Anspritzpunkt zu groß

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Anspritzpunkt zu groß

      Hallo liebe Comunity,

      da das mein erster Beitrag hier ist, hoffe ich das er von Erfolg gekrönt sein wird.

      Ich habe ein Problem mit einem 4-Fach Spritzgusswerkzeug.
      Am Fertigteil bleibt ein kleiner Buzen hängen. Das Teil wird über einen Verteiler angespritzt. Pro Düse 2 Nester. Den Angusstunnel vom Kanal zur Kavität habe ich erst hineinerodieren lassen, nach Zeichnung mit neuer Elektrode (25°) in einem Neigungswinkel bezogen auf die Trennebene von 40°. Der Anspritzdurchmesser beträgt 1,2mm. Teilgewicht kann ich jetzt nicht genau sagen, da ich nicht mehr auf der Arbeit bin.

      Gibt es eine Faußtformel wie groß der Anspritzdurchmesser sein darf, bezogen auf das Teilgewicht pro Nest oder könnte es möglich sein, das meine Kontur falsch sitzt?

      Ich freue mich über eure Antworten.

      mfG der verzweifelte Michi ?(
    • Da gibt es viele Faktoren die da berücksichtigt werden wollen.
      1.) Welches Material wird vearbeitet? (Visco, verstärkt, unverstärkt, mit was verstärkt)
      2.) Wie viel Scherung kann und will ich dem Material zumuten? (Bleibt die Farbe stabil, bleiben Fasern heil?)
      3.) Wie groß sind die Spritzteile? (Dicke, Länge, Schwindung, Fließweg)
      4.) Wie schnell muss/kann die Form gefüllt werden?
      5.) Welche Form soll mein Anschnitt haben? Muss der Anschnit fast unsichtbar sein? Kann nachgearbeitet werden?

      Eine Faustformel kenne ich nicht.
      MfG. petersj
    • Danke für die schnelle Antwort,

      es ist Pa66 GF30.

      Die Sache ist, das Werkzeug lief früher ja auch schon ohne Probleme mit der selben Geometrie. Das Werkzeug kam zur Reparatur mit der Begründung; Anguß reißt schlecht ab. Damit meinten sie, das zuviel vom Anschnitt am Teil hängen bleibt. Nach meiner Meinung war der Tunnel schon stark verschlissen, also habe ich ihn nachgearbeitet, wie schon oben beschrieben.
      Nach dem Feierabend hätte ich wohl nicht mehr in der Firma anrufen dürfen, denn wenn man Feierabend hat und dann erfährt, das die arbeit die man gemacht hat nicht fiunktioniert, dann zieht das einen runter:-)
      Naja, weitere Daten habe ich leider jetzt nicht zur Hand.

      Ist es dennoch möglich ein solces Problem über Kühlzeiten oder Nachdruck in den Griff zu bekommen?

      Gruß Michael
    •      
    • Klar, durch Nacharbeiten kann der Tunnel natürlich noch größer geworden sein. Du musst die Abrissstelle also wieder verkleinern und eine scharfe Kante zum Nutzen hin bringen. Normaler Weise kann PA66 GF30 schon Einiges ab (Vorsicht bei der Farbe). Wir haben kleine Teile von etwa 60x60x2mm und können diese über 0,5mm anspritzen.
      MfG. petersj
    •      
    • Das heist doch eigentlich, das dein Tunnel immer noch nicht "scharf" genug ist und das der Tunnel bei dem Material auswäscht ist eigentlich normal.
      Durch ND und Kühlzeit wird da nicht viel zu machen sein, höchstens schneller fahren.
      ..:: Gruß von Kuka ::..
      ..:: Alle sagten es geht nicht. Dann kam einer, der das nicht wusste, und tat es ::..
    • Also bei anschnitten mit dem Material kann man als Einrichter nicht viel machen. Der Anschnitt muss ja beim entformen abgeschnitten werden.
      Ich würde Die Form auf die Maschine packen und anfahren lassen. Dann soll der Einrichter über die Grafik den Druckverlauf beobachten. Meist bricht die Druckkurve zusammen , wenn der Anschnitt zu gross ist. Die Druckkurfe
      sollte gleichmässig ansteigen. Wenn sie das nicht macht ist er zu gross. Unser WZB schweisst die Anschnitte zu und erodiert komplett neue. Dann wird noch mit der Hand nachgearbeitet und es passt. Wir fahren gefülltes PC.
      Da sind die Anschnitte auch oft ausgewaschen.
      Der Artikel scheint jetzt nicht gross und anschpruchsvoll zu sein. 1,5 mm scheinen mir da erheblich zu gross. Ich würde auf 0,5 mm gehen. Dann kann man auf der Maschine noch mit ner Diamantfeile optimieren.
    •      
    • Hallo,

      eine Faustformel für den Anschnittdurchmesser bei PA lautet: 0,8 x dickste Wandstärke.

