Dekompression nach Plastifizieren "nur soviel, dass kein Material aus der Düse austritt" ...
      4) RSP schliesst beim Einspritzen ...
      5) Umschalten bei 95-98% Volumenfüllung der Kavität ...
      6) Nachdruck so hoch, dass die Formteile (möglichst rund um die Uhr) voll ausgeformt sind und keinen Einfall haben ...
      7) Werkzeugkühlung tendenziell kalt, damit schneller Zyklus möglich ist ...
      usw.

      Der ein oder andere wird an der einen oder anderen Position vielleicht ein bisschen anders die Stellschraube nutzen, jedoch zeigen diese 7 Punkte das seit zig Jahren unveränderte Vorgehen bei der Prozessgestaltung/-optimierung in den Spritzereien ...... weil es ja auch so gelehrt und bei den Prüfungen gefordert wird(?)!

      Solange die Spritzgießer *dieses alte Denken* nicht ablegen, werden die Prozesse weiterhin auf Basis von *Basteln und Versuchen* entstehen.

      Wer es nicht glaubt sollte sich mal folgendes vorstellen:
      Fünf voneinaner unabhängige Spritzgießer gestalten einen Serienprozess für
      ein und dasselbe Formteil aus
      ein und demselben Material aus
      ein und demselben Werkzeug mit
      ein und derselben Spritzgussmaschine ....

      Was meint ihr, wieviel individuell unterschiedliche Prozesse werden entstehen? Hier kann jeder für sich die Frage beantworten ....

      Längst überfällig ist es, dass für das Herstellungsverfahren Spritzguss PROZESSRICHTLINIEN NEU erstellt werden müssen ....

      Klar ist, dass die oben genannten 7 Positionen
      a) inhaltlich n. i. O. sind,
      b) nicht zeitgemäss sind und
      c) es nicht ermöglichen,
      anspruchsvollen(!) Spritzguss nach heutigem Stand der Technik ohne *Basteln und Versuchen* und aufwendigem QS-System herzustellen.

      Ich würde mir ein Lehrbuch wünschen, welches plausibel das notwendige Wissen für die Gestaltung eines optimalen Prozesses für die *Formteilherstellung aus einer plastischen Masse* vermittelt - "das Denken in der plastischen Seele" ist notwendig! :thumbsup: