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FJ

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1

Samstag, 26. Oktober 2013, 08:42

Vorwärmung von Werkzeugen mit und ohne Mucell

Hallo,

arbeite zur Zeit an ein Projekt für meinen Techniker. Es geht darum in der Firma die Rüstwechselzeit zu optimieren. Frage ist da bei, was man für Sicherheitsmaßnahmen einhalten muss wenn man ein Spritzgusswerkzeug was im Mucell betrieb läuft vorwärmen möchte.

HK

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2

Montag, 28. Oktober 2013, 13:49

Die gleichen Sicherheitsmaßnahmen wie ohne MuCell.

Das kommt immer auf die Temperatur an, mit der Du das Werkzeug vorgewärmt haben willst. Ob es da eine genaue Gestzliche Vorgabe gibt kann ich Dir gar nicht mal sagen. Bis 40°C braucht man da aber meiner Meinung nach keine besonderen Maßnahmen treffen, das ist ja nur lauwarm. Alles was darüber geht würde ich vielleicht deutlich Kennzeichnen, dass hier keiner unbeabsichtigt an das Werkzeug kommt und sich verbrennen kann.

PS: Eine Temperierung im MuCell Verfahren ist schlecht für die Schaumbildung. Hier sollten möglichst niedrigere Temperaturen (um die 12°C) gefahren werden.
Gruß HK

FJ

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3

Montag, 28. Oktober 2013, 18:23

Hallo, erstmal danke für deine Antwort.

Es geht jetzt nicht gerade darum ob sich einer verbrennen könnte oder so, sondern viel mehr darum das sich noch Gas im Werkzeug befindet. Wenn ich ein Spritzgusswerkzeug ohne Mucell aufheize tritt ja auch Kunststoff herraus und bei einem Wzg. mit Mucell könnte doch vllt die Gefahr bestehen das durch das gas im Wzg der Kunststoff mit einen größeren Druck austreten könnte?



PS: das Wzg wird mit 15 grad temperiert und der heißkanal liegt ca. bei 240 grad

HK

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Dienstag, 29. Oktober 2013, 07:31


Wenn ich ein Spritzgusswerkzeug ohne Mucell aufheize tritt ja auch Kunststoff herraus und bei einem Wzg. mit Mucell könnte doch vllt die Gefahr bestehen das durch das gas im Wzg der Kunststoff mit einen größeren Druck austreten könnte?


Verstehe die Aussage nicht. 8o (Das wär ja ein tolles Werkzeug, wo nur durchs Aufheizen Kunststoff raus kommt. ;) )

Beim MuCell Verfahren tritt kein Gas aus dem Werkzeug aus (Ist der MuCell Prozess bekannt???). Das Gas dient zum Schäumen des Bauteils im Werkzeug. Ist dieses nach Ablauf der Kühlzeit Formstabil wird es entformt. Das Gas was sich noch im Bauteil befindet diffundiert mit der Zeit aus dem bauteil raus. Ist also völlig unkritisch.

Reden wir hier eigentlich vom Vorwärmen oder vom Produzieren, da beim Werkzeugvorwärmen überhaupt kein Kunststoff zum Einsatz kommt????
Gruß HK

vincent871

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Dienstag, 29. Oktober 2013, 09:34

Er redet bestimmt vom heißkanal
Plaste und Elaste aus Schkopau

       

HK

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6

Dienstag, 29. Oktober 2013, 11:05

Er redet bestimmt vom heißkanal

Mag sein, aber einen Heißkanal wärme ich nicht vor, da die Gefahr viel zu groß ist, dass der Kunststoff thermisch geschädigt wird und sich evtl. noch zersetzt. Dann habe ich im Anschluß noch einen verunreinigten Heißkanal. Es reicht eigentlich völlig aus den Heißkanal zum Ende des Werkzeugeinbaus einzuschalten bzw. kurz vor dem ersten spritzen. Die modernen Heizpatronen ermöglichen eine Durchwärmung innerhalb von max 10min.

Zum Thema Heißkanal und Mucell:
MuCell kann natürlich über Heißkanal gespritzt werden. Dies geht allerdings nur, wenn der Heißkanal über eine Verschußdüse verfügt. Ansonsten würde das in der Schmelze gelöste Gas expandieren und somit die Schmelze aus dem HK zu einer Seite herausdrücken. Wichtig beim Mucell ist, dass das Masse / Gasgemisch vor dem Eintritt in die Kavität immer in einem geschlossenen System gehalten wird um eine ungewollte Expansion zu vermeiden. Daher gibt es bei der MuCell Schnecke auch eine vordere und hintere RSP, die das Masse / Gasgemisch nach dem Plastifizieren in einem geschlossen System halten.
Gruß HK

FJ

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Dienstag, 29. Oktober 2013, 17:31

Also der Heißkanal sollte wohl auch aufgeheizt werden. Wäre ja quatsch das ein Mucell-Werkzeug was mit 15 grad temperiert wird vorzuwärmen. Denn Mucell Prozess sollte ich verstanden haben. Aber wenn man produziert oder in die Maschine gehen muss sollte man auch Gesichtsschutz tragen sobald mit Mucell gefahren wird. Also so sind die Vorschriften bei uns in der Firma Deswegen dachte ich mir das man beim Vorwärmen ein schutz anbringen müsste. Und es ist keine Produktion gemeint sondern das vorwärmen außerhalb der Maschine.

peri

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8

Sonntag, 10. November 2013, 21:51

Also den Heisskanal vorzuheizen halte ich für absoluten Blödsinn,

da er so schnell wieder abkühlt, dass die Zeitersparnis gleich null ist.

Da müsstest, aber nur um Zeit zu sparen, den Heisskanal erst einstecken und einschalten, dann z.B. das Werkzeug fertigrüsten und Kühlungen anschliessen, da wäre die Zeiteinsparung wesentlich höher, aber ist meines Wissens absolut unüblich.
mfg
Peter

HK

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9

Montag, 11. November 2013, 08:47

Also den Heisskanal vorzuheizen halte ich für absoluten Blödsinn,

da er so schnell wieder abkühlt, dass die Zeitersparnis gleich null ist.

Da müsstest, aber nur um Zeit zu sparen, den Heisskanal erst einstecken und einschalten, dann z.B. das Werkzeug fertigrüsten und Kühlungen anschliessen, da wäre die Zeiteinsparung wesentlich höher, aber ist meines Wissens absolut unüblich.

:thumbsup: So ist es!
Gruß HK

TheProblemSolver

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10

Montag, 11. November 2013, 15:18

Also wenn ich das jetzt hier Richtig verstehe, kann ja ach sein das es nicht so ist, geht es sich darum was man event. zusätzlich beachten sollte bei einem solchen Vorgang.

Ich würde generell sagen, so ist es in meiner Vergangenheit immer gewesen, das man immer seine Persönlicheschutzausrüstung tragen sollte.
Verstehe es auch so, als wenn DU eine Risko oder Gefährdungsbeurteilung machen sollst, für so einen Vorgang?
Ob Mucell oder nicht, wenn die Möglichkeit besteht das heisse Kunststoffmasse heraus spritzen könnte, ist Brillen Pflicht
Sehe ich das Richtig ?!? Wenn Du diese machen solltest und Ihr habt eine SIFA ( Sicherheitsfachkraft ) im Werk, ziehe Sie dazu.

Ein Werkzeug vorzuheizen ( Heisskanal ) vorm Rüsten, sehe ich ebenfalls als nicht sinnvoll an.
1. Therm. zersetzung des Materials im HK
2. Temp. verlust in dem Rüstvorgang

Sehe darin nur eine Sinnlose Zeitverschwendung und Energie und Kostenbedarf um event. 5 Min zusparen.

Das einzige, was event. ein kleinen Vorteil bringen würde ( aber wirklich nur min. ), wäre ein Werkzeug über die Werkzeugkühlung auf die im Prozess gewünschte Temperierung zu bringen.
Wobei ich mir dieses persönlich auch sparen würde, da immer handschuhe an und aus.. und soweiter, macht das Arbeiten auch nicht leichter.

Systematisches Rüsten, wäre für mich und in meiner Vergangenheit:

- Alle Hilfsmittel bereitstellen
- Wzg bereit stellen
- Prozess unterbrechen
- Wzg soweit runterkühlen das man es ausbauen kann
- Wzg Ausbauen
- Wzg Einbauen
- Wzg Kühlungen anschliessen und Wzg-Heizungen anschliessen und einschalten
- Aggregat aufheizen
- Ausgebautes Wzg und Hilfsmittel entfernen in der zwischen Zeit
- Prozess starten

So werden es wahrscheinlich hier alle machen.... und Ihre nötige PSA tragen.

Gruß :rolleyes:

       

FJ

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Montag, 11. November 2013, 16:28

Hallo Problem Solver,

Also du hast schon gut verstanden worum es mir geht.

Ich erkläre es noch einmal gerne also ich mache zur Zeit meinen Techniker in Maschinenbau und für meine Abschlussprüfung habe ich das Projekt dafür von der Firma (was in Zukunft auch realisiert werden soll)bekommen und muss einfach auf alle Einzelheiten penibel drauf eingehen . Es soll eine Vorwärmstation werden womit man das Wzg. vortemperiert so wie auch den Heißkanal aufheizt. Das Aufheizen des heißkanals in der Maschine dauert bestimmt gute 15-20min bis auch wirklich der heizbalken auf Temperatur ist. Natürlich verliert man an Temperatur, aber auch wenn man dadurch an Rüstwechselzeit nur ca 10min einsparen würde ist das auf lange zeit gesehen eine Menge Personalkosten sowie auch maschinenkosten die man einsparen würde.

Aber Grundsätzlich ging es mir darum das mein Chef mich darauf aufmerksam gemacht hat, das es vllt erhöhte Vorsichtsmaßnahmen geben könnte wenn man ein Mucellwerkzeug aufheizt. Zum Beispiel eine Art Deckel auf den zentrierring um einfach eine Arbeitssicherheit zu gewährleisten egal ob das sinn macht das Wzg aufzuheizen oder nicht. Vllt hat ja jmd damit Erfahrung oder hat sowas schonmal gesehen. Damit einfach eine Sicherheit beim Aufheizen gegeben ist und das nicht irgendwelche dritten die nichts mit Spritzguss am Hut haben gefährdet werden.

Gruß ;)

TheProblemSolver

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12

Dienstag, 12. November 2013, 07:50

Hey FJ,

da schein ich es doch Richtig verstanden zu haben :D

Was mich nun wieder als ehem. Praktiker intressiert, bleiben bei euch die Spritzaggregate unter Dampf stehen beim Werkzeugwechsel?
Weil sonst würde ein Vorheizen / Temperieren ja keinen Sinn machen.

Eine event. Aufheizung der Verteiler im Wzg auf eine sogenannte Absenktemp. wäre event. noch "sinnvoll".

In der Regel sind es die Spritzaggregate die am längsten brauchen mit der Aufheizphase, zudem kommt bei den neuen SGM auch eine sogenannte Durchwärmzeit des Aggregats zum tragen, erst wenn diese abgleaufen ist, kann man den Prozess starten.
Dies sollte man aber generell auch bei alten SGM beachten um Schneckenbrüche oder sonstige Verschleisse in dieser Region zu vermeiden.
Zudem sollte man doch eh direkt nach dem Rüsten beide Sachen einschalten... und die Spritzeinheit beötigt doch eh immer länger als das Werkzeug.

Von daher sehe ich so eine Aufgabenstellung ( die gab es bei meiner ehem. Firma auch mal ), zeitlich gesehen, als keine Einsparnis an.
Zu dieser Einsicht kam meine ehem. Firma auch und verwarf diesen gedanken.

Ich denke das solche Umsetzungen auch bei vielen anderen verworfen worden ist.

Zudem Sicherheitsgedanke, ich würde, insofern sinnvoll ( dies sollte man aus dem Praktischen Sinne sehen ), alles "Vepacken" :thumbsup: und sicher machen wie es geht.., ziehe die SIFA doch einfach dazu..., das ist bei solchen Projekten eh Standard. weil diese ja auch von diesen abgenommen werden, so bald es sich mit Sicherheitseinrichtungen oder eine neue Tätigkeit am Arbeitsplatz zu tun hast.

Ich würde diesen ganzen Prozess / Sicherheitsgedanken zu diesem Vorhaben mindestens aus der Sicht sehen als wenn es ohne Mucell wäre.

Gruß

HK

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13

Dienstag, 12. November 2013, 08:53



Aber Grundsätzlich ging es mir darum das mein Chef mich darauf aufmerksam gemacht hat, das es vllt erhöhte Vorsichtsmaßnahmen geben könnte wenn man ein Mucellwerkzeug aufheizt. Zum Beispiel eine Art Deckel auf den zentrierring um einfach eine Arbeitssicherheit zu gewährleisten egal ob das sinn macht das Wzg aufzuheizen oder nicht. Vllt hat ja jmd damit Erfahrung oder hat sowas schonmal gesehen. Damit einfach eine Sicherheit beim Aufheizen gegeben ist und das nicht irgendwelche dritten die nichts mit Spritzguss am Hut haben gefährdet werden.

Gruß ;)
Moin,
ich kann sagen, dass es da kein Unterschied zum Kopaktspritzguss gibt. Wenn wir ein Mucellwerkzeug auf die Maschine nehmen und den HK aufheizen, dann tritt zur Angußbuchse keine / etwas Masse aus. Diese steht jedoch nicht mehr unter Druck und somit besteht da auch nicht die Gefahr der herausspritzens. Ist dann wie "normaler" Kunststoff.

Man kann sicherlich Sicherheitseinrichtugen vorsehen, aber erforderlich sind diese nicht.
Gruß HK

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