      Die Kontur des Anschnittkegels scheint mir OK. Kann es sein, dass es sich um ein rundes Teil handelt, und der Anschnitt durch die 40° bereits stark im flachen Bereich eindringt? Dann kann er nämlich nicht mehr sauber abscheren. Dieses Problem haben wir oft.

      Kannst Du eventuell einen Direktanschnitt machen und den Anguß entweder vor oder nach den Teilen auswerfen (2-Stufen-Auswerfer, ...). Erfahrungen bei uns haben gezeigt, dass das bei GF-Materielien gut funktioniert. Einfacher wäre natürlich eine Teileänderung: rechteckig anstatt rund im Anschnittbereich.

      Gruß stefb
    • Hallo zusammen,

      da ich ja letzte Woche nur telefonisch von diesem Problem erfahren habe konnte ich nicht ahnen, das es eine relativ eindeutige Sache ist.

      Der Anschnitt kann nicht richtig abgeschert werden, da der Anspritzpunkt nicht ganz korrekt erodiert wurde. Er läuft zur hälfte in einen Radius aus. Dieser Teil des Anschnittes wird logischerweise beim entformen nicht abgeschert.
      Also, wieder laserschweißen und Tunnel neu erodieren ;(

      Danke für die Faustformel, die werde ich morgen mal prüfen.

      Gruß Michael
    •      
    • Hallo,
      Faustregel für den Kanal: 1,1 bis 1,5 x Wandstärke des Bauteils
      Faustregel für den Kegel: 0,5 bis 0,75 x Wandstärke

      Dann muß man halt noch variieren: Mit GF eher etwas größer. Auch mit den Winkeln muß man aufpassen. je spitzer umso größer die Scherung. Wenn scherempfindlich dann lieber einen Kegelstumpf. Dieser lenkt die Masse um und verwirbelt. PA mag es eher enger. POM weiter und TPE's brauchen eine ordentliche Scherung im Anguß.
      Ich könnte noch ne Seite schreiben, aber du siehst es ist immer ein Abwägen der Umstände.
      Gruß
      Geht nicht, gibt's nicht.
    • Hab letztens ein neues Werkzeug bemustert, wurde nicht von uns geordert und für das Teil wurde ein PA6 GF15 oder Gf30 angesetzt, das geile ist aber das Werkzeug besitzt einen Bananenanguss.... ich muss ja nichts mehr sagen;)
      ..:: Gruß von Kuka ::..
      ..:: Alle sagten es geht nicht. Dann kam einer, der das nicht wusste, und tat es ::..
    •      
    • Dann haben die sich nicht an die Einbauvorschriften gehalten;) Der Anguss springt in 4 Teile und muss immer aus dem Tunnel rausgedrückt werden...
      ..:: Gruß von Kuka ::..
      ..:: Alle sagten es geht nicht. Dann kam einer, der das nicht wusste, und tat es ::..
    • Kuka schrieb:

      Dann haben die sich nicht an die Einbauvorschriften gehalten;) Der Anguss springt in 4 Teile und muss immer aus dem Tunnel rausgedrückt werden...


      Wie gerne würd ich dir mal mein Set von Schrauben/Drähten zum rausbrennen von misslungenen Bananenangüssen vorstellen :D
      Übertriebene Rücksichtnahme ist ebenso schlecht wie mangelnde Aufmerksamkeit!¿
    • Hallo,

      wenn man die Gekauften vorschriftsmäßg einbaut, werden die Nestabstände bei gefüllten Materialien enorm groß. Nur weil der Konstrukteur nicht kreativ sondern nur bequem ist muß hierfür viel Geld investiert werden. (größeres Werkzeug, Maschine, mehr Energie zum Temperieren...)

      Aber zu dem Thema Bananenanguß: 1 Schuß geht immer. Aber wer nimmt eine solche Konstruktion ab? Endweder wurde das Werkzeug ungesehen gekauft oder derjenige der prüft hat einen sehr schlechten Tag hinter sich.

      Gruß
      Geht nicht, gibt's nicht.
    •      
    • Also die letzten beiden Werkzeuge mit Banananguss sind alle zum Kunden zurückgegangen. Und die haben sich dumm und dämlich optimiert. Jetzt geht das aber. Bei einem grösseren Werkzeug haben sie die Platte der Düsenseite abfedern lassen, um den Anguss frei zu bekommen. Das scheint eine Technik für sich zu sein.
    • Hallo zusammen.

      Nochmal zum Anschnittquerschnitt: Ich habe leider nichts Brauchbares an Unterlagen (Faustregeln) zur Größe der Anschnitte bei versch. Materialien gefunden. Die "0,8x dickste Wandstärke" bei PA passen aber. Seit wir uns versuchen daran halten haben wir wesentlich weniger Problemen mit Anschnittverstopfungen (und resultierend nicht ausgeformten Teilen). Besonders kritisch ist PA46 mit dem kleinen Verarbeitungsfenster.

      Gruß

      stefb